NBA-Finals in New York: Knicks-Fans sorgen trotz Ticket-Wahnsinn für Stimmung

Fans der New York Knicks feiern den Einzug in die NBA-Finals.
Fans der New York Knicks feiern den Einzug in die NBA-Finals.David Dee Delgado/Getty Images via REUTERS

Explodierende Ticketpreise und die massiven Sicherheitsvorkehrungen für den angekündigten Besuch von US-Präsident Donald Trump können der elektrisierenden Atmosphäre im legendären Madison Square Garden nichts anhaben: Wenn die Arena am Montag und Mittwoch die Spiele 3 und 4 der NBA-Finals ausrichtet, brennt die Hütte. Die New York Knicks, die seit 1973 auf ihren nächsten Meisterschaftstitel warten, gehen mit einer komfortablen 2:0-Führung gegen die San Antonio Spurs in das dritte Spiel der Best-of-Seven-Serie.

Obwohl die Ticketpreise für den normalen New Yorker längst unerschwinglich geworden sind, wird die selbsternannte „berühmteste Arena der Welt“ bis auf den letzten Platz gefüllt sein. Neben der New Yorker Prominez am Spielfeldrand wird zumindest bei Spiel 3 auch Trump auf der Tribüne erwartet.

Glanz und Glamour sind jedoch nur eine Facette der 58 Jahre alten Kult-Arena. Wie nah Licht und Schatten in New York beieinanderliegen, zeigte sich erst am Sonntagabend, als bei einer Messerstecherei in der Penn Station – direkt unterhalb der Arena – fünf Menschen verletzt wurden. Es ist eine düstere Erinnerung an die latenten Sicherheitsrisiken, die bei solchen sportlichen Großereignissen in der Metropole mitschwingen.

Dennoch bleibt der Garden eine der traditionsreichsten Sportstätten Amerikas. Das charakteristische gelbliche Licht und die historischen Fotos von Legenden wie Muhammad Ali oder den Rolling Stones in den Gängen atmen pure Sport- und Unterhaltungsgeschichte. "Es gibt einfach nichts Vergleichbares, als ein Basketballspiel im Madison Square Garden zu erleben", schwärmt John Guercio, ein Buchhalter in den Sechzigern und Knicks-Fan seit seiner Kindheit.

Auch NBA-Legende Bill Bradley, der 1970 und 1973 mit den Knicks die Meisterschaft holte, betont, dass das New Yorker Publikum der eigentliche Schlüssel zur Magie des MSG ist: "Die Fans hier sind extrem laut, enthusiastisch, aber auch kritisch und unheimlich fachkundig. Wenn sie das Team erst einmal pushen, können sie dich förmlich tragen."

"Wer hier aufläuft, braucht ein dickes Fell"

Doch diese Leidenschaft ist ein zweischneidiges Schwert, wie Bradley aus eigener Erfahrung weiß. Die New Yorker Anhänger können gnadenlos sein und sich schnell gegen die eigenen Spieler wenden. Zu Beginn seiner Profikarriere musste Bradley Buhrufe, Spuckattacken und fliegende Münzen über sich ergehen lassen. Erst als der Erfolg kam, wendete sich das Blatt: "Sobald wir anfingen zu gewinnen, wurde ich mit offenen Armen empfangen."

"Die Fans hier verzeihen dir nichts", bestätigt auch Edel-Fan Guercio. Er erinnert sich noch gut an die dunkle Phase in den 2000er-Jahren, als die Knicks sechsmal in Folge die Playoffs verpassten und der damalige Trainer Isiah Thomas mit übelsten Sprechchören aus der Halle gejagt wurde. "Wer hier aufläuft, braucht ein dickes Fell. Aber genau deshalb spielen die Profis so gerne hier: Wer im Garden gewinnt, kann es überall schaffen."

Das aktuelle Team der Knicks hat die Herzen im Sturm erobert – vor allem durch seinen unbändigen Kampfgeist. Nach dem Finaleinzug in der Eastern Conference im Vorjahr reiten die Knicks in den laufenden Playoffs auf einer beeindruckenden Welle von 13 Siegen in Folge. "Diese Jungs sind einfach unglaublich sympathisch, man muss sie einfach mögen", sagt Superfan Anthony Donahue.

Im Vergleich zu früheren exzentrischen Knicks-Ikonen wie Walt Frazier, Charles Oakley oder Latrell Sprewell kommen die heutigen Profis ohne Starallüren aus. "Sie kämpfen verbissen und geben niemals auf", so Donahue. "Sie gehen nicht exzessiv feiern oder machen irgendwelchen Blödsinn. Sie sind authentisch – und genau dafür liebt New York sie."

Zerstören Ticketpreise die Atmosphäre?

Dass die astronomischen Ticketpreise die Seele des Madison Square Garden zerstören könnten, glaubt Donahue nicht. Zwar kratzen die Preise für das Montagsspiel auf dem Zweitmarkt an der 7.000-Dollar-Marke, doch er betont, dass Dauerkartenbesitzer deutlich weniger zahlen und die treue Fanbasis somit in der Halle bleibt. "Ich war in diesem Jahr bei jedem Playoff-Spiel. Die Stimmung im Garden ist nach wie vor absolut gigantisch."

Zum Match-Center: New York Knicks vs. San Antonio Spurs

Rich Swann, der seit über drei Jahrzehnten die Spiele der Knicks live verfolgt, zieht eine klare Linie zwischen dem Alltag und der Postseason: "In der regulären Saison kommen viele Leute oder Touristen nur, weil es eben zum New-York-Programm dazugehört. Aber die Playoff-Atmosphäre ist etwas völlig anderes. Die Playoff-Atmosphäre im Garden ist echt."