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Dritter Anlauf zur Wiesn-Zeit: Klopp peilt gegen Serbien seinen ersten DFB-Sieg an

Klopp droht als erster Bundestrainer, die ersten drei Spiele im Amt sieglos zu bestreiten
Klopp droht als erster Bundestrainer, die ersten drei Spiele im Amt sieglos zu bestreitenREUTERS/Heiko Becker

Für den Olympia-Looping, das Teufelsrad oder die Ochsenbraterei hat Jürgen Klopp keine Zeit. Jede Minute Training zählt, jedes Einzelgespräch ist wichtig, wenn es der neue Bundestrainer nach seinem Fehlstart nun mit dem zweiten Kader in der Stadt des Oktoberfests endlich krachen lassen will.

Statt beim größten Volksfest der Welt den Bierkrug zu stemmen oder sich auf dem rasanten Fahrgeschäft Breakdancer einen Adrenalinschub zu holen, will Klopp am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) in München gegen Serbien im Rahmen der Nations League lieber zwei seiner größten Vorgänger nacheifern.

Zum Match-Center: Deutschland vs. Serbien

Die späteren Weltmeistertrainer Sepp Herberger und Helmut Schön verpassten in ihren ersten beiden Spielen ebenfalls einen Sieg. "Chef" Herberger (3:2 gegen Luxemburg) und "Mützenmann" Schön (5:0 gegen Zypern) holten ihn im dritten Anlauf nach - das wäre in der noch nicht ausverkauften Arena auch ganz in Klopps Sinne.

Das deutsche Team im Training
Das deutsche Team im TrainingInstagram: @dfb_team

Deutsches Team wird durchgemischt

"Jetzt kommt die nächste Gruppe, die sind ausgeruht, dadurch können wir ein bisschen mehr machen", sagte der große Hoffnungsträger des deutschen Fußballs nach dem "Bettenwechsel" seines zweigeteilten XXL-Kaders. Der frische Wind ist nach dem schlechtesten Start eines Bundestrainers mit dem Unentschieden in den Niederlanden (1:1) und der ernüchternden Heimpremiere gegen Griechenland (0:1) willkommen.

Die Bilanz gegen Serbien ist ausgeglichen
Die Bilanz gegen Serbien ist ausgeglichenFlashscore

Mehrere WM-Fahrer stießen dazu - darunter Waldemar Anton, David Raum und Aleksandar Pavlovic, die alle beginnen könnten. Von den sechs Spielern, die Klopp da behalten hat, sollte Nico Schlotterbeck zurückkehren. Mindestens ein weiterer Debütant wird starten: Jonas Urbig hat bislang kein Länderspiel bestritten, der Münchner bekommt sein Heimspiel. Auch sechs Feldspieler hoffen auf ihre Premiere.

"Nicht das Bayern München des europäischen Fußballs"

Klopp wird einem Debütanten als dann 1000. Nationalspieler einen Platz in den DFB-Geschichtsbüchern sichern. "Das wäre nicht verkehrt. Aber es ist mir relativ egal, ob ich der Tausendste oder der 999. bin", sagte England-Legionär Vitaly Janelt vom FC Brentford.

Viel wichtiger ist ein Sieg gegen die kriselnden Serben, die Neuankömmlinge brennen drauf. "Wir sind in einer neuen Zusammenstellung. Wir versuchen jetzt, Gas zu geben, Spielfreude reinzubringen und unsere Spiele zu gewinnen", sagte der frühere U17-Weltmeister Finn Jeltsch aus Stuttgart.

Deutschland ist trotz der Krise klarer Favorit
Deutschland ist trotz der Krise klarer FavoritFlashscore

Siege gegen Serbien und am Sonntag im Rückspiel gegen die Griechen in Thessaloniki sollen die Stimmung aufhellen. "Dass Jürgen Klopp nicht mit Handauflegen alle Probleme löst - ich wusste das vorher. Falls jemand es nicht wusste, weiß er es jetzt", sagte Klopp, der zwei Spieler aus dem 25er-Kader auf die Tribüne setzen muss.

Die Hoffnungen in der Offensive ruhen auf Florian Wirtz. Doch der Kurzauftritt des Liverpoolers nach seiner Einwechslung in Augsburg stimmte nachdenklich. Insgesamt muss das Angriffsspiel gegen einen erwartet tief stehenden Gegner an Schwung aufnehmen. In den vergangenen vier Begegnungen gelangen der DFB-Auswahl lediglich drei Tore in 390 Minuten. "Wir sind nicht das Bayern München des europäischen Fußballs, wir sind eine Fußballmannschaft, die sich finden muss. Wir müssen die letzte Linie stressen, es ist nicht so kompliziert, wir werden das hinkriegen", sagte Klopp zuversichtlich.

Trotz Negativ-Serie: Klopp bleibt Optimist

Ein Erfolg ist mit Blick auf den erhofften Viertelfinaleinzug in der Nationenliga Pflicht - und zur Besänftigung der deutschen Fußballseele. "Sollte in den nächsten Spielen weiter keine Besserung eintreten, wird sich der Ton auch ihm gegenüber schnell verschärfen", sagte Stefan Effenberg über Klopp.

Seit vier Spielen wartet der viermalige Weltmeister auf einen Sieg. Eine längere Negativserie (fünf) gab es zuletzt unter Hansi Flick, der danach entlassen wurde. Die Gefahr besteht bei Klopp nicht, zudem ist er von Fortschritten überzeugt. "Es kommt der Moment, in dem wir für jeden ein unangenehmer Gegner sind", versicherte er.

Bis es so weit ist, widmet er seine gesamte Zeit der Mannschaft. Olympia-Looping, Teufelsrad und Ochsenbraterei müssen warten.

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