Die ersten beiden Finalspiele verliefen über weite Strecken auf Augenhöhe, beide Male hatte jedoch Oberwart in den entscheidenden Momenten die besseren Antworten. Besonders Spiel zwei zeigte erneut die Nervenstärke und Erfahrung der Gunners Oberwart: Obwohl die Bulls Kapfenberg 3:08 Minuten vor Schluss noch mit 76:71 führten, drehten die Burgenländer die Partie mit einem 8:0-Run noch zu ihren Gunsten und stellten auf 2:0 in der Serie.
„Großer Finalfight von beiden Mannschaften“, sagte Oberwart-Coach Horst Leitner nach dem zweiten Sieg. „Wir haben am Ende wieder unseren Flow gefunden“. Auch Kapitän Sebastian Käferle hob die Intensität hervor: „Wir haben den Rhythmus wieder gefunden und trotz allem verdient gewonnen.“
Zum Matchcenter: Bulls Kapfenberg - Gunners Oberwart
Historisch spricht nun vieles für die Gunners. Oberwart hat seine letzten acht Finalspiele gewonnen und bereits drei seiner bisherigen vier Meistertitel per Sweep geholt. Zudem haben die Burgenländer mittlerweile sieben Play-off-Duelle in Folge gegen Kapfenberg gewonnen. Gleichzeitig wäre ein dritter Titel in Serie eine Leistung, die in diesem Jahrtausend zuvor nur Kapfenberg selbst (2001 bis 2004 sowie 2017 bis 2019) und Gmunden (2005 bis 2007) gelungen ist.
Kapfenberg setzt dagegen auf die Heimhalle Walfersam und viel Kampfgeist. Viermal wurde in der Liga-Geschichte bereits ein 0:2-Rückstand noch gedreht – darunter auch einmal von den Bulls selbst im Finale 2003 gegen Gmunden. Coach Klym Artamonov richtet den Blick deshalb bewusst nach vorne: „Es ist noch nicht vorbei.“

Do or Die für die Bulls
Entscheidend wird sein, ob die Bulls offensiv mehr Produktivität unter dem Korb bekommen. Alex Gross und Ryan Lobreau kamen in den ersten beiden Finalspielen gemeinsam lediglich auf sechs Punkte und zehn Rebounds. Gleichzeitig zeigte Spiel zwei aber auch, dass Kapfenberg durchaus Wege findet, Oberwart unter Druck zu setzen: Die Bulls holten dort 17 Rebounds mehr als der Titelverteidiger, konnten diesen Vorteil aber nicht in einen Sieg ummünzen.
„Am Samstag heißt es für uns absolut Do or Die“, sagt Bulls-Spieler Daniel Grgic. „Wir wollen gemeinsam mit unseren Fans unseren Charakter und unsere Mentalität unter Beweis stellen.“

Oberwart erwartet in Kapfenberg erneut eine intensive Atmosphäre. „Es geht darum, dieses eine Spiel bestmöglich anzugehen und mit voller Resilienz, Entschlossenheit und Opferbereitschaft aufzutreten“, betont Leitner. Jonathan Knessl ergänzt: „Der Schlüssel wird sein, defensiv als Einheit aufzutreten und den Gameplan konsequent durchzuziehen.“
Klar ist: Gewinnen die Gunners erneut, ist die Titelverteidigung perfekt. Setzt sich Kapfenberg durch, lebt die Serie weiter und würde am Donnerstag, 4. Juni (18.00 Uhr) nach Oberwart zurückkehren. Ein mögliches fünftes Spiel fände am Samstag, 6. Juni, in Kapfenberg statt. Alle Spiele der Finalserie werden live auf ORF Sport+ und ON übertragen.
