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Tresoldis Torejagd: Erst der Rekord, dann das EM-Ticket – aber für wen?

Nicolò Tresoldi bietet sich weiter für die A-Nationalmannschaften an.
Nicolò Tresoldi bietet sich weiter für die A-Nationalmannschaften an.Aquilina/NurPhoto / Shutterstock Editorial / Profimedia

Nicolò Tresoldi hält nicht viel von Hast. Während in seiner Generation "jeder so schnell wie möglich nach oben" wolle, gehe er die Dinge lieber "Schritt für Schritt" an. Am Dienstagabend könnte der Torjäger jedoch gleich zwei Schritte auf einmal machen.

Einer davon führt mit der deutschen U21 zur EM. Deutschlands Ausgangslage in der Qualifikations-Gruppe F macht Rechenspiele für das Ticket obsolet: Ein Sieg gegen Georgien (18.00 Uhr/ProSieben MAXX) in Bielefeld, und die Mannschaft von Trainer Antonio Di Salvo ist als Gruppensieger 2027 sicher in Albanien und Serbien dabei. "Jetzt haben wir nur noch ein Spiel, das wir gewinnen müssen", sagte Tresoldi, der in Abwesenheit von Bayern-Profi Tom Bischof jüngst zum Kapitän avancierte, bei ran.

Tresoldis zweiter Schritt ist individuellerer Natur: Aktuell steht der Stürmer des FC Brügge bei 16 Toren in 26 U21-Länderspielen. Heiko Herrlich (17) ist nur noch einen Treffer entfernt, Pierre Littbarskis Bestmarke (18) zwei. "Das ist mein Ziel, das ist auch ein Grund, warum ich hier bin", sagte der 22-Jährige unverhohlen: "Jetzt fehlen mir noch zwei Tore, hoffentlich kann ich schon am Dienstag die zwei Tore schießen."

Der Gejagte würde den Rekord bereitwillig weiterreichen. "Der Junge hat sich das richtig verdient, und jetzt muss er sich auch die Krone holen. Anders geht's nicht", sagte Littbarski dem SID. Tresoldi sei "ein echter Torjäger, ein Komplettpaket". Seine lapidare Aufforderung: "Mach' die Dinger rein, Junge!"

Verzichten muss die DFB-Auswahl auf der Bielefelder Alm auf Noahkai Banks. Der Augsburger Innenverteidiger fällt gegen Georgien wegen einer Außenbandverletzung im rechten Knie aus, Tim Drexler von Red Bull Salzburg wurde nachnominiert. Offensiv kann Di Salvo dagegen aus dem Vollen schöpfen: Stuttgarts Dzenan Pejcinovic gehört zum Stammpersonal wie auch Paris Brunner (AS Monaco), der sein sportliches Hoch aus der Ligue 1 beim DFB bestätigt - der Mann der Stunde ist allerdings Tresoldi.

Klopp und Mancini buhlen um Tresoldi

An Selbstvertrauen für die Rekordjagd dürfte es ihm kaum mangeln. Beim 4:1 auf Malta brillierte er als Speerspitze der Hochbegabten-Offensive und trat per Abstauber, Kopfball und wuchtigem Freistoß als dreifacher Torschütze in Erscheinung. Den Spielball nahm Tresoldi anschließend mit nach Hause.

Beim DFB hofft man derweil auf einen langfristigen Verbleib des Deutsch-Italieners. Denn während Tresoldi im deutschen U21-Trikot munter trifft, ist offen, welches er später überstreift. Tresoldi wurde auf Sardinien geboren, besitzt beide Staatsbürgerschaften und wird von beiden Verbänden umworben. Bundestrainer Jürgen Klopp und Italiens Nationalcoach Roberto Mancini haben bereits persönlich vorgefühlt.

Deutschland oder Italien also? Entscheiden will sich Tresoldi erst nach der EM. Die Wahl der Nationalelf ist für ihn einstweilen ein späterer Schritt. Gegen Georgien sollen es erst einmal zwei andere sein.

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