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Golf: Scheffler oder Clark? Das packende Rennen um den Spieler des Jahres

Wyndham Clark (.) und Scottie Scheffler (r.) sind die Top-Kandidaten für die Auszeichnung zum Spieler des Jahres
Wyndham Clark (.) und Scottie Scheffler (r.) sind die Top-Kandidaten für die Auszeichnung zum Spieler des JahresCOREY SIPKIN / UPI / Profimedia

Die PGA-TOUR-Saison steuert auf ihren dramatischen Höhepunkt zu: Diese Woche fällt beim TOUR Championship in Atlanta die Entscheidung in den FedExCup-Playoffs. Dem Sieger winken satte 10 Millionen Dollar. Als amtierender Champion geht der Engländer Tommy Fleetwood an den Start, der 2025 in East Lake triumphierte.

Doch abseits des enormen Preisgeldes sorgt vor allem ein Thema für Brisanz: Wer wird „Spieler des Jahres“? Während der Gewinner des Jack Nicklaus Award zu diesem Zeitpunkt der Saison meist schon feststeht, erleben Fans und Experten dieses Jahr eines der engsten Rennen der Geschichte. Der Ausgang? Völlig offen.

Der Ausgang des TOUR Championships könnte somit das Zünglein an der Waage sein – was dem Finale im East Lake Golf Club zusätzliche Würze verleiht. Wer sind also die heißesten Anwärter unter den Top 30 der FedExCup-Wertung? Wir machen den Favoriten-Check.

Scottie Scheffler

Scottie Scheffler ist der beste Golfer der Welt
Scottie Scheffler ist der beste Golfer der WeltCal Sport Media, Cal Sport Media / Alamy / Profimedia

Siege: The American Express, FedEx St. Jude Championship

Top-10-Platzierungen: 12

Scottie Scheffler ist schlichtweg das Maß aller Dinge im modernen Golfsport. Auch 2026 war der Weltranglistenerste die meiste Zeit eine Klasse für sich. Nach vier Auszeichnungen in Folge könnte der US-Amerikaner den Jack Nicklaus Award zum fünften Mal hintereinander abräumen – und damit den legendären Rekord von Tiger Woods einstellen.

Der vierfache Major-Sieger feierte 2026 bislang zwei Titel und dominiert nahezu jede relevante Statistik der TOUR: Ob Schlagdurchschnitt (68,65), Strokes Gained (2,263), Top-10-Ergebnisse oder FedExCup-Punkte – Scheffler steht ganz oben.

Wenn es einen Makel in seiner Saison gibt, dann ist es die Ausbeute bei den ganz großen Turnieren. Nach sieben Titeln 2024 und sechs Erfolgen 2025 blieb ihm dieses Jahr ein Major-Sieg verwehrt – trotz beeindruckender Platzierungen (Platz 2 beim Masters, jeweils T4 bei den US Open und The Open) und insgesamt fünf Vizetiteln.

So überragend seine Konstanz auch ist: Das Fehlen eines Major-Titels könnte Scheffler im Votum der Kollegen gefährlich werden. Ein Sieg in Atlanta würde jedoch alle Zweifel ausräumen und ihm die Trophäe wohl endgültig sichern.

Wyndham Clark

Wyndham Clark hat in diesem Jahr seinen zweiten Major-Titel gewonnen
Wyndham Clark hat in diesem Jahr seinen zweiten Major-Titel gewonnenLuke Welsh / Zuma Press / Profimedia

Siege: THE CJ CUP Byron Nelson, US Open, BMW Championship

Top-10-Platzierungen: 6

Mit einem furiosen Endspurt hat sich Wyndham Clark in den letzten zwei Monaten mitten in die Anwärterliste katapultiert. Nach einem eher unauffälligen Jahr 2025 und einem verhaltenen Start in die aktuelle Saison fand der Amerikaner im Mai zurück zur Form: Erst siegte er beim Byron Nelson, ehe er bei den US Open seinen zweiten Major-Titel nach 2023 feierte.

