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ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 9. Runde

ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 9. Runde
ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 9. RundeČTK / imago sportfotodienst / Rainer Schröckelsberger

Horror-Verletzung, Pyro-Rauch und ein Spitzenreiter, der einfach nicht zu bremsen ist – die 9. Runde hatte für fast jeden etwas im Angebot, nur Austria Wien und der WAC gingen mal wieder leer aus.

Während sich in der ADMIRAL Bundesliga oben an der Tabellenspitze kaum etwas bewegt, tut sich unten ein immer tieferer Graben auf. Rapid rollt weiter wie ein Zug ohne Bremsen, Salzburg hält mit einem lockeren Heimsieg den Anschluss, und der LASK fand gegen Lustenau endlich wieder den Weg zurück auf die Siegerstraße. Das große Thema der Runde war aber ein anderes: In Graz musste das Derby wegen einer Horror-Verletzung für Minuten unterbrochen werden, während die Austria und der WAC schon wieder zuschauen mussten, wie andere feiern.

 

TOP – Der Rapid-Hypetrain rollt auch gegen Hartberg einfach weiter

Es hätte ein gemütlicher Nachmittag werden können, doch es wurde ein hartes Stück Arbeit für Rapid. Bezeichnend jedoch für die aktuelle Hochphase der Grün-Weißen: Nicht einmal der beinahe Angstgegner Hartberg konnte Rapid dieses Mal wirklich stoppen. Etwas ins Straucheln bringen ja, aber nicht stoppen. Noah Dahl erledigte den Großteil der Arbeit praktisch im Alleingang, traf früh zur Führung (6.) und legte kurz vor der Pause mit einem Doppelpack nach (45+1.), wobei auch Ercan Kara einen großen Anteil am 2:0 hatte mit einer uneigennützigen Vorarbeit. Hartberg biss sich zwar über Dalpiaz' Anschlusstreffer nach einer Lukic-Flanke (49.) noch einmal fest, aber Rapid beantwortete das postwendend: Nach einem Demir-Schuss an die Stange staubte Horn zum 3:1 ab (81.).

 

 

„Ich bin glücklich über den Sieg", resümierte Rapid-Coach Johannes Hoff Thorup, auch wenn es seiner Mannschaft schwerer fiel als erhofft und zu viele falsche Entscheidungen dabei waren – Rückschläge stecke man heuer aber deutlich besser weg als in der Vorsaison. Hartberg-Trainer Markus Schopp nahm es mit Fassung: Seine Truppe sei nicht durch die erste Druckwelle gekommen, Rapid aktuell einfach „sehr, sehr gut". Mit dem achten Saisonsieg und dem vierten Liga-Erfolg in Serie bleibt Rapid an der Spitze, Hartbergs sechs Spiele währende Serie ohne Niederlage ist dagegen Geschichte.

 

FLOP – Horror-Verletzung und Pyro-Ärger überschatten Sturms 6:1 im Derby

Eigentlich ging es im Grazer Derby um drei Punkte und die Vorherrschaft in Graz – am Ende blieb von einem 6:1-Kantersieg vor allem ein Schreckmoment in Erinnerung. Sturm-Goalie Daniil Khudyakov musste nach einem unglücklichen Zusammenprall mit GAKs Jacob Italiano in der 22. Minute mit einer schweren Verletzung vom Platz getragen werden, Ersatzmann Ammar Helac kam für ihn. Erst nach dieser Schrecksekunde drehte Sturm so richtig auf: Nachdem Christopher Cvetko den GAK früh in Führung gebracht hatte (10.), antworteten die Gastgeber mit Weinhandl (37.), Heil (39.) und einem lupenreinen Hattrick von Oumar Diakite (41., 49., 51.), bevor Jon Gorenc Stankovic noch den Schlusspunkt setzte (75.). Auf den Rängen sorgten GAK-Fans mit wiederholt gezündeter Pyrotechnik, die auch ihren Weg aus dem Fansektor heraus fand, zusätzlich für Unruhe.

 

 

„Wir sind über das Ergebnis und die Leistung total happy", sagte Sturm-Coach Fabio Ingolitsch, ließ aber keinen Zweifel daran, dass die Verletzung den Abend überschattete. Mitspieler Simon Seidl brachte es auf den Punkt: „So eine richtig grausige Verletzung wünscht man keinem." GAK-Trainer Gerald Scheiblehner suchte die Erklärung in der eigenen Defensive: „Unsere Stärke ist zu unserer Schwäche geworden." Auch Italiano selbst zeigte sich sichtlich betroffen und wünschte seinem Gegenspieler eine schnelle Rückkehr, während Cvetko von einem der bittersten Spiele seiner Karriere sprach – ein Kollaps wie dieser dürfe der Mannschaft einfach nicht passieren.

