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Was wäre wenn? Die größten Fragen zur NFL vor der Saison 2026

Lamar Jackson während eines Preseason-Trainings bei den Baltimore Ravens
Lamar Jackson während eines Preseason-Trainings bei den Baltimore RavensDavid Berding / Getty Images via AFP / Profimedia

Die NFL-Saison 2026 steht in den Startlöchern! Am 6. August läuteten die Carolina Panthers und die Arizona Cardinals mit dem traditionellen Pro Football Hall of Fame Game die neue Spielzeit ein. Eine Woche später zogen alle anderen Teams in der Preseason nach. Zwar schonten die meisten Head Coaches ihre Superstars und ließen die aktiven Ikonen der Liga das Geschehen vorerst von der Seitenlinie verfolgen, der Vorfreude der Fans tat das jedoch keinen Abbruch: Der Football ist endlich zurück!

Während die Stars geschont wurden, nutzten hungrige Rookies und Ersatzspieler die Bühne, um sich in den Vordergrund zu spielen. Für die Trainer boten die Testspiele die perfekte Gelegenheit, neue Systeme und Playbooks unter Wettkampfbedingungen zu erproben, während die Fans erste Eindrücke vom neuen Gesicht ihres Teams sammelten.

Noch starten alle 32 Franchises mit demselben großen Ziel in die Saison: die Lombardi Trophy am Ende in den Himmel zu strecken. Doch der Weg zum Ruhm ist steinigt, lang und unberechenbar.

In kaum einer anderen Sportart verändern sich Dynamiken so rasant wie in der NFL: Ein Verletzungsschock beim Superstar-Quarterback kann die Super-Bowl-Träume eines Contenders von einer Sekunde auf die andere platzen lassen. Interne Unstimmigkeiten zwischen einem Hall-of-Fame-Coach und seinem Kader können eine Saison vorzeitig ruinieren. Umgekehrt schafft es immer wieder ein Totgeglaubter aus dem Tabellenkeller, plötzlich die eigene Division zu dominieren und die Liga zu verblüffen.

Jedes Jahr bringt neue, faszinierende „Was-wäre-wenn“-Szenarien mit sich. Wir haben die spannendsten Fragen herausgepickt, die den Ausgang der Saison 2026 entscheidend prägen könnten.

Bleibt Lamar Jackson fit, steuern die Ravens auf Super-Bowl-Kurs

Nach einer von Verletzungen geplagten Saison 2025 brennt Ravens-Superstar Lamar Jackson auf Wiedergutmachung. Im Vorjahr zog sich der ehemalige MVP bereits am 4. Spieltag gegen die Kansas City Chiefs eine Oberschenkelzerrung zu und verpasste drei Partien. Auch nach seiner Rückkehr bremsten ihn hartnäckige Knie- und Sprunggelenksprobleme spürbar aus. Jackson fehlte die gewohnte Explosivität – und ohne ihr dynamisches Herzstück geriet die gesamte Offense von Baltimore ins Stocken.

Trotz hoher Erwartungen und eines Star-Ensembles um Jackson, Star-Running-Back Derrick Henry und Wide Receiver Zay Flowers verpassten die Ravens mit einer enttäuschenden 8-9-Bilanz die Playoffs. Neben den verletzungsbedingten Abstrichen in der Offense offenbarte vor allem die Defense ungewohnte Schwächen.

Um die defensiven Lücken zu schließen, verstärkte sich Baltimore in der Offseason prominent mit Star-Pass-Rusher Trey Hendrickson und Defensiv-Veteran Calais Campbell. Damit steht und fällt der Erfolg der Ravens primär mit einer zentralen Frage: Kann Lamar Jackson über 17 Spiele gesund bleiben, den Playoff-Fluch besiegen und Baltimore zurück in den Super Bowl führen? Die Physis der Nummer 8 wird der Schlüssel sein.

Kehrt Aaron Donald zurück, sind die Rams nicht zu stoppen

Die Los Angeles Rams gehen ohnehin schon als eines der furchteinflößendsten Teams in die Saison 2026. Doch für die Konkurrenz könnte es noch viel schlimmer kommen: Derzeit halten sich hartnäckige Gerüchte, dass Ausnahmespieler Aaron Donald über ein Comeback nachdenkt. Sollte der künftige Hall-of-Famer tatsächlich seine Football-Schuhe wieder schnüren, steigen die Rams auf einen Schlag zum absoluten Top-Favoriten auf den Titel auf.

