Hong Myung-bo: Legende unter Druck – Südkoreas Trainer steht vor Herkulesaufgabe

Südkoreas Nationaltrainer Hong Myung-bo
Südkoreas Nationaltrainer Hong Myung-boJUNG YEON-JE / AFP

Hong Myung-bo genießt in Südkorea Legendenstatus. Vor der Fußball-Weltmeisterschaft sind die Erwartungen an den 57-Jährigen gigantisch – doch es gibt auch zahlreiche Skeptiker. Flashscore stellt dir die Trainer der WM 2026 vor und wirft einen Blick auf die Strategen hinter den Nationalteams. In unserer Übersicht findest du regelmäßig neue Profile zu den wichtigsten Coaches beim Turnier in Nordamerika.

Hong Myung-bo (Südkorea)

GEBURTSDATUM: 12. Februar 1969 

NATIONALITÄT: Südkorea

IM AMT SEIT: Juli 2024

TAKTISCHES PROFIL: Umschaltspiel & disziplinierte Defensive

GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: Meister in Südkorea 2022 & 2023 (Ulsan Hyundai), Qualifikation WM 2026 (Österreich)

Legende unter Druck – Südkoreas Trainer steht vor Herkulesaufgabe

In Südkorea gibt es kaum einen Namen, der so eng mit Erfolg verknüpft ist wie jener von Hong Myung-bo. Bei der Heim-WM 2002 führte er sein Heimatland als Kapitän und Libero sensationell bis ins Halbfinale. Dennoch herrschte vor zwei Jahren große Skepsis als er zum zweiten Mal das Amt des Nationaltrainers übernommen hat.

Nach dem missglückten Engagement von Jürgen Klinsmann und dessen Entlassung stand der Verband unter großem Druck. Die Stimmung bei den koreanischen Fußball-Fans befand sich am absoluten Tiefpunkt. Obwohl Hong Ulsan Hyundai in der K-League zweimal zur Meisterschaft geführt hatte, wird und wurde seine Berufung kritisch beäugt.

Hong Myung-bo verlangt von seiner Mannschaft hohe Disziplin. Seine Spieler müssen stets ein Auge auf ihre Positionierung behalten. Diese starre Struktur kann gegen die richtigen Gegner für hohe Stabilität sorgen – doch hat sich im Rahmen der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft auch schon als Stolperstein erwiesen.

Hong Myung-bo strahlt an der Seitenlinie große Autorität aus
Hong Myung-bo strahlt an der Seitenlinie große Autorität ausJUNG YEON-JE / AFP

Häufig wurde Südkoreas Nationalteam angekreidet, nicht über genügend taktische Flexibilität zu verfügen. Zudem sorgen die Asiaten selten für offensives Spektakel, im Angriffsspiel setzt man primär auf die individuelle Klasse der Superstars Heung-Min Son und Lee Kang-In. Besonders laut wurde die Kritik nach einem Testspiel gegen die Elfenbeinküste, das mit 0:4 verloren wurde.

Trotz einer souverän gestalteten Qualifikation steht Hong Myung-bo also vor einer Herkulesaufgabe. Die WM 2026 wird zu seiner persönlichen Reifeprüfung. Er möchte sich nicht auf seinem Legendenstatus ausruhen, sondern Südkorea mit frischer Kraft beleben.

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