Bis heute stand Guardiola bei 592 Pflichtspielen der Skyblues an der Seitenlinie – und feierte astronomische 416 Siege. Dem stehen 87 Unentschieden und gerade einmal 89 Niederlagen gegenüber. Das ergibt eine fabelhafte Siegquote von 70,3 % über ein komplettes Jahrzehnt. In dieser Ära erzielte City atemberaubende 1.422 Tore und kassierte lediglich 520.
Allein in der Premier League – der wohl härtesten Liga der Welt – holte sein Team 269 Siege aus 379 Partien (58 Remis, 52 Niederlagen). Die 903 erzielten Tore kratzen über die vollen zehn Jahre hinweg an der Marke von drei Treffern pro Spiel. Seine Erfolgsquote in der Liga (71 %) wird ligaübergreifend nur noch vom Carabao Cup (74,4 % / 29 Siege in 39 Spielen) und dem FA Cup (85,2 % / 46 Siege in 54 Spielen) getoppt.
Nur Sir Alex war erfolgreicher – fast
In der Historie der Premier League hat einzig Sir Alex Ferguson mit 13 Meisterschaften mehr Titel geholt als Guardiola (6). Doch Pep hat dem Schotten etwas voraus: Die vier Meistertitel in Serie zwischen 2020/21 und 2023/24 gelangen selbst Sir Alex nie. Ferguson ist mit insgesamt 26 Trophäen allerdings auch der einzige Coach, der Guardiolas Ausbeute von 16 City-Titeln übertrifft.
Neben den sechs Meisterschaften führte Guardiola den Klub zu fünf Erfolgen im Carabao Cup (womit er Sir Alex, José Mourinho und Brian Clough hinter sich lässt), drei FA-Cup-Siegen sowie je einem Triumph in der Champions League und bei der Klub-Weltmeisterschaft. Bemerkenswert: Die Spielzeiten 2024/25 und 2025/26 waren seit Peps Profi-Debüt beim FC Barcelona (2008/09) die einzigen Jahre überhaupt, in denen er eine Saison ohne Meistertitel beendete.
Dominanz im europäischen Vergleich
Dennoch thront Guardiola seit 2008/09 mit 12 Meistertiteln in den europäischen Top-5-Ligen einsam an der Spitze. Die nächsten Verfolger, Antonio Conte und Massimiliano Allegri, folgen mit großem Abstand (je 6 Titel). Isoliert nach Ligasiegen hat Pep seit 2008 mit 467 Erfolgen über 100 Siege mehr auf dem Konto als jeder andere Trainer in Europas Elite-Ligen.
In seinen zehn Jahren bei City landete er nie schlechter als auf Platz drei (zweimal), wurde zweimal Vizemeister und holte sechsmal die Krone. Diese Konstanz zieht sich durch seine gesamte Karriere: Seit 2008 landete er mit keinem Team je außerhalb der Top 3. Nach drei Titeln und einer Vizemeisterschaft mit Barça folgten drei Bundesliga-Titel mit Bayern München, ehe er im blauen Teil Manchesters eine echte Dynastie gründete.
Die magische 100-Punkte-Marke
Mit 2,28 Punkten pro Spiel hält Guardiola den Bestwert aller Premier-League-Trainer mit mehr als 20 Partien. Zudem ist sein City-Team das einzige der Ligageschichte, das jemals die magische Marke von 100 Punkten in einer Saison knackte (2017/18). Nur ein Jahr später lieferte City mit 98 Punkten ein fast identisches Meisterstück ab. 64 Siege aus 76 Ligaspielen in diesen zwei Jahren bedeuten eine astronomische Siegquote von 84 %.
Historisch gesehen haben überhaupt nur drei Trainer mehr Premier-League-Siege eingefahren als Guardiola (269): David Moyes (290 in 753 Spielen), Arsène Wenger (476 in 828 Spielen) und Sir Alex Ferguson (528 in 810 Spielen) – allerdings benötigten alle dafür ein Vielfaches an Partien (Pep brauchte nur 379 Spiele).
Mit 106 Toren im Jahr 2017/18 hält City zudem den Allzeit-Torrekord einer Premier-League-Saison und belegt gleichzeitig die ersten drei Plätze für die beste Tordifferenz einer Spielzeit (+72 in 18/19, +73 in 21/22 und +79 in 17/18).
Rekordserien am Fließband
In der Saison 2017/18 stellte City mit 18 Siegen in Folge einen neuen Meilenstein auf. Überhaupt gab es in der Ligahistorie nur viermal eine Serie von mehr als 15 Siegen am Stück – dreimal davon hieß der Trainer Guardiola (das vierte Mal gelang Jürgen Klopp mit Liverpool). Zwischen Dezember 2020 und Mai 2021 feierten die Cityzens zudem 12 Auswärtsstiege in Serie – ein bis heute unerreichter Rekord.
Bei Kantersiegen mit fünf oder mehr Toren Vorsprung zog Pep mit dem Rekord von Sir Alex (29) gleich, wobei City als einziges Team der Geschichte sieben solcher Demontagen in einer einzigen Saison schaffte (2019/20). Auf der Gegenseite verlor Peps Starensemble in allen Wettbewerben überhaupt nur viermal mit mehr als drei Toren Unterschied: im Oktober 2016 (0:4 gegen Barcelona), Januar 2017 (0:4 gegen Everton), November 2024 (0:4 gegen Tottenham) und im Februar 2025 (1:5 gegen Arsenal).
Kantersiege und Lieblingsgegner
Der höchste Sieg unter seiner Regie war ein fulminantes 10:1 gegen Exeter im FA Cup. Ein weiterer Rekord: Beim 8:0 gegen Watford in der Premier League führte City bereits nach 18 Minuten mit 5:0. Zudem gab es ein 8:0 gegen Salford City (FA Cup) und ein 9:0 gegen Burton Albion (Carabao Cup).
Von den insgesamt 126 Mannschaften, gegen die Guardiola in England antrat, blieben lediglich sieben ungeschlagen: Celtic Glasgow, Olympique Lyon, Al-Hilal, Middlesbrough, Bodø/Glimt, Bayer Leverkusen und Wigan Athletic.
Gegen Burnley hingegen verbuchte er 19 Siege aus 20 Spielen, während der FC Fulham unter Pep alle 15 Duelle verlor. Nur Fabian Hürzeler (2 Siege, 2 Remis), Ronald Koeman (1 Sieg, 2 Remis), Bruno Génésio (1 Sieg, 1 Remis) und Álvaro Arbeloa (2 Siege) traten mehr als einmal gegen ihn an, ohne zu verlieren. Insgesamt traf Guardiola bei City auf 159 verschiedene Trainerkollegen – 142 von ihnen besiegte er mindestens einmal.
Er kam, sah und siegte
Sean Dyche, Marco Silva, David Moyes, Scott Parker und Dean Smith schafften in zusammen 60 Anläufen keinen einzigen Sieg gegen den Katalanen.
Auch wenn die verpasste Meisterschaft in seiner Abschiedssaison ein kleiner Wermutstropfen bleibt, verabschiedet sich Guardiola mit einem historischen Trostpflaster: In der Saison 2025/26 war City das erste Team überhaupt, das in einer Spielzeit jedes einzelne Spiel im FA Cup und im Ligapokal gewinnen konnte.
Das größte Vermächtnis, das Pep Guardiola in Manchester hinterlässt, ist jedoch die fußballerische Zeitenwende. Es gibt ein City vor ihm und ein City nach ihm. Er kam, sah und siegte.

