Der beste Kader, das meiste Geld und der klare Favorit auf die Meisterschaft: Die Ausgangslage für den VfL Wolfsburg in der 2. Fußball-Bundesliga erinnert stark an die von Bayern München im Oberhaus. Den Stempel "FC Bayern der 2. Liga" will sich der VfL Wolfsburg dennoch nicht aufdrücken lassen.
"Der FC Bayern steht für Erfolg, harte Arbeit und höchste Ansprüche. Von den Vergleichen halte ich aber nichts, weil sie für jeden bequem sind, die uns in die Favoritenrolle schieben", sagte VfL-Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph der Sport Bild. Man nehme die Favoritenrolle an und müsse den Anspruch haben, oben mitzuspielen: "Aber wir tun anderen nicht den Gefallen, dass wir sagen, wir seien der FC Bayern der 2. Liga. Wir müssen erst beweisen, dass wir in dieser harten 2. Liga bestehen können."
Ligaauftakt gegen den 1. FC Kaiserslautern
Nach dem erstmaligen Bundesliga-Abstieg im Mai beginnt das neue Kapitel für die Niedersachsen am Samstag (20.30 Uhr/RTL und Sky) gegen den 1. FC Kaiserslautern. Trauer und Frust sind nach einem Sommer des Umbruchs längst neuer Euphorie und einer lang vermissten Aufbruchstimmung gewichen.
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Der VfL will sich anders präsentieren als in der chaotischen Abstiegssaison 2025/26. Die Grundlagen dafür wurden auf dem Transfermarkt geschaffen. Rund 23 Millionen Euro sind bisher in neue Spieler geflossen, die Ausgaben übersteigen die aller restlichen 17 Zweitligisten zusammen. Insgesamt hat Wolfsburg aber ein deutliches Transferplus erzielt.
"Der Etat ist im Vergleich zur Bundesliga stark gesunken. Aber es stimmt: Wir nehmen viel Geld in die Hand. Aber wir haben auch etliche Transfererlöse", sagte Rudolph: "Wir wollten Erfahrung, Führung und Zweitliga-Stärke im Kader. Dafür sind uns sehr gute Transfers gelungen. Es macht mich froh, dass wir sie überzeugen konnten. Es ist nicht das Geld, das diese Spieler lockt, sondern das Projekt."
Großer Umbruch im VfL-Kader
Königstransfer Fabian Reese (Hertha BSC) und Abwehrspieler Hauke Wahl (FC St. Pauli) sind zweitligaerfahren und gelten intern bereits als Führungsspieler. Für Torgefahr sollen Robert Glatzel (Hamburger SV) und Fraser Hornby (Darmstadt 98) sorgen, Rückkehrer Elvis Rexhbecaj (FC Augsburg) schafft Identifikation.
Im Gegenzug erzielte Wolfsburg lukrative Erlöse für Spieler wie Konstantinos Koulierakis (AS Rom) oder Patrick Wimmer (TSG Hoffenheim). Weitere Transferbewegungen sind wahrscheinlich.
"Auf der Abgangsseite wird es noch etwas geben, aber wir sind auch noch nicht durch, was die Zugänge angeht", sagte der Ex-Coach und neue Sport-Geschäftsführer Dieter Hecking. Spieler wie Torhüter Kamil Grabara, Denis Vavro oder Mohamed Amoura dürften den Verein noch verlassen.
Das Klima in der Kabine soll weiter verbessert werden. "Die neuen Jungs, die da sind, plus die Veränderungen im Staff, die wir vorgenommen haben – das wächst gerade alles zusammen", sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler.
Coach Tobias Strobl arbeitete die mitunter lethargischen Auftritte und den fehlenden Zusammenhalt aus der Vorsaison auf - und gelobte Besserung. "Man will hier eine Mannschaft sehen, die sich den Arsch aufreißt, und dann wird einem auch mal etwas verziehen. Das ist die höchste Prämisse, das haben wir den Jungs gesagt", sagte Strobl, der Hecking an der Seitenlinie beerbt hat: "Wir spielen miteinander Fußball – und das sollen alle im Stadion merken."
