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"Viel durchgemacht" und Selbstzweifel weggewischt: Ter Stegen ist zurück

Marc-André ter Stegen fiebert auf das Comeback in der DFB-Elf hin.
Marc-André ter Stegen fiebert auf das Comeback in der DFB-Elf hin.REUTERS/Heiko Becker

Stolz. Dankbar. Zurück. Noch bevor Marc-André ter Stegen im Training wieder den Bällen im Nationaltrikot hinterher hechtete, hatte er seine klare Botschaft bei Instagram verkündet. Die schwierige DFB-Vergangenheit lastet zwar weiterhin schwer auf seinen breiten Schultern, doch der "ewige" Kronprinz will diese Bürde endlich abschütteln.

"Ich habe während meiner Genesung viel durchgemacht. Ich versuche immer, mein Bestes zu geben und die beste Version meiner selbst zu zeigen – und ich freue mich, wieder dabei zu sein", sagte der zwischenzeitlich sogar von Selbstzweifeln geplagte 34-Jährige vor seinem Comeback in seiner Wahlheimat Amsterdam am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL und Flashscore-Audioreportage).

Bundestrainer Jürgen Klopp hat ter Stegen vor dem brisanten Nations-League-Auftakt gegen den Erzrivalen Niederlande zumindest "für den Moment" zur Nummer eins erklärt. "Er ist fit, er ist genau der gleiche Torwart, der er vorher war - wir haben da ganz genau hingeschaut. Und er bringt die notwendige Erfahrung mit", begründete Klopp seine vorläufige Entscheidung für ter Stegen.

Die Verletzungshistorie von Marc-André ter Stegen
Die Verletzungshistorie von Marc-André ter StegenFlashscore

Der ehemalige Schlussmann von Borussia Mönchengladbach und des FC Barcelona hat Klopps Worte mit Freude vernommen, doch die harte Zeit davor hat er nicht vergessen. "Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich nicht auch öfter mal gezweifelt habe - gerade nach einer Verletzung, gerade wenn die eine in die nächste übergeht", sagte ter Stegen im Interview mit RTL/Sky: "Du fängst an, zu zweifeln - und es fühlt sich alles nicht gut an."

Richtig gut fühlte sich bislang auch seine Karriere in der Nationalmannschaft nicht an. Trotz Weltklasse-Leistungen war er in der DFB-Auswahl nur nach dem Rücktritt von Manuel Neuer nach der Heim-EM 2024 für zwei Spiele die Nummer eins. Dann erlitt ter Stegen einen Riss der Patellasehne und fiel monatelang aus. Er kehrte für zwei weitere Spiele zurück, doch es folgten eine Rücken- und eine Muskelverletzung im Oberschenkel. In Barcelona wurde ter Stegen aufs Abstellgleis geschoben, sein WM-Traum platzte.

Klopp: Erfahrung als Basis zum "Rumspinnen"

Sein Comeback jetzt beutet ihm "sehr viel". Für jedes Kind, das Fußball spiele, sei es ein Traum, für das eigene Land aufzulaufen, betonte ter Stegen: "Umso mehr gilt das nach den vergangenen zwei Jahren, in denen ich nicht immer spielen konnte." Aktuell sei aber "wirklich alles so, wie ich mir das vorstelle. Dass ich gerade gesund bin, das weiß ich sehr zu schätzen."

Das letzte seiner bisher 44 Länderspiele bestritt ter Stegen am 8. Juni 2025 in der Nationenliga in Stuttgart gegen Frankreich (0:2). Jetzt kehrt er gleich als Führungsspieler zurück. Eine stabile defensive Achse sei in einem Kader mit vielen jungen Spielern von zentraler Bedeutung, sagte Klopp. Nur so könne man "außen rumspinnen, verrückt sein und ganz viel Jugend dazumischen".

Doch früher oder später wird ein Generationenwechsel im deutschen Tor stattfinden. Jonas Urbig (23) will Neuers Erbe nicht nur in München antreten. Weitere talentierte Torhüter lauern auf ihre Chance. "Es wird aber immer von der Leistung abhängig sein. Wir haben keinerlei Torhüterproblem", stellte Klopp klar. Besonders nicht, da ter Stegen zurück ist. Stolz und dankbar.

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