Udo Jürgens als Taktgeber: Noch lange nicht Schluss für Gislason?

Handball-Bundestrainer Alfred Gislason
Handball-Bundestrainer Alfred GislasonTK / DPA / Federico Gambarini

Alfred Gislason steht mit Deutschlands Handballern vor dem "härtesten Turnier" seiner Amtszeit. Der Isländer gibt sich gelassen – auch mit Blick auf seine Zukunft als Bundestrainer.

Alfred Gislason lachte herzlich. Udo Jürgens ist dem Isländer natürlich ein Begriff, und mit der berühmten Liedzeile "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an" kann er sich voll identifizieren.

"Natürlich" habe er noch Lebensträume, sagte der Handball-Bundestrainer: "Ich habe alle Medaillen gewonnen – bis auf einige mit der Nationalmannschaft. Ich gebe die Hoffnung aber nicht auf, dass ich die ich auch noch hole, bevor die nächsten 66 Jahre zu Ende sind."

EM 2026: "Extrem schwierige" Auslosung

Vor den anstehenden Hammerduellen bei der EM in Dänemark hat Gislason die Angriffslust gepackt. Dass Deutschland auf dem Weg zur ersten EM-Medaille seit dem goldenen Coup von 2016 nahezu alle Schwergewichte aus dem Weg räumen muss, bringt den Routinier nicht aus der Ruhe. "Wir wissen alle, dass dieses Turnier sehr schwierig sein wird, weil wir schwere Aufgaben vor uns haben. Aber deshalb schlafen wir nicht schlecht."

Und so verbringt Gislason den Jahreswechsel in großer Gelassenheit in seiner isländischen Heimat gemeinsam mit seinen Enkelkindern. Anders als bei vorherigen Turnieren trommelt er das Team um Kapitän Johannes Golla nicht schon früher zusammen.

"Es bringt mir nichts, die Jungs schon zu früh durch die Halle zu jagen. Wir lassen die Spieler sich diesmal ein bisschen länger ausruhen", sagte der DHB-Coach im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Wenn er am Sonntag in Hannover mit seinen 18 Auserwählten die unmittelbare Vorbereitung startet, dürfte es mit der Ruhe aber vorbei sein. Bereits die "schwierige" Vorrundengruppe mit Österreich, Serbien und Spanien habe es in sich, danach wird es sogar "extrem schwierig".

Testspiele gegen Kroatien

In der Hauptrunde werden Olympiasieger und Weltmeister Dänemark sowie Titelverteidiger Frankreich, der WM-Vierte Portugal und Co-Gastgeber Norwegen als Gegner erwartet.

Kein Wunder, dass am 8. Januar in Zagreb und am 11. Januar in Hannover gegen den WM-Zweiten Kroatien noch einmal zwei letzte Stresstests angesetzt sind.