 

TOP – LASK schießt sich in Lustenau aus der kleinen Krise

Nach zuletzt fünf sieglosen Pflichtspielen in Serie – unter anderem gegen AEK Athen, Sturm, Rapid und zuletzt einer 3:6-Niederlage gegen Liverpool in der Champions League – brauchte der LASK dringend ein Lebenszeichen und vor allem ein Erfolgserlebnis. In Lustenau wurde daraus gleich ein ganzes Statement: Sasa Kalajdzic eröffnete nach einem langen Ball von Bogarde den Torreigen (56.), Samuel Adeniran erhöhte nach einem Konter auf 2:0 (64.), und Christoph Lang machte mit einem Elfmeter nach Foul von Chukwu an Dibango (88.) sowie einem weiteren Treffer in der Nachspielzeit (94.) alles klar – mit nun sieben Saisontoren übernahm er damit sogar die alleinige Führung im Torschützenranking.

 

 

Lustenau-Coach Markus Mader fand für das Kräfteverhältnis ein Bild, das an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ: wie ein Fiat 500 gegen einen Ferrari sei das gewesen. Kühbauer hatte seine Elf gegenüber dem Liverpool-Spiel auf sechs Positionen verändert und durfte sich trotzdem über den perfekten Formtest vor dem Champions-League-Auswärtsspiel bei Sporting Lissabon am Mittwoch freuen. 

 

FLOP – Austria Wien und der WAC stecken weiter tief in der Krise

Zwei Krisenklubs, ein Wochenende, null Punkte: Die Austria kassierte in Ried die nächste Pleite, der WAC ging zuhause gegen WSG Tirol leer aus – in Wolfsberg und Favoriten brennt mittlerweile gleich doppelt die Hütte und beide Trainer gelten als angezählt. Bei Ried führte die Austria zwar früh durch Johannes Eggestein (18.), ehe Stefan Schwab (23.) und Philipp Pomer (28.) die Partie noch vor der Pause drehten. Isaac Kiese Thelin erhöhte per Elfmeter auf 3:1 (82.), und obwohl Eggestein mit seinem zweiten Treffer in der Nachspielzeit noch einmal verkürzte (93.), blieb es beim 3:2-Erfolg der Oberösterreicher. „Das war ein Sinnbild unserer Situation", fasste Austria-Trainer Stephan Helm zusammen – man gehe in Führung und kassiere dann zu leicht die Gegentore. „Wir sind alle mit der Situation unzufrieden", stellte er klar.

 

 

Beim WAC lief es nicht besser: WSG Tirol gewann in der Lavanttal-Arena durch Tore von Moritz Wels (38.) und David Kubatta (60.) mit 2:0, und damit steht auch der Trainerstuhl von Thomas Silberberger zunehmend auf wackeligen Beinen. Präsident Dietmar Riegler schloss einen Wechsel nicht aus: „Ich schließe nichts aus", wolle sich aber Zeit lassen – „keine Sekundenentscheidung" – und kündigte Gespräche an. Silberberger selbst gab die Probleme offen zu: „Wir haben Riesentroubles, dass wir stabil sind." Verteidiger Marco Sulzner stellte sich dagegen demonstrativ vor seinen Coach: „Wenn man sich das Spiel anschaut, kann man dem Trainer nichts vorwerfen. Es liegt an uns."

 

TOP – Salzburg ließ gegen Altach nichts anbrennen

Während rund um die Austria und den WAC die Alarmglocken schrillen, erledigte Red Bull Salzburg die eigenen Hausaufgaben gegen Altach mit der gewohnten Routine: 3:0 hieß es am Ende, und Jesper Lindström war an allen drei Toren maßgeblich beteiligt. Der Leih-Spieler aus Napoli legte Haris Tabakovic die frühe Führung mit dem Außenrist auf (6.) und traf in der 73. Minute per Freistoß selbst zum 2:0 – sein erstes Bundesliga-Tor. Einwechselspieler Damir Redzic setzte nach einem schön herausgespielten Angriff in der 89. Minute den Schlusspunkt. Dazwischen hätte Lindström mit zwei weiteren Chancen in der Schlussphase sogar noch nachlegen können.

„Es war ein Stück weit harte Arbeit", gestand Salzburg-Coach Danny Röhl, auch wenn seine Mannschaft den Sieg noch höher hätte ausfallen lassen können – die drei Punkte nahm er trotzdem gerne mit. Altachs Trainer Ognjen Zaric sah die Sache nüchtern: „Beim ersten Gegentor waren wir nicht sorgsam genug", danach habe seine Mannschaft aber durchaus mitgehalten. 

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