Mit dem Triumph bei der BMW Championship am vergangenen Wochenende schob sich Clark zudem auf Rang drei der FedExCup-Wertung vor.

Er glänzte zwar nicht mit Schefflers permanenter Dominanz, doch die Kombination aus einem Major-Sieg und einem Playoff-Erfolg hat enormes Gewicht. Würde die Nummer eins der Welt ein Major-loses Jahr gegen Clarks Trophäensammlung tauschen? Vermutlich ja. Das macht Clark zu einem extrem starken Herausforderer – erst recht, sollte er das Finale in Atlanta gewinnen.

Cameron Young

Cameron Young hat sich als einer der besten Spieler der Welt etabliert
Cameron Young hat sich als einer der besten Spieler der Welt etabliertAlex Slitz / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP / Profimedia

Siege: THE PLAYERS Championship, Cadillac Championship

Top-10-Platzierungen: 8

Nach dramatischen sieben zweiten Plätzen beendete Cameron Young Ende letzter Saison bei der Wyndham Championship endlich seinen Titel-Fluch. Dieser Premierensieg wirkte wie ein Befreiungsschlag für ein überragendes Jahr 2026.

Besonders sein Triumph beim renommierten PLAYERS Championship – der inoffiziellen "fünften Major" der Tour – untermauerte seine Weltklasse. Auch bei den eigentlichen Majors spielte er ganz vorne mit (T3 beim Masters, Platz 2 bei The Open).

Zwar hinkt er in den rein statistischen Werten wie dem Schlagdurchschnitt (Platz 12 mit 69,769) den beiden Top-Favoriten etwas hinterher. Sollte Young in Atlanta jedoch den Gesamtsieg holen, könnte sich für ihn überraschend noch eine Tür öffnen.

Matt Fitzpatrick

Matt Fitzpatrick zählt zu den konstantesten Spielern auf der Tour
Matt Fitzpatrick zählt zu den konstantesten Spielern auf der TourJoe Robbins / Zuma Press / Profimedia

Siege: Valspar Championship, RBC Heritage, Zurich Classic of New Orleans

Top-10-Platzierungen: 8

Drei Turniersiege und Rang zwei in der FedExCup-Wertung: Matt Fitzpatrick spielt ein herausragendes Jahr. Mit 14 Top-25-Ergebnissen und einem überragenden Strokes-Gained-Wert (1,485 – nur von Scheffler übertroffen) präsentierte sich der Engländer extrem beständig.

Sein Schwachpunkt liegt allerdings in den Major-Ergebnissen: Bei keinem der vier Highlight-Turniere schaffte er es unter die besten Zehn, bei The Open scheiterte er gar am Cut. Um im Rennen um den Spieler des Jahres überhaupt ein Wörtchen mitzureden, führt für Fitzpatrick kein Weg an einem Sieg beim TOUR Championship vorbei.

Chris Gotterup

Nach seinem Durchbruch 2025 spielt Gotterup eine herausragende Saison 2026
Nach seinem Durchbruch 2025 spielt Gotterup eine herausragende Saison 2026Kevin C. Cox / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP / Profimedia

Siege: Sony Open in Hawaii, WM Phoenix Open, John Deere Classic

Top-10-Platzierungen: 6

Nach seinem Durchbruch 2025 hat sich der Longhitter Chris Gotterup endgültig in der Weltspitze etabliert. Mit drei Saisonsiegen teilt er sich in dieser Kategorie die Spitze mit Clark und Fitzpatrick. Ein geteilter 10. Rang bei der PGA Championship unterstreicht seine aufsteigende Form.

Sowohl bei Strokes Gained (1,163) als auch beim Schlagdurchschnitt (69,71) zählt Gotterup zu den Top-10-Spielern der Tour. Mit vier Top-25-Ergebnissen aus den letzten sechs Starts reist er in absoluter Höchstform an.

Dennoch gilt auch für ihn: Nur ein Gesamtsieg in dieser Woche verschafft ihm eine theoretische Chance gegenüber der bärenstarken Konkurrenz um Scheffler, Clark und Young.