Auch ohne Donald platzt der Kader vor Talent. Quarterback Matthew Stafford erlebte zuletzt seinen zweiten Frühling, sicherte sich die MVP-Krone und dominierte die Liga mit 4.707 Passing Yards sowie 46 Touchdowns. Zusätzlich verstärkten die Rams ihre Pass-Rush-Elite mit Myles Garrett (zweimaliger Defensive Player of the Year), während die Offense um die Star-Receiver Puka Nacua und Davante Adams gegnerischen Sekundärreihen Alpträume bereitet.

Sollte sich einer der besten Defensivspieler der NFL-Geschichte tatsächlich an die Seite von Myles Garrett stellen, wäre diese Defense kaum zu stoppen.

Head Coach Sean McVay gibt sich gewohnt optimistisch: „Ich bin sehr zufrieden mit unserem aktuellen Kader. Aber sollte er sich für eine Rückkehr entscheiden, bringt das natürlich noch einmal eine ganz andere Qualität.“ Mit Donald im Roster scheint der zweite Super Bowl dieses Jahrzehnts für L.A. zum Greifen nah.

Meldet sich Patrick Mahomes fit zurück, geht die Chiefs-Dynastie weiter

Fünf Super-Bowl-Teilnahmen und drei Titel zwischen 2019 und 2024: Unter Head Coach Andy Reid errichteten die Kansas City Chiefs eine der beeindruckendsten Dynastien der NFL-Geschichte. Der Unruheherd und Garantiegeber dieses Erfolgs war stets Patrick Mahomes, zweifacher MVP und dreimaliger Super-Bowl-MVP. Nach der schmerzhaften Niederlage im Super Bowl LIX gegen die Eagles sollte 2025 eigentlich das Jahr der Revanche werden.

Doch die Saison verkam zum Albtraum: Erst fand das Team nicht in den gewohnten Rhythmus, dann folgte der Schock – Mahomes erlitt einen Kreuz- und Außenbandriss. Das vorzeitige Saison-Aus für den Franchise-Quarterback bedeutete zeitgleich das Ende aller Titelträume für Kansas City.

Mittlerweile hat Mahomes die medizinische Freigabe erhalten und absolviert wieder das volle Training. Ob er bereits am 1. Spieltag im Snap steht, bleibt zwar abzuwarten, doch sobald er zu alter Form aufläuft, schlägt die Stunde der Chiefs. Mit Routinier Travis Kelce für ein weiteres Jahr und der Verpflichtung von Super-Bowl-MVP Kenneth Walker III im Backfield steht das Fundament. Erlangt Mahomes seine Magie zurück, führt der Weg zum Titel erneut nur über Kansas City.

Hält die Offensive Line, gehört die AFC West den Chargers

Die Los Angeles Chargers erlebten 2025 ein echtes O-Line-Desaster. Die Beschützer von Justin Herbert stürzten bei Pro Football Focus auf historische Tiefstwerte ab. Im Schnitt blieben dem Quarterback gerade einmal 0,5 Sekunden Zeit, bis der Pass-Rush durchbrach. Zwar reichte es dank Herberts Klasse dennoch zu 11 Siegen und dem Playoff-Einzug, doch in der Wild Card Round war gegen die Patriots Endstation: Beim bitteren 3:16 wurde Herbert sechsmal gesackt.

Die Verantwortlichen reagierten konsequent: Offensive Coordinator Greg Roman und O-Line-Coach Mike Devlin mussten gehen. Auf der Spielerseite rüsteten die Chargers mit Center Tyler Biadasz und Guard Cole Strange massiv auf und sicherten sich über den Draft frische Tiefe für die Gräben.

Was kann Justin Herbert leisten, wenn er nicht in jedem Spielzug um sein Leben laufen muss? Gibt das neue Trainergespann der Line die nötige Stabilität, könnte die Offense der Chargers einen gewaltigen Leistungssprung machen. Schon mit einer maroden O-Line holte das Team 11 Siege – ist die Schwachstelle erst einmal behoben, führt der Weg zum Division-Sieg in der AFC West nur über L.A.