Urbig, beim deutschen Rekordmeister als Erbe des ewigen Manuel Neuer auserkoren, soll am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) in seinem Münchner "Wohnzimmer" gegen Serbien sein Länderspieldebüt feiern. Die Nummer eins und damit Neuer-Nachfolger auch in der DFB-Elf ist er aber nicht - noch nicht.
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"Für den Moment" sieht Bundestrainer Jürgen Klopp Rückkehrer Marc-André ter Stegen im Tor; der 34-Jährige hat in Amsterdam gegen die Niederlande (1:1) ein respektables Comeback hingelegt. Dass Urbig mindestens mittelfristig aufrücken dürfte, bezweifelt kaum ein Experte.
Viele Befürworter aus dem obersten Regal
Allen voran Neuer selbst empfahl Klopp seinen Stellvertreter. Der Bundestrainer könne Urbig "auf jeden Fall vertrauen", der 23-Jährige habe dies "in allen Wettbewerben auch gezeigt. Da habe ich ein sehr gutes Gefühl", sagte der Weltmeister von 2014.
Andreas Köpke sieht in Urbig sogar eine Art Mini-Manu. "Sein Torwartspiel geht auf jeden Fall in Richtung Neuer", sagte der langjährige Bundestorwarttrainer über Urbigs "offensive Art" und darüber, "wie er die Bälle mit dem Fuß verteilt. Aber vor allem imponiert mir, dass er verlässlich sein hohes Niveau zeigt, obwohl er nur alle paar Wochen spielt. Das ist schon eine Kunst. Ich traue ihm eine große Zukunft zu."
Auch schon die Gegenwart? Sepp Maier bremst. "Der Hype um Urbig ist mir zu viel", sagte die Torwartlegende der Abendzeitung: "Nicht, weil ich den Jungen nicht gut finde – im Gegenteil. Er hat riesiges Talent. Aber mir geht das alles viel zu schnell." Der Weltmeister von 1974 empfiehlt: "Lasst ihn doch erst einmal beim FC Bayern die Nummer eins werden."
Durchbruch bei den Bayern als nächstes Ziel
Dort ist Urbig bis Sommer 2027 nur Ersatz. Zwei von sieben Münchner Pflichtspielen hat er in dieser Saison bestritten, 20 von 55 waren es im Vorjahr. "Wir", betonte Kompany jedoch, "haben unheimlich viel Vertrauen in ihn."
Dass "sein" Mann einstweilen in ter Stegens Schatten steht, sei nicht weiter dramatisch. "Ich würde es genauso machen. Man muss als Land sein eigenes Talent auch ein bisschen schützen und weiterentwickeln", sagte der Coach. Über-Experte Lothar Matthäus stützt diese Haltung. Urbig müsse "auf Sicht" aufgebaut werden, sagte er, "um bei Turnieren in der Zukunft eine klare Nummer eins zu haben".
Offenes Rennen um EM 2028
Ob Urbig das schon bei der EM 2028 sein kann? Dann hat er voraussichtlich eine Saison als Nummer eins beim FC Bayern hinter sich und wohl gute Argumente. Köpke sieht das Rennen als "offen" an, "niemand" könne ter Stegen "eine Garantie aufs EM-Tor geben".

Urbig will aber gar nicht so weit vorausblicken. Sicher wolle er "dauerhaft ein Thema" werden für Klopp, aber: "Ich beschäftige mich nicht damit, was irgendwann sein könnte. Ich versuche immer, im Hier und Jetzt zu sein." Hier und jetzt steht er ja im Tor.
