Europa League Top XI: Kerem-Show zu wenig – Lille-Routiniers bändigen das "Marakana"

Benjamin André (r.) vom OSC Lille führt das Team der Woche in der Europa League an.
Benjamin André (r.) vom OSC Lille führt das Team der Woche in der Europa League an.Flashscore // REUTERS/Marko Djurica

Aufholjagden, Verlängerungen, Jubel und Frust: Die Playoff-Rückspiele in der Europa League hatten am Donnerstagabend die volle Palette zu bieten. Während Fenerbahce trotz eines Doppelpacks von Kerem Aktürkoglu die Koffer packen musste, konnte Lille die Festung in Belgrad einnehmen. Flashscore hat für dich die beste Elf der Rückspiele zusammengestellt.

Top XI Europa League - Playoff-Rückspiele

Die Top XI der Playoff-Rückspiele in der Europa League
Die Top XI der Playoff-Rückspiele in der Europa LeagueEnetpulse/Flashscore

Torhüter

Viljami Sinisalo (Celtic FC) - 8,1

In der Liga ist der Finne hinter Routinier Kasper Schmeichel klar die Nummer zwei, doch am Donnerstag zeigte der Nationalspieler seine Klasse. Sechs Paraden führten Celtic zu einem unerwarteten Auswärtssieg in Stuttgart. Auch wenn das 1:4 aus dem Hinspiel am Ende nicht zu drehen war, könnte es für den 24-Jährigen aus der Jugend von Aston Villa ein wichtiger Abend gewesen sein.

Abwehr

Joao Mario (FC Bologna) - 8,5

Viel war nicht los in der Partie des FC Bologna gegen Brann Bergen, doch Außenverteidiger Joao Mario setzte den Glanzpunkt: In der 56. Minute sorgte der Portugiese für den Siegtreffer, brachte dazu 81 % seiner Pässe an den Mann und gewann zehn seiner zwölf Zweikämpfe. Ein rundherum gelungener Abend.

Vaclav Jemelka (Viktoria Pilsen) - 8,1

Lange Zeit neutralisierten sich die Unentschieden-Könige aus Pilsen und Athen, vor allem die Offensiven kamen nicht zur Geltung. Auf Seiten der Tschechen überzeugte Vaclav Jemelka mit Dominanz in der Luft und gewann 67 % seiner Duelle.

Sverrir Ingason (Panathinaikos Athen) - 8,1

Auf der anderen Spielfeldseite ließ sein isländischer Gegenüber noch weniger anbrennen und entschied sogar alle Kopfballduelle für sich. Wie so häufig in solchen Spielen musste das Elfmeterschießen entscheiden, in dem die Griechen das bessere Ende für sich hatten.

Sverrir Ingason ist eine wichtige defensive Stütze bei Panathinaikos.
Sverrir Ingason ist eine wichtige defensive Stütze bei Panathinaikos.REUTERS/David W Cerny

Marcelo Saracchi (Celtic FC) - 7,9

Bei seiner Rückkehr nach Deutschland bewies Marcelo Saracchi, dass sein Talent bei RB Leipzig nicht voll ausgeschöpft wurde. Der uruguayische Nationalspieler beherrschte seine linke Abwehrseite und sorgte dafür, dass Geburtstagskind Jamie Leweking auf Seiten der Stuttgarter bereits zur Halbzeit ausgewechselt wurde.

Mittelfeld

Callum Hudson-Odoi (Nottingham Forest) - 7,9

Als Folge einer unterirdischen ersten Halbzeit wechselte der neue Nottingham-Trainer Vitor Pereira bereits zum Seitenwechsel seinen Mittelfeldspieler Callum Hudson-Odoi ein. Der dankte es ihm mit dem Treffer zum 1:2, der die Aufholjagd von Fenerbahce jäh beendete und ein verkorkstes Spiel für die "Tricky Trees" zu einem versönlichen Ende führte.

Benjamin André (OSC Lille) - 9,0

Häufig unscheinbar, heute entscheidend: Benjamin André ist einer der "unsung heroes" im französischen Fußball. Mit fast 500 Pflichtspielen ausschließlich in der Ligue 1 ist der 35-jährige Mittelfeldmann die Zuverlässigkeit in Person. Beim hart erkämpften 2:0-Sieg nach Verlängerung im "Marakana" bei Crvena Zvezda bereitete André das zwischenzeitliche 1:0 vor und war defensiv in elf klärenden Aktionen beteiligt.

Luke McCowan (Celtic FC) - 8,3

Er weckte die Träume der mitgereisten Celtic-Anhänger nach nur 28 Sekunden: Luke McCowans Blitztreffer in Stuttgart sorgte dafür, dass die Schotten von der großen Sensation träumen durften. Statt des Weiterkommens gab es am Ende immerhin den ersten Sieg in einem Europapokal-Spiel in Deutschland jemals.

Angriff

Kerem Aktürkoglu (Fenerbahce SK) - 8,6

Nach dem 0:3 im Hinspiel schien auch für Fenerbahce bereits alles verloren, doch Kerem Aktürkoglu sorgte für Spannung – und tiefe Sorgenfalten bei Nottingham-Besitzer Marinakis. Einmal durfte der Rückkehrer aus Portugal aus dem Spiel jubeln, später behielt er vom Punkt die Nerven. Zum Weiterkommen reichte es für die Istanbuler trotzdem nicht. 

Olivier Giroud (OSC Lille) - 8,3

Über die 35 Jahre von Teamkollege André kann Olivier Giroud natürlich nur müde schmunzeln: Der 39-Jährige brachte sein Team in Belgrad bereits in der 4. Minute mit dem 1:0 auf den richtigen Weg, zudem blieb er tatsächlich über 120 Minuten auf dem Feld und zeigte seine bemerkenswerte Fitness. Einziges Zeichen der Ermüdung: Ein kurzes Mundwinkel-Verziehen nach dem entscheidenden 2:0 durch Nathan Ngoy in der Verlängerung. Hut ab!

Dele (Ferencvaros Budapest) - 8,1

Auch wenn er sich nicht selbst in die Torschützenliste eintragen konnte, war Dele der Mann des Abends in Budapest. Der Nigerianer machte zahllose Bälle in der gegnerischen Hälfte fest und leitete das entscheidende 2:0 durch Kristoffer Zachariassen ein. Wenig verwunderlich, hat er doch mit seinem Trainer Robbie Keane ein großes Vorbild.