Braathen hatten den Grundstein zum Sieg bereits in einem kuriosen ersten Durchgang gelegt. Mit Startnummer eins war ihm ein Traumlauf gelungen – im Zwischenklassement lag er 0,95 Sekunden vor Odermatt, mit ebenfalls großem Abstand folgte dahinter Meillard (+1,57 Sekunden). Für Odermatt war es nach Silber in der Team-Kombination und Bronze im Super-G die dritte Medaille in Bormio.
"Ich habe eine Botschaft an alle, die in Brasilien zugeschaut haben", sagte Braathen. "Nichts ist unmöglich. Egal, wo du bist, deine Kleidung, deine Hautfarbe, was zählt, ist in dir drin. Ich bin mit meinem Herz gefahren. Und das Herz und die Kraft Brasiliens haben heute diese Fahne auf das Siegerpodest gebracht." Das Gold gehöre Brasilien, "wenn du so fährst, wie du bist, ist alles möglich".

Bester Deutscher war Alexander Schmid. Der Allgäuer, der sich Mitte Januar einen Haarriss im Sprunggelenk zugezogen hatte, verbesserte sich im zweiten Lauf vom 20. auf den 13. Platz. Fabian Gratz, guter Zehnter nach dem ersten Lauf mit einer kleinen Chance aufs Podest, schied im Finale aus. Anton Grammel belegte Rang 15.
Nationenwechsel 2024
Braathen hatte am 27. Oktober 2023 zwei Tage vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden nach einem Ausrüsterstreit mit dem norwegischen Verband zunächst seinen Rücktritt erklärt. Genau ein Jahr später kehrte er an gleicher Stelle für den brasilianischen Verband zurück. Für Norwegen hat der Paradiesvogel bislang fünf Weltcup-Rennen und den Slalom-Weltcup (2023) gewonnen, für Brasilien eines zu Saisonbeginn im finnischen Levi.
Brasilien hat bei Sommerspielen bislang 170 Medaillen geholt. Erst seit 1992 schickt das Land Athletinnen und Athleten zu Winterspielen – Medaillen gab es bislang keine.
