Mit Geschlossenheit will der 53-Jährige seine knifflige Rettungsmission bewältigen. Doch durch das 1:2 (1:1) beim 1. FC Köln verschärfte sich die Gladbacher Krise. Noch immer wartet die Borussia auf den ersten Zähler und bleibt nach fünf Spielen das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga.
"Wir sind ja alle enttäuscht. Auch die Fans dürfen da sehr enttäuscht sein", sagte Blessin, aber er sah eine Mannschaft, "die gelebt hat". Auch deshalb stellte sich Blessin in der Kurve vor sein Team: "Ich bin jetzt hier, das soll keine One-Man-Show sein, aber das fand ich extrem wichtig, damit zu dokumentieren, dass die Jungs alles reingeworfen haben."
Letztmals startete die Borussia 2015/16 ähnlich schlecht. Ebenfalls null Punkte nach fünf Spielen, ebenfalls eine Derbypleite in Köln - und das Ende der Ära unter Lucien Favre. Damals übernahm André Schubert, sammelte 55 Punkte und führte Gladbach noch in die Champions League.
Zehn Jahre später leidet auch der damalige Erfolgsmanager Max Eberl, nun in Diensten des FC Bayern, mit seinem Ex-Verein. Entscheidend sei, "dass eben auch das Umfeld in Gladbach versteht, jetzt geht es gerade nicht darum, irgendwelche Träume zu realisieren, sondern einfach da unten rauszukommen", sagte er am Montag.
Entsetzen über Fan-Krawalle im Derby
Tatsächlich macht sich niemand irrsinnige Illusionen. Es gehe darum, sagte Sportchef Rouven Schröder, "das aufzusaugen, diesen Spirit, wenn er auch negativ ist".
Zum Match-Center: 1. FC Köln vs. Borussia Mönchengladbach
Zur Gladbacher Enttäuschung in Köln mischte sich am Sonntag auch Entsetzen. Gäste-Fans hatten das Sicherheitsglas zwischen dem Heim- und Auswärtsbereich durchbrochen und sich dort Auseinandersetzungen mit Kölner Fans geliefert. Zudem wurden mehrere Leuchtraketen auf unbeteiligte Fans geschossen, die Partie wurde kurzzeitig unterbrochen. Ob und wie viele Personen verletzt wurden, ist noch unklar.
Beide Klubs verurteilten die Vorkommnisse. Gleichzeitig verteidigte Kölns Geschäftsführer Philipp Türoff jedoch das neue Sicherheitskonzept, wonach sich die Polizei aus dem Stadion zurückzieht und es erst im Ernstfall betritt. "Der erste Eindruck ist - ausdrücklich nicht bilanzierend -, dass das Sicherheitskonzept nicht irgendwie anders funktioniert hat als vorher", sagte er.
Schröder kündigte derweil eine Aufarbeitung an - und dürfte am Sonntag auf einen versöhnlicheren Fußball-Tag gegen die TSG Hoffenheim, derzeit mit drei Punkten Tabellen-17., hoffen. Verliert Gladbach im Krisenduell erneut, rückt der Anschluss an das rettende Ufer in die Ferne.
