Nach 28 Jahren kehrt Österreich auf die größte Fußballbühne der Welt zurück. Im Angriff vertraut Teamchef Ralf Rangnick auf ein erfahrenes Trio, das die österreichischen Hoffnungen auf Tore und ein Weiterkommen tragen soll. Rekordnationalspieler Marko Arnautović führt die Offensive an, Michael Gregoritsch schoss Österreich mit seinem Treffer gegen Bosnien-Herzegowina zur Weltmeisterschaft und Saša Kalajdžić kämpfte sich nach mehreren schweren Verletzungen rechtzeitig ins Nationalteam zurück.

Der Rekordtorschütze
Wenn Österreich in Nordamerika aufläuft, richtet sich der Blick unweigerlich auf Marko Arnautović. Der Wiener ist mit 133 Länderspielen und 47 Treffern Rekordspieler und -torschütze des ÖFB. Für den 37-Jährigen geht mit der WM ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Aufgewachsen auf den Fußballkäfigen von Floridsdorf, hat sich Arnautović über Stationen in Europa zu einem der bekanntesten österreichischen Fußballer seiner Generation entwickelt. Seine Teamkarriere wird nach dem Turnier enden.
Sportlich bleibt seine Bedeutung enorm. Arnautović ist weit mehr als ein klassischer Mittelstürmer. Der Wiener kann Bälle festmachen, Angriffe vorbereiten und selbst für den entscheidenden Abschluss sorgen. Immer wieder fällt er ins Mittelfeld zurück, um das Spiel anzukurbeln und Räume für seine Mitspieler zu eröffnen.
Ob Arnautović in der Gruppenphase tatsächlich durchgehend einsatzfähig sein wird, ist allerdings unklar. Der Routinier hat in der unmittelbaren Vorbereitung zeitweise nicht mit der Mannschaft trainiert. Rangnick wird seinen Rekordspieler daher behutsam aufbauen und je nach Verlauf des Turniers von Spiel zu Spiel entscheiden, wie viel Einsatzzeit der Angreifer verkraftet.

Der Held der WM-Qualifikation
Michael Gregoritsch hat sich seinen Platz im österreichischen Fußballgedächtnis bereits gesichert. Mit seinem Treffer zum 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina machte er die erste WM-Qualifikation seit 1998 perfekt und schrieb damit ein Stück ÖFB-Geschichte. Der Angreifer des FC Augsburg überzeugt weniger durch spektakuläre Aktionen als durch seine Effizienz. Er besitzt ein ausgezeichnetes Gespür für Räume, ist kopfballstark und arbeitet intensiv gegen den Ball. Neben seiner Rolle als Mittelstürmer kann er auch als zweite Spitze oder etwas zurückgezogen hinter einem Angreifer eingesetzt werden.

Abseits des Platzes sorgte der Steirer zuletzt ebenfalls für Schlagzeilen. Nachdem er in der Bundesliga selbst darauf hingewiesen hatte, nicht elfmeterwürdig gefoult worden zu sein, wurde er mit dem „Fair Play of the Season“-Award ausgezeichnet. Ein Spieler, der mit seiner Mentalität genau in Rangnicks System passt.
Zurück zu alter Stärke
Die vielleicht schönste Geschichte im österreichischen Angriff schreibt Saša Kalajdžić. Mehrere schwere Knieverletzungen hatten den Zwei-Meter-Mann in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgeworfen. Rechtzeitig vor der WM fand der Wiener jedoch zu alter Stärke zurück. Mit dem LASK gewann Kalajdžić in der vergangenen Saison das Double und empfahl sich damit eindrucksvoll für das Turnier.

Zu seinen größten Stärken zählen das Kopfballspiel, das Spielen als Zielspieler für hohe Bälle und die Fähigkeit, Mitspieler einzusetzen. In den vergangenen Monaten hat er sich zudem zunehmend zum Verbindungsspieler zwischen Mittelfeld und Angriff entwickelt und zahlreiche Assists gesammelt. Im Kampf um einen Platz in der Startelf dürften Marko Arnautović und Michael Gregoritsch jedoch zunächst die besseren Karten haben. Vor der WM zeigte sich der 28-Jährige dennoch gelassen: „Was meine Rolle sein wird, wird sich zeigen. Ich werde jede Rolle akzeptieren.“
Der ÖFB-Kader für die WM 2026: Torhüter | Abwehr | Mittelfeld
Österreichs WM-Angreifer auf einen Blick
Marko Arnautović (FK Crvena Zvezda/SRB) – 133 Länderspiele, 47 Tore
Michael Gregoritsch (FC Augsburg/GER) – 75 Länderspiele, 24 Tore
Saša Kalajdžić (Wolverhampton Wanderers/ENG) – 22 Länderspiele, 4 Tore
