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Ambitioniert und bestens geführt: Tresoldi und Club Brügge fordern Inter Mailand

Nicolò Tresoldi nach seinem jüngsten Ligator für Brügge gegen La Louviere
Nicolò Tresoldi nach seinem jüngsten Ligator für Brügge gegen La LouviereJOHN THYS / BELGA VIA AFP

Der belgische Topklub Club Brügge, sportliche Heimat von Keeper-Routinier Yann Sommer und U21-Nationalspieler Nicolo Tresoldi, steht für ein vorbildlich nachhaltiges Vereinsprojekt. Gegen Inter Mailand in der Königsklasse wollen die Belgier nun beweisen, dass sie auch auf höchstem europäischen Niveau dauerhaft konkurrenzfähig sind.

Brügge besticht nicht nur durch seine romantischen Kanäle und gotische Baukunst, die die Stadt zu einem der beliebtesten Reiseziele Europas machen. Auch sportlich erlebt die flämische Metropole dank Club Brügge einen spürbaren Aufschwung. Der Verein hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einer der modernsten Adressen im europäischen Fußball entwickelt.

Parallel zum wachsenden internationalen Tourismus stieg auch das globale Profil des Klubs. Zu 80 Prozent befindet sich Brügge im Besitz des belgischen Geschäftsmanns Bart Verhaeghe – eine seltene Ausnahme in Zeiten, in denen immer mehr europäische Top-Vereine von nordamerikanischen Investmentgesellschaften übernommen werden.

Erfolgsrezept Scouting und Nachwuchsarbeit

Vor dem Duell im San Siro nimmt die Mannschaft von Trainer Ivan Leko bereits zum zweiten Mal in Folge an der Champions League teil. Dabei hat sich das Team längst den Ruf eines gefährlichen Außenseiters erarbeitet. In der heimischen Jupiler League ist Brügge – abgesehen von Mitstreitern wie Union Saint-Gilloise – der Konkurrenz meist deutlich überlegen. Sieben Meistertitel in den letzten zehn Jahren sprechen eine deutliche Sprache. Nach dem Erreichen der K.-o.-Play-offs in der Vorsaison soll es auch in dieser Spielzeit auf der europäischen Bühne möglichst weit gehen.

Brügges Platzierung in der Tabelle der Jupiler League
Brügges Platzierung in der Tabelle der Jupiler LeagueFlashscore

Das Fundament dieses Erfolgs bildet ein herausragendes europäisches Scouting-Netzwerk. Brügge hat sich darauf spezialisiert, Toptalente im Alter von etwa 16 Jahren kurz vor ihrem Durchbruch im Profifußball zu identifizieren.

Die Transferbilanz der jüngsten Zeit ist beeindruckend, ein Beispiel dafür ist Ex-Düsseldorf-Profi Chrīstos Tzolīs: Im Sommer 2024 für sechs Millionen Euro von PAOK Saloniki geholt, wechselte der griechische Flügelstürmer kürzlich für rund 40 Millionen Euro zu Arsenal.

Weiteres Geld regnete es für Ardon Jashari: Ebenfalls 2024 für sechs Millionen Euro aus Luzern verpflichtet, stieg er zum Spieler der Saison 2024/25 auf und wechselte nach zähen Verhandlungen für bis zu 35 Millionen Euro zum AC Mailand. Auch Antonio Nusa von RB Leipzig kam mit 16 Jahren für gut eine Million Euro nach Brügge, später kassierte man 22 Millionen Euro aus Sachsen.

In der Liga rangiert das Leko-Team aktuell auf Platz zwei, nur einen Zähler hinter Überraschungs-Spitzenreiter Genk. Nach der ersten Heimniederlage in der Königsklasse gegen Aston Villa brennen die Belgier nun darauf, international zurückzuschlagen.

Balance zwischen Jugend und Erfahrung

Ein wichtiger Baustein für die Partie in Mailand ist Nicolo Tresoldi. Obwohl der begehrte Angreifer das Interesse mehrerer Großklubs aus der Premier League und der Serie A geweckt hatte, entschied er sich für einen Verbleib bei Brügge. Damit unterstrich der Klub eindrucksvoll, dass er nicht nur Ausbildungsverein sein, sondern auch sportlich Höchstleistungen erbringen will.

Für den deutschen U-Nationalspieler, der sich bezüglich seiner A-Nationalmannschaftszukunft noch bedeckt hält, ist die Partie im San Siro eine besondere Reise. Er trifft dort nicht nur auf seinen engen Freund Aleksandar Stankovic, sondern erfüllt sich auch den Traum, in der legendären Arena aufzulaufen – der Spielstätte seines Kindheitsvereins AC Mailand.

Auf der Torwartposition setzt Brügge hingegen auf geballte Routine: Mit Yann Sommer verpflichtete der Klub entgegen seiner sonstigen Strategie einen gestandenen Weltklasse-Keeper.

Infrastruktur auf Top-Niveau

Mit einer durchdachten Mischung aus ambitionierten Toptalenten und erfahrenen Führungsspielern will Club Brügge nun auch dem großen Favoriten aus Italien Paroli bieten.

Dass der Verein auf allen Ebenen wächst, zeigt sich nicht zuletzt an der Infrastruktur: Das 2019 eröffnete Trainingszentrum Alheembouw Basecamp gilt als das modernste des Landes und braucht den Vergleich mit den Akademien von Ajax Amsterdam oder PSV Eindhoven keineswegs zu scheuen.

Die nächsten Spiele von Club Brügge
Die nächsten Spiele von Club BrüggeFlashscore

Nun fehlt den Belgiern nur noch ein letzter Schritt: Der endgültige Durchbruch in der europäischen Eliteklasse.

Zum Match-Center: Inter Mailand vs. Club Brügge

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