Weg zum Wintermärchen: Knorr und Co. schauen auf WM-Auslosung im Hofbräuhaus

Deutschlands Heim-WM soll eine Euphorie entfachen.
Deutschlands Heim-WM soll eine Euphorie entfachen.ČTK / imago sportfotodienst / Anke Waelischmiller

Am Mittwoch werden in München die Gruppen für die Heim-WM ausgelost. Weltmeistertrainer Heiner Brand hat große Erwartungen an seine Erben.

Weißbier, Haxen, Blasmusik: Die Handball-Welt schaut gespannt aufs Münchner Hofbräuhaus. Dort, wo es für gewöhnlich zünftig zugeht, wird am Mittwoch mit der Gruppenauslosung der Countdown für die deutsche Heim-WM eingeleitet. Ab 18 Uhr erfahren Juri Knorr und seine Mitspieler, wie ihr Weg zum erhofften neuen Wintermärchen aussehen wird.

Während das deutsche Team den Handball-Großmächten Dänemark und Frankreich auf seiner Titelmission zunächst aus dem Weg gehen wird, drohen mit Spanien, Norwegen oder Serbien knifflige Aufgaben. Angst hat beim Deutschen Handballbund (DHB) aber keiner, die Vorfreude auf das Spektakel im Januar (13. bis 31. Januar 2027) und auch die Zuversicht sind riesig.

Der Auftrag ist klar: Bundestrainer Alfred Gislason soll die hoch veranlagte deutsche Mannschaft zu einer Medaille führen. Mindestens. 20 Jahre nach dem legendären Titelgewinn 2007 lechzt Handball-Deutschland nach einer neuen WM-Sternstunde. "Ich bin davon überzeugt, mit unseren Spielern den letzten Schritt gehen zu können", sagte Gislason kürzlich bei seiner Vertragsverlängerung. Nach Olympiasilber 2024 und dem zweiten Platz bei der EM 2026 betonte er: "Unsere Geschichte ist noch lange nicht auserzählt."

"Gewisse Erwartungshaltung" beim Heim-Turnier

Vieles spricht dafür, dass die deutsche Auswahl mit einem lockeren WM-Aufgalopp rechnen kann. Aus der Vorrundengruppe A in München qualifizieren sich die ersten drei von vier Teams für die Hauptrunde, ab der das Turnier für die Gislason-Schützlinge dann in Köln weitergeht. Duelle gegen Dänemark und Frankreich sind ebenso wie Aufeinandertreffen mit Kroatien und Schweden erst in der K.o.-Phase möglich.

"Es wäre für den Handball in Deutschland wichtig, wenn so ein Titel jetzt mal wieder kommen würde", sagte Heiner Brand der dänisch-deutschen Tageszeitung Flensborg-Avis. Eine "gewisse Erwartungshaltung" sei gerechtfertigt, so die Handball-Ikone.

Brand, Weltmeister als Spieler (1978) und Trainer (2007), sieht im aktuellen Kader die "talentierteste Mannschaft" seit 50 Jahren. "Damals gab es die junge Generation mit Erhard Wunderlich, Claus Fey und Arnulf Meffle und so weiter, die auch mit uns Weltmeister geworden sind. Jetzt haben wir Renars Uscins, Julian Köster, Juri Knorr und Marko Grgić sowie die Routiniers Johannes Golla und Andreas Wolff", sagt er: "Da muss eigentlich ein Erfolg her."