Xabi Alonso hätte warten können. Darauf, dass "sein" FC Liverpool die Geduld mit Arne Slot verliert – oder auf einen anderen Topklub mit etwas mehr Ruhe in der Geschäftsführung.
Doch der Spanier entschied sich für eine ganz besondere Herausforderung. Eine, die all seine Fähigkeiten als Trainer und Menschenfänger erfordert.
Am Sonntag gab der FC Chelsea Alonsos Verpflichtung offiziell bekannt. Am 1. Juli tritt der begehrte Coach sein Amt an der Stamford Bridge an. Beim Klub-Weltmeister unterschrieb er einen für vier Jahre datierten Vertrag.

Sollte Alonso tatsächlich so lange in London bleiben, hätte er eine Mission erfüllt, an der zuletzt Trainer um Trainer gescheitert war. Der letzte Teammanager – der so etwas wie eine Ära in Chelsea begründete – war José Mourinho, der von 2004 bis 2007 und von 2013 bis 2015 bei den Blues wirkte.
Endet endlich das Trainerchaos?
Besonders zuletzt war der Klub ein Pulverfass, derzeit steht der dritte Hauptverantwortliche in dieser Saison an der Seitenlinie.
Enzo Maresca – der die Engländer zum Titel bei der Klub-WM geführt hatte – verließ den Klub nach einem Zerwürfnis mit der Vereinsführung zum Jahresbeginn. Auf ihn folgte Liam Rosenior, der trotz eines langfristigen Vertrags bis 2032 nach weniger als vier Monaten entlassen wurde. Der Engländer Calum McFarlane übernahm interimsweise.

Alonso, der Bayer Leverkusen 2024 zum Double aus Pokal und Meisterschaft geführt hatte und bis Januar bei Real Madrid im Amt war, soll das Trainerchaos beenden.
"Chelsea ist einer der größten Vereine im Weltfußball, und es erfüllt mich mit großem Stolz, Trainer dieses großartigen Klubs zu werden", wird der 44-Jährige in der Pressemitteilung zitiert: "Aus meinen Gesprächen mit der Eigentümergruppe und der sportlichen Führung geht klar hervor, dass wir dieselben Ziele verfolgen. Wir wollen eine Mannschaft aufbauen, die in der Lage ist, dauerhaft auf höchstem Niveau mitzuspielen und um Titel zu kämpfen."
