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"Ich bin Gelsenkirchen": Neuers wohl letzter Auftritt auf Schalke

Manuel Neuer
Manuel NeuerREUTERS/Angelika Warmuth

Seine Schalker Wurzeln kann Manuel Neuer auch nach 15 Jahren FC Bayern nicht verleugnen. "Ich bin der größte Fan", sagte der in Gelsenkirchen-Buer geborene Kapitän des deutschen Fußball-Rekordmeisters vor seinem "besonderen" Gastspiel in der alten Heimat, schränkte aber schmunzelnd ein: "Wenn sie gegen Dortmund spielen."

Denn am Samstag (18.30 Uhr/Sky), wenn der 40-Jährige mit den Bayern das wohl letzte Mal in der Veltins-Arena vorspielt, möchte er selbstredend "zu null spielen und gewinnen", wie er bei DAZN sagte. Schließlich sind Neuers Tage als Schalke-"Ultra" längst Geschichte – und sein sportlicher Ehrgeiz ist ungebrochen riesig.

Zum Match-Center: FC Schalke 04 vs. Bayern München

Deshalb will Neuer auch nichts wissen von einer "Abschiedstournee" inklusive Jobsharing-Modell mit seinem designierten Erben Jonas Urbig. Der durfte am Mittwoch zwar im Pokal in Osnabrück (4:1) ran. Neuer, vor wenigen Tagen zum zweiten Mal Vater geworden, bleibt aber die klare Nummer 1.

"Es ist wunderschön, in dieser Mannschaft zu spielen", sagte er nach dem Traumstart in die Saison mit Siegen in Dortmund (2:1) und gegen Stuttgart (5:1), "der Hunger ist nach wie vor riesengroß und es macht Spaß. Deshalb ist es immer eine extra Motivation, für den Verein und die Fans zu spielen."

Schalke "gehört in die erste Liga"

Erst recht auf Schalke, wo er mit fünf Jahren im Nachwuchs begonnen hatte und als junger Keeper einen Stil entwickelte, der das Torwartspiel revolutionieren sollte. "Manu, der Libero", der "Sweeper-Keeper", war nicht der erste seiner Art, aber der erste, der diesen Ansatz systematisch als taktisches Mittel zeigte.

In München wollten sie den "Blauen" anfangs trotzdem nicht haben – Stichwort: "Koan Neuer". Vergeben, vergessen. Am Samstag trägt er das Bayern-Trikot zum 601. Mal, 20 Jahre nach seinem ersten Heimspiel als Schalke-Torwart am 25. August 2006 gegen Bremen (2:0).

"Es ist ein Traum für mich, gerade im Hinblick darauf, dass es wahrscheinlich meine letzte Saison sein kann", sagte Neuer über das Duell, auf das auch er vier Jahre warten musste. "Für mich gehört der Verein einfach in die erste Liga."

Neuer, unterstrich Christoph Freund, habe "alles erlebt in seiner Fußballkarriere, hat 35 Titel gewonnen, ist nach Verletzungen zurückgekehrt, spielt immer noch auf unglaublichem Niveau, ist ein außergewöhnlicher Kapitän für uns, eine Legende für den deutschen Fußball".

Trotzdem sei dieses Spiel "ein besonderes" für ihn, meinte der Münchner Sportdirektor. "Er ist dort gereift, hat super Spiele gemacht. Es ist eine sehr schöne Geschichte, dass er nach Schalke zurückkehrt und das hautnah erleben kann."

Gegen Schalke ungeschlagen

Zumal Schalke auch ergebnismäßig zu Neuers Lieblingsgegnern zählt. Er hat noch nie verloren gegen die Knappen, 17 Siegen stehen drei Unentschieden gegenüber, 15-mal stand die Null. Nur drei Schalker – Naldo, Max Meyer und Benedikt Höwedes (2) – haben ihn je bezwungen.

Vincent Kompany warnte dennoch vor diesem "Riesentraditionsspiel". Die ewige Favoritenrolle berge die "Gefahr" des Nachlassens, sagte der Bayern-Trainer. Außerdem sehe er Schalke nicht als logischen Abstiegskandidaten. Königsblau könne bald "höhere Ziele" anvisieren.

So wie sie Neuer stets hatte. Dessen Verbundenheit mit seiner "Heimat" ist nach wie vor stark, über seine "Kids Foundation" engagiert er sich vor Ort seit Jahren sozial. "Ich bin da aufgewachsen, meine Familie kommt daher", sagte er, "ich bin Gelsenkirchen, ich bin Schalke, aber ich habe auch die bayerische Gemütlichkeit."

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