Sie hatten sich ins Zeug gelegt bei Cadillac, zwischen Party und Patriotismus war beim Formel-1-Festival in der Heimat vieles geboten. Die Sonderlackierung für den Großen Preis der USA in Austin (21.00 Uhr MEZ/Sky) war eine Hommage an Texas und den Wilden Westen. Im Training schickte der Rennstall US-Pilot Colton Herta zumindest für eine Session auf den Circuit of The Americas. Im aufwendig gestalteten "Ranch House" durften Fans bei Burger und Whiskey in Fahrsimulatoren das kribbelnde Gefühl der Motorsport-Königsklasse erleben.
Einziges Team ohne Punkt
Nur: Eine Fahrt in die Punkte oder gar auf das Podest zählte nicht zum großen Cadillac-Versprechen für das Heimrennen. Die Rookie-Saison verbringt der als elftes Team in die Formel 1 gestoßene Rennstall zumeist am Ende des Feldes. Vor dem 18. WM-Lauf der Saison war Cadillac mit seinem erfahrenen Fahrer-Duo Sergio Perez (36) und Valtteri Bottas (37) das einzige Team ohne Punkte.
"Natürlich wollen wir bei jedem Rennen das bestmögliche Ergebnis erzielen. Gleichzeitig ist uns aber bewusst, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt um nicht besonders viel kämpfen", sagte Marcin Budkowski, der seit August die Geschicke als Teamchef leitet.
Mittel- und langfristig soll sich das ändern. Der Blick richtet sich in die Zukunft. In Austin kam zwar ein Update am Unterboden und am Kühlsystem des MAC-26 zum Einsatz. In erster Linie waren das aber Experimente für das Auto des nächsten Jahres. Die Entwicklung des diesjährigen Autos ist abgeschlossen. "Jede Runde, jede Session und jedes Rennen bietet uns die Gelegenheit, dazuzulernen. Wir versuchen, diese Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen", sagte Budkowski.
"Wir müssen uns überall verbessern"
Ganz andere Möglichkeiten sollen sich in den kommenden Jahren bieten. Irgendwann, so die Hoffnung, will man Teams wie Ferrari oder Red Bull die Stirn bieten. Der Mutterkonzern General Motors arbeitet dafür an der Entwicklung einer eigenen Antriebseinheit. Am 18. Dezember soll die neue Motorenfabrik in Charlotte eröffnet werden. Eine "äußerst beeindruckende Anlage" sei das, sagte Budkowski, die die Ambitionen unterstreiche, "bis zum Ende dieses Jahrzehnts ein vollwertiges Werksteam zu werden".
Hürden bleiben. Die Formel 1 ist ein äußerst spezialisiertes Umfeld auch für erfahrene Fachkräfte - an denen es Cadillac mangelt. Man habe den höchsten Anteil an Mitarbeitern, die keinerlei vorherige Erfahrung in der Königsklasse hätten. "Wir müssen uns überall verbessern", sagte Budkowski.
Das gilt auch für die Fahrer. Ob Bottas und Perez, der beim Folgerennen in Mexiko vor seinem 300. Grand Prix steht, auch im kommenden Jahr dafür die Gelegenheit bekommen, ist offenbar nicht final entschieden. Beide Fahrer würden das Team auf ihre jeweils eigene Art antreiben, so Budkowski. In Austin vermied der Pole dennoch eine Bestätigung seiner beiden Piloten für 2027.
