Austria Wien greift nach dem Einzug in die Ligaphase der UEFA Conference League. Nach dem dramatischen Weiterkommen im Elfmeterschießen gegen Beitar Jerusalem wartet im Playoff allerdings ein Gegner von deutlich größerem Kaliber. Am Donnerstag um 21 Uhr gastieren die Veilchen zunächst beim SC Braga.
Die Generalprobe ist geglückt. Nur drei Tage nach dem emotionalen Europacup-Abend holte die Austria mit einem 2:0 in Hartberg ihre ersten drei Punkte in der Bundesliga. „Es war eine Herausforderung, drei Tage nach dem emotionalen Aufstieg im Elferschießen gegen Beitar eine gute Spannung auf den Platz zu bekommen. Das Wichtigste war, dass wir in der Liga angeschrieben haben“, erklärte Trainer Stephan Helm.
Nun dürfen die Wiener von der Conference-League-Ligaphase träumen. Schon das Erreichen des Playoffs sei „ein Erfolg, mit dem man nicht unbedingt rechnen durfte“, betonte Helm. Entsprechend befreit kann seine Mannschaft in Portugal auftreten.
Guardiola-Schüler wartet auf die Austria
Die Favoritenrolle gehört klar den Gastgebern. Braga zählt seit Jahren zur erweiterten Spitze des portugiesischen Fußballs. In der vergangenen Saison landete der Klub hinter Porto, Sporting und Benfica auf Platz vier und erreichte international sogar das Halbfinale der Europa League.
Auch ein Blick auf den Kader verdeutlicht die Dimension der Aufgabe. Dessen Marktwert wird auf mehr als 150 Millionen Euro geschätzt. An der Seitenlinie steht seit gut einem Jahr Carlos Vicens. Der 43-jährige Spanier arbeitete zuvor vier Jahre als Co-Trainer von Pep Guardiola bei Manchester City.
Diese Vergangenheit ist laut Helm auch in Bragas Spielweise erkennbar. Der Austria-Coach erwartet einen Gegner mit hoher Ballsicherheit, viel spielerischer Qualität und einem ausgeprägten Kombinationsspiel. „Es ist kein Geheimnis, dass Braga der klare Favorit ist“, sagte Helm. Verstecken will sich die Austria dennoch nicht: „Wichtig wird sein, dass wir mutig auftreten, uns gut präsentieren und aus der Außenseiterrolle das Bestmögliche herausholen.“
Braga bislang ohne Gegentor im Europacup
Die Portugiesen mussten wie die Austria bereits in der zweiten Qualifikationsrunde einsteigen. Zeleznicar Pancevo wurde mit zwei Siegen und einem Gesamtscore von 5:0 ausgeschaltet. Gegen Dinamo Minsk hatte Braga deutlich mehr Mühe, blieb beim 1:0 zuhause und 0:0 auswärts aber ebenfalls ohne Gegentreffer.
In der Meisterschaft verlief der Auftakt weniger souverän. Bei Moreirense kam Braga nicht über ein 2:2 hinaus. Das folgende Ligaspiel gegen Gil Vicente wurde kurzfristig verschoben, nachdem ein Magen-Darm-Virus Teile der Mannschaft außer Gefecht gesetzt hatte.
Auch die Austria muss zwischen den beiden Playoff-Partien nicht in der Bundesliga antreten. Das Duell mit der WSG Tirol wurde auf den 2. September verschoben. Für die Veilchen bietet sich somit die Gelegenheit, ohne Rücksicht auf die Liga an ihre Grenzen zu gehen. Die Ausgangslage ist eindeutig, der Druck liegt beim portugiesischen Favoriten. Übersteht die Austria auch diese Hürde, wäre nach dem Weiterkommen gegen Beitar der nächste große Europacup-Coup perfekt.
