WM 2026 in Miami: Warum die WM für Latinos in den USA weit mehr als nur Fußball ist

Was bedeutet die WM für Latinos in den USA? Wir haben uns in Miami auf die Suche gemacht.
Was bedeutet die WM für Latinos in den USA? Wir haben uns in Miami auf die Suche gemacht.Flashscore

Miami gehört zu den emotionalsten Schauplätzen der WM 2026. Mehr als 70 Prozent der Einwohner haben lateinamerikanische Wurzeln, die Begeisterung für Fußball prägt das Stadtbild. Während des Turniers zeigt sich, warum die Weltmeisterschaft für viele Familien weit mehr ist als nur ein sportliches Großereignis.

Wer Miami nur mit Stränden, Luxus und Tourismus verbindet, übersieht einen entscheidenden Teil der Stadt. Die Metropole in Florida ist eines der wichtigsten Zentren lateinamerikanischer Kultur in den USA – und während der laufenden Weltmeisterschaft wird das an jeder Straßenecke sichtbar. Fanzonen sind überfüllt, Restaurants verwandeln sich in Treffpunkte der Fußballfans und in den Straßen der Stadt wird gefeiert, als wäre ganz Lateinamerika nach Südflorida gezogen.

Mehrheit der Einwohner hat lateinamerikanische Wurzeln

Im Miami-Dade County leben rund drei Millionen Menschen. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung sind Hispanoamerikaner oder Latinos. Besonders groß sind die Gemeinden aus Kuba, Kolumbien und Venezuela, hinzu kommen Menschen aus Haiti, Nicaragua, Honduras, Mexiko, Argentinien und Peru.

Englisch ist vielerorts nicht zwingend notwendig. Fußball gehört hier selbstverständlich zum Alltag – und während der Weltmeisterschaft profitiert auch die Wirtschaft. Lokale Unternehmen berichten während der WM-Spiele von Umsatzsteigerungen von bis zu 400 Prozent.

David Beckham schickte ein Inter-Miami-Trikot

Wie eng Fußball und Alltag in Miami miteinander verbunden sind, zeigt auch eine Begegnung mit David Beckham. Das Team von World Cup Questions besuchte dessen Lieblingsrestaurant. Restaurantbesitzer Giancarlo erinnerte sich an sein erstes Treffen mit Beckham. Damals trug er ausgerechnet ein komplettes Outfit von Orlando City – zu jener Zeit Floridas einzigem MLS-Klub.

"Du kannst ein Foto mit mir machen, aber zuerst musst du diese Sachen ausziehen", scherzte Beckham. Am nächsten Tag schickte er Giancarlo ein offizielles Trikot von Inter Miami. Heute komme Beckham mit seiner Familie mehrmals pro Woche ins Restaurant, um dort die berühmten kubanischen Sandwiches zu essen.

Kilts, gelbe Trikots und stundenlanges Warten

Rund um die Stadien trafen bereits während der Vorrunde der WM die unterschiedlichsten Fußballkulturen aufeinander. Schottische Fans trotzten der Hitze Floridas in traditionellen Kilts und mit Verkehrshütchen auf dem Kopf. Ihren Kleidungsstil erklären sie mit einem Augenzwinkern: Die Kilts sorgten schließlich für eine "tolle Belüftung".

Ganz andere Bilder liefern die brasilianischen Anhänger, die mit ihren gelben Trikots ganze Parkplätze und Einkaufszentren in Beschlag nahmen. Besonders eindrucksvoll sind auch die Atmosphäre rund um die Spiele Kolumbiens. Die Warteschlangen vor den Fanzonen zogziehen en sich über zwei Kilometer, viele Fans warten bis zu fünf Stunden auf den Einlass.

Für viele Familien geht ein Lebenstraum in Erfüllung

Auch die Anwohner rund um die Stadien profitieren vom Ansturm der Fans. Viele vermieten ihre Gärten kurzerhand als Parkplätze – für 100, 150 oder sogar 200 US-Dollar.

Für viele ältere Kolumbianer, die ihre Heimat vor Jahrzehnten verlassen haben, bedeutet die Weltmeisterschaft in Miami weit mehr als ein Fußballspiel. Zum ersten Mal können sie ihre Nationalmannschaft in unmittelbarer Nähe erleben. Das Turnier wird für viele Familien zu einem emotionalen Wiedersehen und zeigt, welche Bedeutung die WM für die lateinamerikanischen Communities in den USA hat.

Was bedeutet es für ältere Generationen von Einwanderern, ihr Nationalteam zum ersten Mal im Leben zu sehen? Und wie feiern die Kolumbianer ihre Erfolge? Sieh dir die komplette fünfte Folge von World Cup Questions in obigem Video an und tauche ein in die Atmosphäre des echten Fußball-Miami!