Kaum noch fehlende Stars in Schlüsselspielen bei der WM und womöglich auch kein weiterer Fall Kompany in der Königsklasse: Die internationalen Sperrenregelungen bei Gelben Karten stehen intensiv auf dem Prüfstand. Der Weltverband FIFA übernimmt demnach schon beim Mega-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada eine Vorreiterrolle. Nach SID-Informationen werden Gelbe Karten nicht nur wie bisher nach dem Viertelfinale, sondern zusätzlich bereits nach der Gruppenphase verfallen.
Dieses Thema stand bereits am Dienstag bei der Zusammenkunft des FIFA-Councils in Vancouver auf der Tagesordnung. Ziel ist es, durch die Anpassung die Gefahr von Sperren für Schlüsselspiele zu reduzieren. Konkret müssten Spieler entweder in zwei der drei Gruppenspiele verwarnt werden oder zweimal in der Phase vom Sechzehntelfinale bis zum Viertelfinale, um ein Spiel auszusetzen.
Hintergrund ist das neue WM-Format mit 48 Mannschaften, das eine zusätzliche K.o.-Runde vorsieht. Das Viertelfinale ist für jedes Team bereits das sechste WM-Spiel. Statt die Schwelle für eine Sperre auf drei Gelbe Karten anzuheben, sieht die FIFA eine Aufteilung in zwei Phasen als fairere Lösung an. Jene Schwelle von drei Gelben Karten gilt seit Jahren in den Europapokal-Wettbewerben der UEFA, obwohl sich die Zahl der Spiele dort ebenfalls erhöhte.
Auch Kompany-Sperre in der Diskussion
Zum Verhängnis wurde diese Regelung Bayerns Trainer Vincent Kompany, der nach drei Verwarnungen das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League bei Paris Saint-Germain nur von der Tribüne aus anschauen durfte. Er finde dies angesichts der bislang absolvierten zwölf Spiele "schon streng", sagte Kompany. Auch Torjäger Harry Kane sieht die Sperrenregel als "ein bisschen hart" an. Bei der Anzahl an Partien nur drei Chancen zu haben, sei "schwer".
Doch auch hier ist womöglich eine Änderung in Sicht, wenn auch nicht wegen Kompany. Nach SID-Informationen prüft die UEFA ohnehin bereits eine mögliche Anpassung der Kartenregelung, das Club Competitions Committee (CCC) befasst sich hiermit schon länger. "Ich persönlich teile die Einschätzung von Vincent Kompany", sagte CCC-Mitglied Fernando Carro dem Nachrichtenportal t-online.de.
Es gebe in dem Gremium "allerdings unterschiedliche Positionen dazu", führte der Boss von Bayer Leverkusen aus. Man diskutiere "intensiv" und werde "zu gegebener Zeit eine Entscheidung treffen". Die FIFA ist da schon einen Schritt weiter.
