Die Partien des Tages
21:00 Uhr: Portugal vs. Spanien (FIFA WM 2026, Achtelfinale, live im Free-TV im ZDF, bei MagentaTV, in Österreich bei Servus TV und in der Flashscore-Audioreportage - Kommentar: Miron Chestakov)
in der Nacht auf Dienstag, 2 Uhr: USA vs. Belgien (FIFA WM 2026, Achtelfinale, live im Free-TV in der ARD, bei MagentaTV und in Österreich bei Servus TV)
WM 2026 LIVE
12:00 Uhr - Die FIFA beruft sich in der Causa Balogun auf Artikel 27 der FIFA-Disziplinarordnung. Doch was besagt dieser Artikel? Artikel 27 der FIFA-Disziplinarordnung gibt den Rechtsprechungsorganen der FIFA die Möglichkeit, den Vollzug einer Disziplinarstrafe ganz oder teilweise auszusetzen. Die Strafe bleibt dabei zwar bestehen, muss jedoch zunächst nicht verbüßt werden.
Unter welchen Voraussetzungen eine Strafe ausgesetzt werden kann, legt der Disziplinarcode allerdings nicht fest. Zuständig für entsprechende Entscheidungen sind die Rechtsprechungsorgane der FIFA, zu denen die Disziplinarkommission und die Berufungskommission gehören.
Wird der Vollzug einer Strafe ausgesetzt, wird die betroffene Person für einen Zeitraum von einem bis vier Jahren auf Bewährung gestellt. Begeht sie in dieser Zeit einen ähnlich gelagerten und ähnlich schweren Verstoß, wird die ausgesetzte Strafe nachträglich vollstreckt – zusätzlich zu einer möglichen neuen Sanktion für das weitere Vergehen.
Im Fall von Balogun wurde die Spielsperre in eine einjährige Bewährungszeit umgewandelt. Sollte der US-Spieler einen weiteren "Verstoß ähnlicher Art und Schwere" begehen, würde die Spielsperre entsprechend wirksam werden. Eine Ausnahme von Artikel 27 gilt lediglich für Disziplinarmaßnahmen wegen Spielmanipulation: Deren Vollzug darf nach dem FIFA-Disziplinarcode nicht ausgesetzt werden.
11:45 Uhr - Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat den Weltverband FIFA beim "Fall Balogun" in selten zuvor erlebter Form kritisiert und von der Überschreitung einer "roten Linie" gesprochen. "Wir bringen unser Unverständnis über eine derart beispiellose, unbegreifliche und nicht zu rechtfertigende Entscheidung zum Ausdruck", schrieb die UEFA in einer Stellungnahme: "Manchmal lassen Regeln Interpretationsspielräume zu. In diesem Fall nicht."
Der europäische Verband fürchtet fatale Folgen. "Wenn die Verlässlichkeit der Regeln von ihren Hütern nicht mehr garantiert wird, steht die Integrität des Spiels auf dem Spiel und die Glaubwürdigkeit eines Wettbewerbs wird untergraben", schrieb die UEFA: "Gleichzeitig schafft eine solche Entscheidung einen Präzedenzfall in einem laufenden Turnier, in dem nun vergleichbare Fälle gleich behandelt werden müssen – zum Schaden des Wettbewerbs."
Im Schreiben der UEFA wird kein Funktionär zitiert. Dennoch gilt UEFA-Präsident Aleksander Ceferin als Gegenspieler Infantinos.
11:23 Uhr - Auch der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter (90) sieht nach der Entscheidung des Weltverbands im "Fall Balogun" die Integrität des Fußballs in Gefahr. "Rote Karten werden im Fußball nicht durch politische Interventionen aufgehoben – sondern nach klaren Regeln und durch unabhängige Instanzen", sagte Blatter auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID): "Wenn ein US-Präsident beim FIFA-Präsidenten interveniert und danach ein Spieler vor einem WM-Achtelfinale begnadigt wird, stellt sich eine einfache Frage: Quo vadis, FIFA? Der Fußball darf nie zum Spielball der Politik werden."
10:00 Uhr - Bernd Neuendorf hat den "Fall Balogun" mit großer Sorge zur Kenntnis genommen und Aufklärung vom Fußball-Weltverband FIFA gefordert. "Die FIFA sollte sich jetzt rasch zu Berichten erklären, wonach der Entscheidung zur Aussetzung der Roten Karte gegen den amerikanischen Spieler Folarin Balogun ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino vorausgegangen sein soll", ließ der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der im FIFA-Council sitzt, den SID wissen.
"Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden. Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der FIFA."
Am Sonntag hatte die FIFA die Sperre für US-Stürmer Balogun aus dem WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) zur Bewährung ausgesetzt. Balogun ist damit im Achtelfinale der USA gegen Belgien (Dienstag, 2.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) spielberechtigt. Laut der Nachrichtenagentur AFP und der New York Times rief Trump persönlich bei Infantino an, um ihn um eine Überprüfung der Roten Karte zu bitten.
9:27 Uhr - Für Mexiko endet der tiefste WM-Lauf seit 40 Jahren, für Trainer Javier Aguirre die dritte Amtszeit. Nach dem Spiel zeigte sich der scheidende Coach emotional: "Ich hätte mich gerne mit einem Sieg von meinem Volk verabschiedet. Das tut weh", erklärte Aguirre. "Die Spieler können mit erhobenem Kopf vom Platz gehen. Heute hat es nicht gereicht. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, aber ich möchte allen danken."
Trotz des Schmerzes überwog bei ihm das Positive über die wiederentfachte Euphorie im Land: "Ich gehe mit viel Stolz. Diese Spieler haben mich sehr glücklich gemacht. Wir haben das Zugehörigkeitsgefühl und die Identität dieses Teams zurückgewonnen."

