Für Rapid geht es am Mittwochabend um den nächsten wichtigen Schritt im Europacup. Nach dem 2:2 im Hinspiel bei Heart of Midlothian fällt ab 18:45 Uhr in Hütteldorf die Entscheidung. ORF 1 überträgt die Partie live.
Die Mannschaft von Johannes Hoff Thorup konnte in Edinburgh zwar erstmals nach saisonübergreifend neun Siegen in Folge keinen vollen Erfolg feiern, verschaffte sich mit dem Remis aber eine ordentliche Ausgangsposition. Ein Sieg vor eigenem Publikum reicht Matthias Seidl und Co. zum Aufstieg.
Dabei entwickelt sich das 2:2 langsam zum grün-weißen Standardergebnis gegen schottische Gegner. Bereits die beiden Duelle mit Dundee United in der Conference-League-Qualifikation der vergangenen Saison endeten nach 90 Minuten mit diesem Resultat. Im Rückspiel in Dundee musste damals sogar das Elfmeterschießen entscheiden – das erste in Rapids Europacupgeschichte.
Gute Erinnerungen an schottische Gäste
Ein derartiges Nervenspiel würde Rapid diesmal wohl gerne vermeiden. Auch mit Blick auf den Bundesliga-Schlager gegen Sturm Graz am Sonntag wäre eine Entscheidung innerhalb der regulären Spielzeit willkommen. Mut macht die Heimbilanz gegen schottische Vereine. Von sieben Europacup-Partien auf eigenem Boden gewann Rapid vier und verlor nur eine. Diese Niederlage liegt bereits mehr als sechs Jahrzehnte zurück. Im Dezember 1964 setzte es im Praterstadion ein 0:2 gegen die Glasgow Rangers.
An das bisher letzte Heimspiel gegen einen schottischen Klub, bei dem es unmittelbar um den Aufstieg ging, haben die Hütteldorfer hingegen beste Erinnerungen. Im Dezember 2018 schoss Dejan Ljubicic Rapid mit seinem Treffer zum 1:0 gegen die Rangers ins Sechzehntelfinale der Europa League.
Insgesamt könnte die Europacup-Bilanz gegen Mannschaften aus Schottland kaum ausgeglichener sein. Nach 15 Begegnungen stehen jeweils fünf Siege, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen zu Buche. Das Rückspiel gegen die Hearts ist somit bereits das 16. Europacup-Duell mit einem schottischen Verein. Nur gegen Klubs aus Italien, der Türkei, Spanien und Belgien spielte Rapid international häufiger.
Mehr als 22.000 Tickets verkauft
Die Voraussetzungen für einen stimmungsvollen Europacup-Abend sind gegeben. Bis Dienstagnachmittag waren bereits mehr als 22.000 Tickets verkauft, zudem werden über 1.000 Anhänger der Hearts in Wien erwartet. Ganz neu ist das Duell mit dem Klub aus Edinburgh historisch übrigens nicht. Zwar trafen Rapid und die Hearts im Hinspiel erstmals im Europacup aufeinander, das erste Aufeinandertreffen liegt aber bereits 92 Jahre zurück.

Am 15. August 1934 gastierten die Wiener im Rahmen einer Großbritannien-Reise im Tynecastle Park und kassierten trotz prominenter Besetzung eine 1:5-Niederlage. Unter anderem standen Josef Smistik und der legendäre Torjäger Josef „Pepi“ Bican auf dem Platz. Ein schlechtes Omen war die deutliche Pleite damals aber nicht. Rapid blieb anschließend während der gesamten Meisterschaftssaison 1934/35 ungeschlagen. Am Mittwoch soll die historische Randnotiz nun um ein wesentlich erfreulicheres Kapitel gegen die Hearts erweitert werden.
