An diesem Wochenende dreht sich in Graz (fast) alles um die Austrian Darts Open, die sechste Station der PDC European Tour 2026. Rund 3.000 begeisterte Darts-Fans wohnten am Freitag dem Auftakt des Turniers bei. Und dieser startete gleich mit einem Schock für ein deutsches Duo.
Zunächst musste sich Gabriel Clemens dem Engländer Ryan Joyce mit 3:6 geschlagen geben. Joyce gelang das entscheidende Break zum 5:3, nutzte anschließend das eigene Anwurf-Leg zum Sieg.
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Kaum besser lief es für Ricardo Pietreczko. Der 31-Jährige verlor überraschend gegen den um 110 Weltranglistenränge schlechter platzieren Ungarn Patrik Kovacs mit 4:6.
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Österreichs Youngsters schnuppern Profi-Luft
Nichts zu holen gab es auch für zwei junge österreichische Qualifikanten. Aaron Hardy sammelte jedoch beim 3:6 gegen den routinierten Polen Krzysztof Ratajski ebenso wie Nick Zwittnig beim 4:6 gegen Andrew Gilding wichtige Erfahrungen auf Profi-Ebene. Über mehr Erfahrung auf der European Tour verfügt Zoran Lerchbacher, der in Runde eins zwar mit einem Duell gegen Darts-Legende Peter Wright belohnt wird, in diesem aber chancenlos war und sich 2:6 geschlagen geben musste.

Barneveld mit historischer Unleistung
Einen Tag zum Vergessen erlebte Ex-Weltmeister Raymond van Barneveld. Der Niederländer kam gegen den Schotten Alan Soutar nur auf einen 77er-Durchschnitt - der schlechteste Wert des 59-Jährigen auf der European Tour. "Barney" wirkte von Anfang an lust- und hoffnungslos, Soutar siegte trotz eines ähnlich mauen 88er-Average mit 6:2.
Mit Joe Cullen (5:6 gegen Robert Owen) und Dave Chisnall (3:6 gegen Christo Reyes) mussten zwei weitere Routiniers bereits die Heimreise antreten. Der Deutsche Niko Springer gewann hingegen sein Auftaktmatch gegen Nick Kenny aus Wales mit 6:3.
Suljovic sorgt für Ekstase
Höhepunkt der Night Session am Freitag war selbstverständlich das Erstrundenmatch von Österreichs Darts-Aushängeschild Mensur Suljovic. Der Wiener, der in den letzten Jahren zwar bedeutend weniger Erfolge feierte, allerdings die Lust am Darts wiederfand, brachte die Grazer Stadthalle zum Kochen. Suljovic, bei Heimturnieren traditionell mit einer Extraportion Selbstvertrauen ausgestattet, dominierte seinen Gegner Cameron Menzies vom ersten Leg an. Breaks zum 3:1 und 6:2 sicherten Suljovic den verdienten Sieg, begleitet von lautstarken "Mensur"-Fangesängen.
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Im emotionalen Siegerinterview dankte er seinen Fans: "Das ist meine Familie. Ich liebe es, in Österreich zu spielen." Nach mehreren überschwänglichen Suljovic-Umarmungen für Gegner, Moderator und Offizielle war die Mensur-Show wieder zu Ende. Zumindest bis Samstag, wenn der 54-Jährige versucht, mit James Wade, Nummer 6 der Welt, einen ungleich stärkeren Gegner aus dem Turnier zu werfen.