Mit dem Aus blickt "El Tri" jedoch bereits in die Zukunft, die von einer echten Legende gestaltet werden soll: Rafa Marquez, der Aguirre schon während des Turniers assistierte, wird das Projekt übernehmen und die Nationalmannschaft in eine neue Ära führen. Aguirre legte seinem Nachfolger zum Abschied großen Optimismus in den Rucksack: "Ich wünsche ihm nur das Beste. Er ist mehr als fähig und wird es besser machen als ich."
8:12 Uhr - Auch Trainer Thomas Tuchel zeigte sich nach dem Abpfiff sichtlich bewegt: "Vierzig oder fünfzig Minuten in der Höhe gegen das Gastgeberland – das ist ein Moment der Freude. Eine heldenhafte Leistung und am Ende ein heldenhaftes Ergebnis." Durch den geschichtsträchtigen Sieg schloss England auch Frieden mit dem Ort der bitteren "Hand Gottes"-Niederlage gegen Argentinien vor 40 Jahren: "Wir hatten eine sehr traurige Geschichte mit diesem Stadion, heute schließen wir Frieden damit. Es fühlt sich fast so an, als hätten wir ein Finale gewonnen."
Getrübt wurde die Jubelstimmung jedoch durch eine bizarre Verletzung von Jordan Henderson, der bei den Feierlichkeiten über eine Werbebande stürzte und mit Verdacht auf eine Handgelenksverletzung ins Krankenhaus musste ("Das passt einfach nicht zu diesem Abend"). Zudem zeigte sich Tuchel trotz des Sieges extrem dünnhäutig gegenüber den Unparteiischen, nachdem ein umstrittener Strafstoß für Mexiko das Spiel noch einmal heiß gemacht hatte: "Die Schiedsrichter sind einfach nicht gut genug. Die Vierten Offiziellen sind einfach nicht gut genug. Das ist die Wahrheit."
Im Viertelfinale wartet nun Überraschungsteam Norwegen, das Brasilien ausgeschaltet hat. Ein mögliches Halbfinal-Wiedersehen mit Argentinien blendet Tuchel noch komplett aus: "Ich werde nicht über das Halbfinale sprechen, wenn wir gerade erst im Viertelfinale stehen."
7:05 Uhr - Was für ein Drama im Aztekenstadion! Selbst eine fast komplette zweite Halbzeit in Unterzahl nach Rot für Jarell Quansah konnte die Three Lions von Thomas Tuchel nicht stoppen, die nun im Viertelfinale auf Norwegen treffen. Matchwinner Jude Bellingham zeigte sich nach dem Halten des Vorsprungs in der mexikanischen Höhenlage überwältigt: "Es ist die beste Nacht meiner England-Karriere. Einfach unglaublich. Ich kann es gerade gar nicht in Worte fassen. Es war ein chaotisches Spiel, aber diese Mannschaft hat heute Charakter gezeigt und darauf bin ich stolz."
Der 23-jährige Real-Madrid-Star, der nun bereits bei vier Turniertreffern steht, lobte vor allem den neuen Widerstandsgeist des Teams und zog Vergleiche zu früheren Turnieren: "In den vergangenen Jahren, in denen ich als Fan, als Kind zugeschaut habe, ist England in solchen Drucksituationen meistens eingebrochen, aber wir haben bis zur letzten Sekunde zusammengehalten."
Mit Blick auf den ersehnten ersten großen Titel seit 60 Jahren fügte er emotional hinzu: "Mein Land zusammenzubringen und den Menschen solche Nächte zu schenken – ich bin so stolz auf dieses Team. Was wir heute geschafft haben, ist einfach spektakulär."
6:24 Uhr - US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino hat mit großer Zufriedenheit auf die aufgehobene Sperre von Stürmer Folarin Balogun reagiert. Es sei eine "fantastische Entscheidung, nicht nur für uns, sondern für den Fußball", sagte der Argentinier vor dem WM-Achtelfinale der USA gegen Belgien am Dienstag (2.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV). Man müsse die Entscheidung "feiern".

Mittelstürmer Balogun hatte im Sechzehntelfinale der USA gegen Bosnien-Herzegowina glatt Rot gesehen. Die FIFA erklärte am Sonntag jedoch, die ursprüngliche Sperre von einem Spiel zur Bewährung ausgesetzt zu haben und berief sich dabei auf Artikel 27.
Balogun ist somit im Achtelfinale gegen Belgien spielberechtigt. Zuvor soll laut Berichten der Nachrichtenagentur AFP und der New York Times US-Präsident Donald Trump FIFA-Präsident Gianni Infantino persönlich gebeten haben, die Sperre zu überprüfen. Zum kompletten Artikel
Übersicht über den Sonntag
Jude Bellingham und Harry Kane haben die berauschende "Fiesta Mexicana" bei der Fußball-WM gemeinsam beendet und England dem ersehnten Titel einen großen Schritt nähergebracht. In der zuvor uneinnehmbaren Festung Aztekenstadion setzten sich die Three Lions von Teammanager Thomas Tuchel in einem spektakulären Schlagabtausch mit 3:2 (2:1) gegen Co-Gastgeber Mexiko durch – und fordern nun im Viertelfinale von Miami am Samstag Norwegen um Tormaschine Erling Haaland. Mehr Infos
Die Skandinavier und ihr unaufhaltsamer Torgigant hatten die stolze Fußballnation Brasilien zuvor in tiefe Trauer gestürzt und Norwegens Nationalteam zum größten WM-Erfolg seiner Geschichte geführt. Durch das 2:1 (0:0) gegen den Rekordweltmeister erreichten die "Wikinger" erstmals überhaupt das Viertelfinale und unterstrichen ihren Status als "Angstgegner" der Selecao.
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