Mit einer Körpergröße von ganzen 1,85 Metern hat Tagger einen klaren Vorteil, ihr Aufschlag ist sehr wirkungsvoll und hin und wieder hilft sie sich mit einem Ass. Tatsächlich hat sie in ihren beiden Partien in Prag bereits neun Asse geschlagen.
Im Gespräch mit Flashscore gab die Juniorinnen-Siegerin der French Open 2025 jedoch zu, dass der Gang auf den Centre Court in Prag einige Emotionen in ihr ausgelöst hat.
"Der Platz ist wirklich wunderschön, etwas ganz Besonderes. Ich habe von seiner Geschichte gehört, er ist wirklich einzigartig, ein echtes Stück Tennisgeschichte. Als ich also hinausgegangen bin, war ich ehrlich gesagt schon ein bisschen nervös", gestand sie.
Und als das Match begann, hast du dich schnell daran gewöhnt?
"Eigentlich habe ich gar nicht erwartet, dass so viele Leute da sind, weil es ein Match zwischen zwei Ausländerinnen war. Deshalb habe ich es umso mehr genossen, vor so vielen Zuschauern und vor tschechischen Fans zu spielen. Und natürlich kann ich es kaum erwarten, morgen wieder auf dem Platz zu stehen."
Was war deine Motivation, diese in Prag zu spielen?
"Ich war schon einmal in Prag und mir gefällt die Stadt wirklich sehr, sie ist wunderschön. Außerdem ist es nicht weit von zu Hause entfernt und es ist meiner Heimat sehr ähnlich. Ich fühle mich hier fast wie zu Hause. 'Ich will nach Prag. Ich mag die Stadt, ich mag die Menschen hier. Ich will unbedingt dieses Turnier spielen', ich weiß noch genau, wie ich das meinen Trainern gesagt habe."
Vielleicht hören sie jetzt auf dich! Du bist in Topform, hast eine Durchbruch-Saison und bist mit nur 18 Jahren schon in die Top 100 eingezogen. Was bedeutet dir das? Hast du damit gerechnet, dass es so schnell geht?
"Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich selbst gar nicht realisiere, wie schnell das alles passiert ist. Aber wenn ich mal eine Pause mache, mich hinsetze und über alles nachdenke … Es ging wirklich wahnsinnig schnell! Ehrlich? Ich hätte es nicht erwartet. Aber ich mache einfach weiter. Trotzdem bin ich sehr stolz auf mich, dass es so gekommen ist."
Deine einhändige Rückhand sieht auch großartig aus. Ist das der Grund, warum du mit Francesca Schiavone zusammenarbeitest, die ebenfalls für ihre einhändige Rückhand bekannt war?
"Das ist eigentlich ganz lustig! 'Wow, du hast so eine Trainerin!' Das sagen alle zu mir. Aber nein, es gab keinen tieferen Grund. Und dass sie auch eine einhändige Rückhand gespielt hat? Das ist wirklich nur Zufall."
Wie habt ihr euch dann kennengelernt?
"Vor einiger Zeit habe ich eine Akademie in Italien ausprobiert. Ich wollte etwas Neues, ich mag die italienische Mentalität und die Art, wie dort trainiert wird, sehr. Also habe ich nach einem Umfeld in Italien gesucht – und dort haben wir uns kennengelernt und angefangen, zusammenzuarbeiten."

Bist du dorthin gezogen?
"Nein, ich trainiere nur in Italien. Ich wohne weiterhin zu Hause in Österreich."
Hat dich dein jüngster Tenniserfolg also nicht dazu inspiriert, umzuziehen? Der italienische Tennissport boomt ja gerade.
"Ja, sie sind wirklich stark! Aber das war nicht der Grund. Ich trainiere zwar in Italien, habe aber eigentlich keine Verbindung zum Verband oder zu den Spielerinnen dort. Wir kennen uns natürlich, aber ich bin da schon ein bisschen anders."
Erzähl uns mehr über deine einhändige Rückhand. Haben dich Federer, Wawrinka oder dein Landsmann Dominic Thiem, die diese auch gespielt haben, inspiriert? Wer hat sie dir beigebracht?
"Ich habe mit einer beidhändigen Rückhand angefangen. Aber immer, wenn ich einen leichteren Ball bekommen habe, wollte ich ihn automatisch einhändig schlagen. Das hat sich einfach am natürlichsten angefühlt. Und mit 12 bin ich dann komplett auf die einhändige Rückhand umgestiegen und spiele sie seitdem. Ich habe für mich entschieden, dass ich so spielen will."
Jetzt stehst du im Viertelfinale und triffst auf eine tschechische Spielerin. Sara Bejlek hat hier in Prag viel Unterstützung. Freust du dich auf das Match?
"Oh, auf jeden Fall! Ich bin mir sicher, dass viele Leute kommen werden. Ich kann mir vorstellen, dass sie gegen mich sein werden – das passiert eben manchmal. Aber ich spiele gerne vor Publikum. Wie gesagt, der Platz ist großartig. Ich freue mich wirklich auf das Match."
Zum Match-Center: Lilli Tagger vs. Sara Bejlek
