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Kimmich zurück auf der Sechs: Letzte Chance im DFB-Trikot?

Joshua Kimmich
Joshua KimmichHarry Langer / DeFodi Images / Profimedia

Joshua Kimmich saß beim gemeinsamen Oktoberfestbesuch am Tisch des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in seiner Tracht mittendrin. Und auch in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wird der Kapitän künftig wieder eine zentrale Position einnehmen. Kimmich hinten rechts? Die Zeiten sind unter Jürgen Klopp endgültig vorbei.

"Wir sehen ihn als Mittelfeldspieler", berichtete der neue Bundestrainer über den Austausch mit seinen Assistenten: "Wir hatten nicht ein Gespräch, in dem wir von ihm als Rechtsverteidiger gesprochen haben."

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Die klare Ansage nahm Kimmich höchst erfreut zur Kenntnis. Schließlich fühlt sich der 31-Jährige auf der Position im defensiven Mittelfeld nicht nur bei Bayern München pudelwohl. Im Maschinenraum hat er den größten Einfluss auf die Mannschaft, hier können sich die Mitspieler an ihm orientieren.

Letzte Spiele: Joshua Kimmich
Letzte Spiele: Joshua KimmichFlashscore

Bei der WM gab Kimmich noch der Bitte von Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann nach, der ihn mangels Alternativen zurück in die Viererkette versetzte. Doch dort hatte Kimmich mehr mit sich selbst und den flinken Flügelspielern wie Yan Diomande zu tun.

Die Rückversetzung ins Mittelfeld ist für den Ehrgeizling eine Chance – vielleicht die letzte in der DFB-Auswahl. Nach dem erneuten WM-Desaster gilt es, etwas gutzumachen. Mal wieder. Fünf Turniere in Serie setzte die DFB-Elf in den Sand – auch Kimmich war immer wieder ein Gesicht des Scheiterns.

"Generation nix" verabschiedet sich

Dabei waren mit dem hochgelobten Jahrgang 1995/96 einst große Hoffnungen verbunden. Doch zu oft lief man den eigenen Ansprüchen hinterher. Im ersten Klopp-Kader sind von den prominenteren Gesichtern aus der "Generation nix" neben Kimmich nur noch Spät-Durchstarter Jonathan Tah und der in seiner Form lange wechselhafte Serge Gnabry dabei. Eine Rückkehr von Leon Goretzka oder Leroy Sané ist nicht mehr zu erwarten.

Umso mehr richtet sich der Blick auf den Führungsspieler Kimmich. "Natürlich muss ein Spieler mit seiner Erfahrung, in seinem Alter, vorneweg gehen", forderte Klopp und machte klar: "Stabilität kommt nur von der Defensive, wie man defensiv arbeitet – und da brauche ich jeden Einzelnen. Da geht es jetzt darum, dass wir uns darauf einlassen. Das gilt für Jo wie für jeden anderen auch."

Kimmich als "Quarterback"

Kimmich wird beim Nations-League-Start gegen die Niederlande am Donnerstag in Amsterdam (20.45 Uhr/RTL) neben seinem wahrscheinlichen Partner Felix Nmecha also auch als Malocher gefragt sein. "Wir müssen uns", betonte Klopp, "auf eine neue Art Fußball einstellen. Wir haben taktische Themen, die wir zügig angehen müssen. Ich habe keinen Zweifel, dass er sein Potenzial abruft." Er erwarte von Kimmich "eine Topleistung, einfach das, was er kann".

In München zieht Kimmich die Fäden im Spielaufbau. Diese Rolle soll er auch beim DFB-Team übernehmen. "Beim FC Bayern ist er seit vielen Jahren der Quarterback – auch bei der Nationalmannschaft, wenn er auf dieser Position gespielt hat", sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Das will Kimmich nun beweisen. Mittendrin.

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