Winner: Kylian Mbappe
Am Vorabend der Ballon-d’Or-Verleihung trafen im Camp Nou zwei der prominentesten Asprianten auf den Titel aufeinander. Im Duell zwischen Barcelona und Real Madrid stand am Ende vor allem Kylian Mbappé im Mittelpunkt. Der Franzose erzielte beim 2:1-Sieg der Königlichen beide Treffer und überstrahlte damit Barcelonas Hoffnungsträger Lamine Yamal. Mit einem Sieg hätten die Katalanen als erstes Team in der Geschichte von LaLiga die ersten zehn Saisonspiele allesamt gewonnen.
Beim Führungstreffer profitierte Mbappé davon, dass Barcelonas Gerard Martin den Ball bei einem Klärungsversuch genau auf ihn schoss und dieser von seinem Schienbein ins Netz sprang. Das zweite Tor war dagegen sehenswert herausgespielt: Jude Bellingham und Eduardo Camavinga kombinierten sich durch die Abwehr, ehe Mbappé ins leere Tor einschob. Es war sein 100. Treffer im Trikot von Real Madrid. Im vergangenen Mai hatte er im Camp Nou noch einen Hattrick erzielt, der wegen der 3:4-Niederlage allerdings ohne Belohnung geblieben war.
Loser: Michael Carrick
Manchester United steckt weiter in der Krise. Nach acht Premier-League-Spielen steht für die Red Devils gerade einmal ein Sieg zu Buche. Die 0:3-Heimniederlage gegen Bournemouth war der nächste Rückschlag in einer desaströsen Woche, in der United zuvor in der Champions League mit 1:4 gegen Como untergegangen war. Zusätzliche Unruhe brachte die Kritik von Kapitän Bruno Fernandes, der die übervorsichtige Ausrichtung der Mannschaft bemängelt hatte.
Trainer Michael Carrick reagierte, indem er Fernandes gegen Bournemouth auf die Bank setzte. Ohne den portugiesischen Mittelfeldspieler fehlte United ein wichtiger Taktgeber. In zehn Spielen ohne Fernandes hatte die Mannschaft zuvor nur einen Sieg eingefahren. Carrick deutete zudem an, dass Fernandes wegen seiner öffentlichen Kritik mit einer Geldstrafe belegt und ihm möglicherweise die Kapitänsbinde entzogen werden könnte. Angesichts der schwachen Ergebnisse wächst nun allerdings auch der Druck auf den Trainer selbst.
Winner: Nicolas Jackson
Nach den ersten vier Saisonspielen hatte Aston Villa lediglich einen Punkt auf dem Konto. Doch seit dem Erfolg gegen Tottenham hat sich die Mannschaft von Unai Emery deutlich gesteigert. Auch Manchester City konnte den Aufschwung nicht stoppen: Villa gewann mit 2:1 und beendete damit die zuvor perfekte Bilanz der Citizens. Vier der letzten fünf direkten Duelle gingen an die Birminghamer, die in ihren vergangenen acht Pflichtspielen sieben Siege und ein Unentschieden holten und dabei 22 Punkte sammelten.
Zum Matchwinner und Gesicht des Aufschwungs wurde Nicolas Jackson, der beide Treffer erzielte. Chelsea hatte den Stürmer nach einer schwachen Torbilanz abgegeben, auch seine Leihe zum FC Bayern hatte sich nicht als Erfolg erwiesen. In Birmingham scheint Jackson nun wieder zu seiner besten Form zu finden: In seinen ersten elf Einsätzen für Aston Villa erzielte er sieben Tore. Mit seinem Daumen-nach-unten-Jubel machte er zudem deutlich, dass seine Treffer auch eine Botschaft an jene sind, die nicht an ihn geglaubt haben.
Loser: Fiorentina
Fiorentina war im San Siro nur wenige Minuten von einer Überraschung entfernt. Gegen das zuvor ungeschlagene Inter Mailand führte die Mannschaft aus Florenz in der 91. Minute noch mit 1:0. Dann glich Marcus Thuram für die Gastgeber aus, ehe der junge Verteidiger Victor Valdepenas in der Nachspielzeit einen folgenschweren Fehler beging: Mit einem Trikotziehen an Thuram verursachte er einen Elfmeter, den Inter zum späten Sieg nutzte. Für Fiorentina war es ein besonders bitterer Rückschlag.
Inter bewies dagegen erneut seine Comeback-Qualitäten. In dieser Serie-A-Saison gewann der Klub bereits zum vierten Mal nach einem Rückstand. Gegen Napoli und Udinese hatten die Nerazzurri sogar zwischenzeitlich mit zwei Toren zurückgelegen. Ein Comeback nach der 90. Minute war für Inter allerdings eine Seltenheit: Erst zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte gelang den Mailändern ein solcher später Umschwung. Bereits 2005 hatten sie Sampdoria nach einem 0:2-Rückstand in der Schlussphase noch bezwungen, 2011 gelang ihnen das Kunststück auswärts bei Cesena.
Winner: Julian Alvarez
Julian Alvarez hatte im Sommer versucht, einen Wechsel zum FC Barcelona zu erzwingen. Der argentinische Stürmer blieb jedoch bei Atlético Madrid und musste sich nach seiner Rückkehr ins Metropolitano zunächst den Unmut der eigenen Anhänger gefallen lassen. Bei seinem ersten Ligaauftritt nach dem geplatzten Wechsel wurde er ausgepfiffen. Am Samstag setzte Alvarez ein sportliches Zeichen: Sein Treffer bescherte Atlético einen wichtigen 1:0-Sieg gegen Deportivo La Coruña und damit bereits den sechsten Ligaerfolg in Serie.

Nach dem Spiel suchte der Angreifer offenbar auch abseits des Platzes die Annäherung. Noch bevor er die erste Medienfrage beantwortete, bat er darum, selbst etwas sagen zu dürfen – und räumte mit erhobenen Händen ein, im Sommer einen Fehler gemacht zu haben. Trainer Diego Simeone lobte die Geste. Sportlich scheint Alvarez wieder in Fahrt zu kommen: Nach einem langsamen Saisonstart war er in drei aufeinanderfolgenden Spielen jeweils an mindestens einem Treffer direkt beteiligt.
Loser: Lewis Forshaw
Lewis Forshaw dürfte sich seinen Freitag wohl anders vorgestellt haben. Der 20-Jährige steht bei Burnleys Nachwuchsteam im Tor und hat bislang noch kein Profispiel absolviert. Als Absolvent der Akademie von Manchester United gilt er als talentierter Schlussmann und Elfmeterspezialist. Im Nachwuchsduell mit West Ham rückten allerdings zwei ungewöhnliche Gegentore in den Mittelpunkt: Forshaw kassierte gleich zweimal einen Treffer aus der gegnerischen Hälfte.
In beiden Situationen stand Forshaw zu weit von seinem Kasten entfernt. Unter Druck von Gegenspielern verloren seine Mitspieler zweimal den Ball – Preston Fearon war beide Male der Nutznießer. Besonders bitter: Die beiden nahezu identischen Szenen spielten sich innerhalb von nur wenigen Minuten ab. Für den Nachwuchstorhüter dürfte die Partie eine schmerzhafte Lektion darüber gewesen sein, wie riskant das eigene Aufbauspiel ohne ausreichende Absicherung werden kann.
