Die Kapfenberg Bulls haben mit einem 107:81-Heimsieg über den UBSC Graz die „best-of-5“-Semifinalserie mit 3:0 für sich entschieden und stehen als erster Finalist der Basketball Superliga fest. Vor über 1000 Fans in der ausverkauften Sporthalle Walfersam gab der Grunddurchgangssieger vom Start weg den Ton an und überzeugte vor allem offensiv. In der laufenden Spielzeit hat Kapfenberg nur ein einziges Mal mehr als 107 Punkte gescort. Der 21-jährige Österreicher Daniel Grgic verbuchte mit 21 Punkten sein Season-High, er traf sechs von acht Dreipunktewürfen. Der siebenfache österreichische Meister steht damit zum insgesamt zehnten Mal in einer Finalserie.
In der zweiten Semifinalserie haben die Oberwart Gunners mit einem 95:87-Heimsieg über den BC Vienna den zweiten Sieg eingefahren und die Tür zur dritten Finalteilnahme in Folge weit aufgestoßen. Der Titelverteidiger machte gegen Wien nur neun Turnover und entschied die Begegnung mit einem 9:0-Run in den letzten beiden Minuten für sich. Bester Werfer der Gunners war Ian Martinez mit 23 Punkten. Die Burgenländer haben bereits am Samstag, 16. Mai, um 20.20 Uhr in Wien die Möglichkeit, den entscheidenden Sieg zu landen und ihre achte Play-off-Serie in Folge zu gewinnen. Das Spiel wird live auf ORF Sport+ und ORF ON übertragen.
Finale fixiert
Kapfenberg startete im Steirer-Derby mit hoher Intensität und stellte bereits im ersten Viertel auf 30:18. Auch danach blieb der Grunddurchgangssieger klar tonangebend, führte zur Pause 52:35 und ließ Graz nie wirklich in Schlagdistanz kommen. Das Erfolgsrezept der Bulls war offensichtlich: Andrew Jones gab gewohnt verlässlich den Ton an, Quinton Green und Daniel Grgic standen ihm offensiv um nichts nach, während Taye Fields auf beiden Seiten des Feldes seinen Beitrag leistete. Vor allem die starke Trefferquote aus dem Feld und von außen war finalwürdig. Beim UBSC stemmte sich offensiv fast nur Peyton Gerald gegen das Aus, während Tevin Brewer erneut nicht wie gewohnt ins Spiel fand. „Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet und haben von Beginn an mit hoher Intensität gespielt. Genau das war auch unser Hauptziel“, sagte Grgic nach seinem starken Auftritt.
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Graz-Coach Ervin Dragsic erkannte den Sieg der Bulls neidlos an: „Verdienter Sieg für Kapfenberg und auch ein verdienter Seriensieg. Wir waren heute leider zu schwach, besonders in der Verteidigung. Kapfenberg hat hervorragend gespielt. Wenn sie so weitermachen, haben sie sehr gute Chancen, auch Meister zu werden.“
Bei den Grazern überwog trotz des klaren Ausscheidens der Stolz auf die Saison. „Wir haben eine lange und harte Saison hinter uns, in der wir immer zusammengehalten haben“, sagte Alan Derado. Bulls-Kapitän Nemanja Krstic blickte bereits nach vorne: „Nach sechs Jahren sind wir wieder im Finale. Es ist egal, wer kommt – wir werden bereit sein.“

Oberwart mit Vorteilen
Zum Matchcenter: Gunners Oberwart - BC Vienna
In Oberwart entwickelte sich hingegen ein echter Play-off-Fight. Vienna wirkte über weite Strecken stabiler als zuletzt, traf hochprozentig und machte lange den Eindruck, als könne man die Partie kontrollieren. Doch die Gunners blieben mit großer Physis, wenigen Eigenfehlern und enormem Kampfgeist im Spiel. Im Schlussviertel übernahmen Florian Köppel mit wichtigen Würfen und Sebastian Käferle mit starken Defensivaktionen gegen Gregor Glas Verantwortung. In den letzten zwei Minuten machte Oberwart mit einem 9:0-Lauf den Sieg perfekt.
„Wir haben heute super gespielt. Wir haben einen kurzen Einbruch gehabt, aber bis zum Ende als Team gekämpft“, sagte Florian Köppel. Kapitän Käferle hob die Atmosphäre hervor: „Das Feuer unserer Fans und die ganze Kulisse waren phänomenal. Aber es war erst der zweite Sieg, wir brauchen noch einen.“
Head Coach Horst Leitner zeigte sich nach dem Arbeitssieg ungewöhnlich emotional: „Normalerweise feiere ich nach einem Spiel nicht sofort mit der Mannschaft, weil immer Verbesserungspotenzial da ist. Aber heute konnte ich nicht anders. Das war eine unglaubliche Leistung“. Vienna-Routinier Rasid Mahalbasic gab sich trotz der Niederlage kämpferisch: „Oberwart hat verdient gewonnen. Jetzt müssen wir uns zuhause beweisen. Wir haben noch Leben in uns.“
