Eine späte Niederlage im Benito Villamarín und ein verschossener Elfmeter von Kylian Mbappé in der Nachspielzeit besiegelten am vierten Spieltag der LaLiga die erste Pleite für Real Madrid. Auf der anschließenden Pressekonferenz zog Cheftrainer José Mourinho dennoch ein positives Fazit über den Auftritt der "Königlichen".
"Die Mannschaft hat ein großartiges Spiel gemacht. Manchmal verliert man und weiß nicht warum oder wie man es erklären soll. Wir waren sehr dominant, die Innenverteidiger waren überragend und haben alles kontrolliert", resümierte der 63-Jährige.

Mourinho betonte, dass Real das Geschehen weitgehend bestimmt habe, während Betis vor allem auf Konter setzte: "Wenn das Spiel Unentschieden ausgegangen wäre, wären wir schon frustriert gewesen, weil wir mehr gemacht haben – stell dir also vor, wie es nach der Niederlage ist", so der Coach.
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Trotz zahlreicher Torschüsse und vier sensationeller Paraden des gegnerischen Torwarts blieb den Madrilenen der Sieg verwehrt: "Wir hätten den Sieg klar verdient gehabt, aber verdient zu haben bringt keine Punkte."
Positive Worte fand Mourinho für den jungen Carlos Espí, der nach seiner Einwechslung Akzente setzen konnte: "Das ist ein Junge, der 10 oder 15 Minuten reinkommt und ein fantastisches Tor macht – vielleicht Abseits, vielleicht nicht –, aber er ist ein wichtiger Spieler für uns", lobte Mourinho. Espí habe ein großes Potenzial, sei bescheiden, fleißig und willig zu lernen.
Auch seine taktischen Wechsel erklärte der Trainer detailliert. So nahm er Arda Güler vom Feld, um eine zweite Gelbe Karte zu vermeiden, und brachte Espí für Federico Valverde, um in den Schlussminuten "einen Zielspieler zu haben, der Kylian zwischen den Linien mehr Freiheiten gibt".
Spitze gegen Betis: "Schlauer als die Spieler von Real Madrid"
Für Aufsehen sorgten Mourinhos Aussagen über die Cleverness der Gastgeber. Mit Blick auf die Zweikampfführung und das Verhalten auf dem Platz meinte der Portugiese ironisch: "Die Spieler von Betis sind schlauer als die von Real Madrid, die ehrlich und naiv sind."
Mourinho kritisierte, dass die Betis-Akteure versuchten, den Schiedsrichter gezielt zu beeinflussen: "Der Spieler lag da vor meiner Bank wie tot. Ich dachte schon, der Krankenwagen kommt, aber am Ende kam keiner. Wenn du gegen Teams spielst, die so eine Kultur, so eine Mentalität haben, ist das ein Nachteil für dich."
Auch zur Leistung des Unparteiischen und seiner eigenen Gelben Karte nahm Mourinho Stellung: "Ich weiß nicht, warum ich Gelb bekommen habe, aber ich akzeptiere es". Grundsätzlich gefalle es ihm, wenn der Schiedsrichter viel laufen lasse, gestört habe ihn jedoch die ungleiche Kartenvergabe in der ersten Halbzeit: "Betis ist ohne Karten in die Pause gegangen und der arme Arda, der nur spielen will, musste mit Gelb runter."
Als Ausrede für das Ergebnis wollte Mourinho dies aber ausdrücklich nicht gelten lassen: "Nach einer Niederlage zu sagen, dass wir wegen einer Gelben Karte gewinnen oder verlieren, das mache ich nicht."
