Der erste Punkt in der UEFA Women’s Champions League ist geschafft. So richtig freuen konnte sich bei der Wiener Austria darüber unmittelbar nach dem Schlusspfiff allerdings niemand. Zu bitter war die Art und Weise, wie das 1:1 gegen Inter Mailand zustande gekommen war.
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Bis zur 94. Minute führte die Mannschaft von Stefan Kenesei vor der Rekordkulisse von 3.609 Fans mit 1:0. Dann brachte die Austria nach einer Ecke den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum. Andres Sanz zog ab, Verena Hanshaw fälschte unglücklich ab – und der historische erste Sieg war mit der letzten Aktion des Spiels dahin.
„Mit dem Abpfiff waren alle sehr enttäuscht“, beschrieb Kenesei die Gefühlslage seiner Mannschaft. „Wir hätten die Möglichkeit gehabt, es noch einmal zu klären, treffen den Ball nicht. Das ist sehr bitter, aber so ist der Fußball.“
Historischer Abend mit bitterem Ende
Dass sich das Remis zunächst wie eine Niederlage anfühlte, lag auch an der starken Vorstellung der Wienerinnen. Bereits eine Woche zuvor hatte die Austria beim 0:1 gegen Chelsea gezeigt, dass sie auf der größten europäischen Bühne mithalten kann. Gegen Inter ging das Team nun noch einen Schritt weiter.

Die Veilchen störten früh, erzwangen mit aggressivem Pressing Ballverluste und erspielten sich zahlreiche Möglichkeiten. Für den ersten Champions-League-Treffer der Vereinsgeschichte sorgte Modesta Uka. Die 27-Jährige zog in der 23. Minute aus rund 20 Metern ab und traf präzise ins rechte Eck.
Die Führung war zu diesem Zeitpunkt keineswegs unverdient. Patricia Pfanner und Valentina Pötzl hatten zuvor bereits für Gefahr gesorgt. Auch nach dem 1:0 boten sich Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. Ein verlängerter Eckball von Uka wurde etwa auf der Linie geklärt.
In der zweiten Hälfte erhöhte Inter den Druck. Austria-Torhüterin Jasmin Pal hielt ihre Mannschaft mit starken Paraden lange auf Kurs. Gegen die alleine auf sie zulaufende Brittany Raphino rettete die ÖFB-Teamtorfrau ebenso wie wenig später gegen Benedetta Glionna.

Fast alles deutete auf einen historischen Abend mit dem ersten Sieg hin. Bis zur letzten Aktion.
„Der Stolz wird kommen“
Trotz der unmittelbaren Enttäuschung wollte Kenesei das große Ganze nicht aus den Augen verlieren. Seine Mannschaft hat nach zwei Spieltagen nicht nur den ersten Punkt auf dem Konto, sondern gegen zwei europäische Schwergewichte gezeigt, dass sie auf diesem Niveau konkurrenzfähig sein kann.
„In den nächsten Tagen wird die Freude und der Stolz über das historische Ereignis, den ersten Punktgewinn, kommen“, sagte der Austria-Trainer. Tatsächlich steht die Austria nach zwei Partien bei einem Punkt und damit vorerst auf Rang 13. Die besten zwölf der 18 Mannschaften umfassenden Ligaphase erreichen die K.O.-Runde. Schon am 29. Oktober wartet die nächste Gelegenheit, vor eigenem Publikum anzuschreiben. Mit Juventus Turin kommt erneut ein italienischer Spitzenklub nach Wien-Favoriten.
