Die Saga der Freiburger verlangt jedem neutralen Fan mit Liebe zum Sport jedenfalls eine Menge Sympathie ab. Elf Jahre nach dem letzten Bundesliga-Abstieg überflügeln die Breisgauer auf eine Art selbst den famosen Lauf von Eintracht Frankfurt 2022. Noch unwahrscheinlicher, noch "kleiner", noch verrückter ist es, dass die Mannschaft von Julian Schuster am 20. Mai in Istanbul nach einem europäischen Titel greift.
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Sicher ist der Verein aus dem Breisgau inzwischen alles andere als arm, was vor allem an der konstant guten Arbeit liegt, zig Millionen an Ablösesummen zahlt der Klub dennoch nicht. Das Rezept für den Erfolg liegt woanders, scheint offensichtlich - und ist doch irgendwie einzigartig. Konstanz, Bescheidenheit, Ruhe und eine klare Philosophie, die auch prominenten Namen wie Bayern-Trainer Vincent Kompany viel Respekt abverlangt.
Herzblut wichtiger als Geld
Ein Verein, der in den letzten 35 Jahren von gerade einmal fünf (!) verschiedenen Cheftrainern betreut wurde. Der auf Spieler wie Christian Günter, Nicolas Höfler und Lukas Kübler vertraut, die seit über zehn Jahren alles mitmachen und voll hinter dem Klub stehen. Der ausschließlich Spieler holt, die er entwickeln kann und die zur Philosophie passen. Dass ausgerechnet Kübler mit seinem Doppelpack den Weg ins Endspiel von Istanbul ebnete? Symbolisch.
Wie auch die Aussagen von Erfolgstrainer Schuster. Einst selbst Kapitän und zehn Jahre lang als Spieler in Freiburg aktiv, füllt er seit 2024 die riesigen Fußstapfen von Legende Christian Streich mit Bravour aus. Dass er nach dem Finaleinzug immer wieder betonte, wie wichtig ihm der Erfolg für Umfeld, Stadt und Fans des Vereins sei, spricht Bände. Und dass er danach gleich wieder an das kommende Spiel gegen des HSV dachte, auch.
Mit viel Herzblut hat Freiburg bewiesen, dass im Fußball auch ein Weg zum Erfolg führen kann, der nicht mit Geld gepflastert ist - und dass dieser über Werte führen kann, die kein Geld der Welt kaufen kann.
