Albert Riera bedauert Entlassung bei Eintracht Frankfurt: "Würde es wieder tun"

Aktualisiert
Rieras Engagement bei der SGE verlief höchst unglücklich
Rieras Engagement bei der SGE verlief höchst unglücklichALEX GRIMM / GETTY IMAGES EUROPE / GETTY IMAGES VIA AFP

Albert Riera bedauert sein Aus beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt. "Ich gehe in Frieden, aber traurig, weil ich weiß, dass man nur 20 Prozent der Kraft von Albert genutzt hat", schrieb der 44-jährige Malloquiner auf Instagram, nachdem er einen Tag nach dem Saisonfinale nach nur dreieinhalb Monaten wieder entlassen worden war.

"Ich bedaure, dass ich während dieser Zeit mit vielen Problemen konfrontiert war, und uns allen im Verein klar war, dass es ohne Vorbereitungszeit und ohne Neuzugänge schwierig werden würde", schrieb Albert Riera. Neben sportlichen Defiziten wurden dem Exzentriker interne Unstimmigkeiten zur Last gelegt. Zuletzt vor allem mit Stürmer Jonathan Burkardt. Auch mit den Medienvertretern legte sich der Ex-Profi an.

Von den Fans wurde er beim 2:2 gegen den VfB Stuttgart am Samstag erst ausgepfiffen, dann mit einem Plakat gerügt ("Nada de gracias, Alberto"; sinngemäß: "Danke für nichts, Alberto").

Riera: "Ich habe alles gegeben"

"Ich hatte das Gefühl, dass ich den Verein und die Leistungen der Spieler schütze, und ich würde es wieder tun, weil ich dachte, dass genau darauf unser Fokus liegen musste, um zu gewinnen", schrieb Riera. "Ich habe mir persönlich dabei keine Gedanken gemacht. Mein Ziel war, ist und wird immer dasselbe sein: die Spieler zu verbessern und den Verein zum Sieg zu führen."

Eintracht Frankfurt beendete die Saison auf Rang acht und verpasste das internationale Geschäft. "Ich akzeptiere, wie der Beruf nun einmal ist", schrieb Riera: "Ich gehe mit dem Gefühl, dass ich alles gegeben habe, in einem fremden Land, in dem ich zuvor keine Erfahrung hatte, ohne Familie und mit vielen Nächten auf dem Trainingsplatz, in denen ich nachgedacht und versucht habe, Lösungen zu finden, wie wir gewinnen können."

Die SGE hat unter Riera nie in die Erfolgsspur gefunden
Die SGE hat unter Riera nie in die Erfolgsspur gefundenFlashscore

Rieras kurzes Kapitel in Frankfurt

Erst Anfang Februar hatte der Spanier die Nachfolge von Dino Toppmöller angetreten. Was folgte, war ein 104-tägiger Frankfurter Fiebertraum voller sportlich schwankender Leistungen, skurriler Pressekonferenzen und interner Unstimmigkeiten. Am Sonntagabend beendete die Vereinsführung um Sportvorstand Markus Krösche "nach einer offenen und ehrlichen Analyse der sportlichen Entwicklung" schließlich das große Missverständnis.

Dabei gingen die Probleme mit Riera weit über das Sportliche hinaus. Als Tabellenachter der Fußball-Bundesliga verpasste die Eintracht erstmals seit sechs Jahren das internationale Geschäft, Riera sorgte aber vor allem abseits des Platzes für Aufsehen. Im Umgang mit Medien und der Mannschaft wirkte der Spanier unberechenbar.

Das gescheiterte Experiment wirft dabei auch kein gutes Licht auf Krösche. Der Sportvorstand, schrieb die hessenschau in einem Kommentar, sei auf einen "Blender" hereingefallen. Die Verpflichtung des Spaniers ist zweifelsfrei der größte Fehler in der bislang fünfjährigen Amtszeit von Krösche, der bisher eher mit klugen Transfer- und auch Trainerentscheidungen inklusive Millioneneinnahmen aufgefallen war.

Doch nun geht es für die Eintracht und Krösche an die Aufräumarbeiten. Nachfolger für Riera werden schon gehandelt. Laut Bild sollen der Ex-Dortmund-Coach Mike Tullberg (40), Al-Ahli-Trainer Matthias Jaissle (38) und der frühere Eintracht-Coach Adi Hütter (56) die heißesten Kandidaten auf den Posten bei den Hessen sein. Klar ist: Der nächste Schuss von Krösche muss sitzen.