Verpatzte Generalprobe: Aicher nimmt's locker – Auch Weidle-Winkelmann schöpft Mut

Emma Aicher blickt mit Zuversicht auf die Olympischen Spiele.
Emma Aicher blickt mit Zuversicht auf die Olympischen Spiele.MICHAL CIZEK / AFP

Emma Aicher nahm ihren "Anfängerfehler" bei der Generalprobe für die Olympischen Spiele mit Humor. Nach dem Ausscheiden im Super-G beim Weltcup im Schweizer Crans-Montana postete die deutsche Medaillenhoffnung ein Bild der Zeichentrickfigur "SpongeBob" (Schwammkopf), auf dem der Meeresschwamm bäuchlings auf dem Boden liegt - passend zu ihrer Rutschpartie, die sie nach ihrem Sturz auf dem Bauch liegend beendete.

Während Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann als hervorragende Fünfte das Podest nur um acht Hundertstel verpasste, suchte Aicher nicht nach Ausreden für ihr Missgeschick im "Fuchsloch", wo am Freitag bei der Abfahrt Lindsey Vonn weitaus folgenschwerer gestürzt war. "Ich bin einfach nicht auf dem Außenski gestanden. Das darf nicht passieren - ein Anfängerfehler", sagte sie gewohnt unverblümt im ZDF. Die beste Nachricht: Aicher blieb unverletzt.

Auch das Selbstvertrauen der 22 Jahre alten Allrounderin erlitt keinen Knacks. "Mein Skifahren passt gut", sagte Aicher bemerkenswert aufgeräumt, und nein, von ihrem Ausscheiden werde sie sich "nicht runterbringen lassen. Einfach abhaken."

Das klingt leicht dahingesagt, aber wenn das Multitalent, das bei Olympia Chancen auf Einzelmedaillen in der Abfahrt, im Super-G und im Slalom hat, eines genauso gut kann wie Skifahren, dann: derartige Missgeschicke abhaken.

Immerhin: Aicher war bis zu ihrem Ausscheiden mit Bestzeit unterwegs. Und als kurz danach ihre Mannschaftskollegin Weidle-Winkelmann zum zweitbesten Ergebnis ihrer Karriere im Super-G raste, stand sie schon wieder im Zielraum und applaudierte.

Auch Weidle-Winkelmann schöpft Mit

Die Anerkennung war angebracht, denn: Auch Weidle-Winkelmann bestätigte, dass sie auf der "Olimpia delle Tofane" in Cortina d'Ampezzo, wo am Sonntag zunächst die Abfahrt ausgetragen wird, zumindest zum erweiterten Kreis der Anwärterinnen auf eine Medaille gehört.

"Ich bin teilweise richtig gut gefahren", sagte Weidle-Winkelmann und betonte: "Es ist ein sehr gutes Gefühl, dass ich wieder vorne dabei bin." Tatsächlich fehlte ja nicht viel zur dritten Podestplatzierung in diesem Winter - noch dazu in ihrer etwas schwächeren Disziplin.

Zudem hat die 29-Jährige gute Erinnerungen an die Olympia-Strecke: 2021 gewann sie dort WM-Silber in der Abfahrt. Am Donnerstag gibt es ein Wiedersehen - beim ersten Abfahrtstraining.