Österreichs Frauen-Nationalteam steht vor einer wichtigen Hürde auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien. Am Dienstag (18:00 Uhr, live auf ORF1) empfängt die Mannschaft von Teamchef Lars Söndergaard den Kosovo zum Rückspiel der ersten Play-off-Runde. Nach dem 2:1-Auswärtserfolg in Pristina haben die Österreicherinnen eine gute Ausgangsposition, entschieden ist das Duell allerdings noch nicht.
„Es ist Halbzeit im Duell mit dem Kosovo. Wir konnten das erste Spiel gewinnen, was für uns das Wichtigste ist, aber wir haben gesehen, wo der Kosovo seine Stärken hat“, erklärte Söndergaard bei der Pressekonferenz am Montag. Der Däne erwartet eine konzentrierte Leistung seiner Mannschaft und möchte vor allem offensiv mehr Durchschlagskraft sehen.
Mehr Offensivdruck und besseres Gegenpressing
Im Hinspiel hatte Österreich über weite Strecken die Kontrolle, geriet nach einem Konter aber früh in Rückstand. Louise Schöffel gelang noch vor der Pause mit ihrem ersten Treffer im ÖFB-Team der Ausgleich, ehe Nicole Billa in der 81. Minute den Siegtreffer erzielte. Im Rückspiel soll die Entscheidung möglichst früher fallen. Dafür fordert Söndergaard mehr Tempo und Konsequenz im Angriffsspiel. „Wir wollen das Spiel machen und viel Druck und Power erzeugen“, betonte der Teamchef.
Gleichzeitig gilt es, die gefährlichen Gegenangriffe der Kosovarinnen zu verhindern. Besonders Austria-Wien-Spielerin Modesta Uka zählt zu den offensiven Schlüsselspielerinnen der Gäste. Sarah Puntigam, die vor ihrem 168. Länderspiel steht, sieht deshalb im Gegenpressing einen entscheidenden Faktor. „Es wird wichtig sein, dass wir im Ballbesitz und gerade im letzten Drittel noch sauberer spielen und mehr Chancen erarbeiten. Gleichzeitig auch ihre Konter unterbinden, das ist klar eine ihre Stärken. Das müssen wir so gut wie möglich minimieren. Wir wollen auch Spielfreude an den Tag legen und müssen wie im Hinspiel geduldig bleiben. Mit unseren Fans im Rücken sind wir sicher, dass es morgen besser laufen kann und wird“, so die Kapitänin im Vorfeld der Partie.
Änderungen in der Startelf möglich
Personell könnte Söndergaard im Vergleich zum Hinspiel zwei bis drei Änderungen vornehmen. Die zuletzt angeschlagene Claudia Wenger ist ebenso eine Option für die Startelf wie Sarah Zadrazil, die nach längerer Verletzungspause ihr Comeback im Nationalteam gefeiert hat. Die Bayern-Legionärin träumt mit der ÖFB-Auswahl von der ersten Teilnahme an einer Frauen-Weltmeisterschaft. Trotz der guten Ausgangslage warnt sie aber davor, den Gegner zu unterschätzen. „70 oder 80 Prozent könnten zu wenig sein“, stellte Zadrazil klar.
Gelingt Österreich der Aufstieg, warten in der zweiten und entscheidenden Play-off-Runde die Siegerinnen des Duells zwischen der Schweiz und Israel. Die Eidgenossinnen haben nach ihrem 7:3-Hinspielsieg die deutlich bessere Ausgangsposition. Am Wiener Sport-Club-Platz darf die ÖFB-Elf auf die Unterstützung von mindestens 2.500 Fans zählen. Die Haupttribüne ist bereits ausverkauft. Mit einem weiteren Sieg wollen die Österreicherinnen dem Traum von Brasilien einen entscheidenden Schritt näherkommen.
