Wer den Weg von Lukas Hofer genauer nachzeichnet, erkennt schnell ein wiederkehrendes Muster: Entwicklung durch Lernen, Wachstum durch Verantwortung und Erfolg durch Geduld. Viele seiner Stationen hat Hofer vor kurzem selbst in einem Interview mit den UDW Alligators Revue passieren lassen.
Zufälliger Einstieg und früher Ehrgeiz
Mit 13 Jahren fand Lukas Hofer zum Basketball. Kein früher Leistungssport, keine elitäre Akademie – sondern schlicht der Wunsch nach einer neuen sportlichen Herausforderung. Wie er rückblickend erklärte, war die Entscheidung eher zufällig, weil er „für den nächsten Karategurt noch zu jung war“ und deshalb etwas anderes suchte.
Schon als Spieler galt Hofer als großes Talent aus Deutsch-Wagram und feierte mit den Vienna D.C. Timberwolves den österreichischen Staatsmeistertitel in der MU18. Im Erwachsenenbereich spielte er für die Mistelbach Mustangs in der zweiten Liga, für die Timberwolves in der 1. Liga und bei Deutsch-Wagram in der Landesliga.
Noch im selben Jahr, in dem er als Spieler erfolgreich war, eröffnete sich für ihn ein neuer Weg. Auf Anfrage von Christoph Scheidl übernahm er erstmals die Rolle des Assistant Coaches für das Team seines Bruders – und entdeckte dabei seine Leidenschaft für das Trainerdasein. Dies war der Ausgangspunkt für die Trainerlaufbahn, die fortan sein Leben prägen sollte.
Aufbauarbeit mit Weitblick
Als Nachwuchstrainer entwickelte Hofer Teams, förderte junge Spieler und sammelte wertvolle Erfahrung. Parallel dazu absolvierte er Trainerlizenzen und arbeitete mit österreichischen Jugendnationalmannschaften zusammen. Seine erste Head Coach Station war bei seinem Heimatverein UDW Alligators.
Bei den Alligators wuchs mit den Jahren auch die sportliche Vision. Aus einem klassischen Hobbyverein sollte ein ambitioniertes Zweitliga-Team entstehen. Hofer war überzeugt, dass dieser Weg möglich sei – wenn man auf Struktur, Ausbildung und lokale Identität setzt.
Sein Anspruch war von Beginn an klar: Er wollte nicht nur trainieren, sondern etwas aufbauen. "Ich selbst bin sehr ehrgeizig und wollte von Beginn an keine halben Sachen machen – das habe ich auch offen gegenüber dem Vorstand kommuniziert.“ Der Lohn dieser Arbeit ließ nicht lange auf sich warten. Der Einzug in die Playoffs der Zweiten Liga und später der Finaleinzug mit dem Vizemeistertitel markierten sportliche Höhepunkte.

Der Schritt ins Ausland
Trotz aller Erfolge blieb der Blick nach vorne gerichtet. Hofer machte keinen Hehl daraus, dass er langfristig vom Profi-Basketball träumte. Als sich 2024 die Möglichkeit ergab, als Assistant Coach beim BBC Bayreuth in Deutschland einzusteigen, zögerte er nicht lange. Die Dynamik im Profisport zeigte sich rasch: Aus dem Assistenztrainer wurde binnen kurzer Zeit der Head Coach.
Im Interview sagte Hofer über diesen Karriereschritt: "Mir geht es sehr gut. Das Stresslevel ist definitiv gestiegen – viele Dinge, die man zuvor gar nicht mitbekommen hat, liegen nun plötzlich in der eigenen Verantwortung.“ Dies sei aber genau das, was er sich immer gewünscht habe. "Jeder, der mich kennt, weiß, dass es immer mein Ziel war, Head Coach zu werden.“
Wurzeln, die bleiben
Trotz des Erfolgs im Ausland bleibt die Verbindung nach Deutsch-Wagram bestehen. Hofer verfolgt die Entwicklung der Alligators weiterhin aufmerksam, hält Kontakt zu ehemaligen Spielern und Wegbegleitern und spricht offen darüber, wie sehr ihn diese Zeit geprägt hat.
Seine Geschichte erzählt damit mehr als eine klassische Trainerkarriere. Sie ist ein Beispiel dafür, wie man mit Geduld, konsequenter Weiterentwicklung und dem Mut, Chancen zu ergreifen, aus einem Hobby eine erfüllende Berufung macht.
