"Ich habe heute meinen Knöchel wieder gespürt", sagte Zverev, die Blessur wollte er aber nicht überbewerten: "Das ist nicht überraschend, ich habe in diesem Jahr viel Tennis gespielt und spüre meinen Körper immer häufiger." Das Wichtigste an diesem Tag sei der Sieg.
Nummer eins – spätestens zum Saisonende
Hinter ihm, das gab Zverev nach dem Match gegen Bublik zu, lägen einige "spezielle" Stunden. "Als Nummer eins hast du eine besondere Verantwortung auf den Schultern, darauf freue ich mich", sagte er. Immerhin hat er sich auch seinen letzten Kindheitstraum erfüllt, riskieren muss er im Saisonendspurt nun nichts mehr. Und doch warten noch große Ziele: Beim ATP-Finale in Turin kann Zverev seinen dritten Titel holen, mit dem deutschen Davis-Cup-Team in Bologna eine 33-jährige Durststrecke beenden.
Dass Zverev noch in diesem Jahr an die Spitze des Rankings klettert, steht seit Montag offiziell fest. In Shanghai kann er den Prozess beschleunigen. Erreicht er das Finale und gewinnt anschließend das Turnier in Wien, wird er am 2. November die Nummer eins der Welt. Spitzenreiter Jannik Sinner (Italien) hat seine Saison wegen einer Knieverletzung bereits beendet, Zverevs Verfolger Carlos Alcaraz (Spanien) liegt zu weit zurück.
Beflügelt von den zahlreichen Glückwünschen, die ihn am Montag erreicht hatten, nahm Zverev die unangenehme Aufgabe gegen Bublik in Angriff. Er war gewarnt: Gegen seinen gleichaltrigen Konkurrenten hatte Zverev drei der bisherigen vier Duelle verloren. Und diesmal war er nach dem Match gegen den Franzosen Quentin Halys offensichtlich gehandicapt.

Vier Satzbälle abgewehrt
Bei einem Aufschlag im ersten Satz zuckte Zverev zusammen und verzog vor Schmerz das Gesicht. Zverev wirkte etwas gehemmt, Bublik war aktiver, doch der zweimalige Grand-Slam-Sieger behielt im entscheidenden Moment die Nerven: Vier Satzbälle wehrte Zverev ab und sicherte sich den Durchgang im Tiebreak. Zverev jubelte, Bublik verstand die Welt nicht mehr.
Zum Match-Center: Alexander Zverev vs. Alexander Bublik
Doch die Schmerzen, das war nicht zu übersehen, nahmen zu, Zverevs suchte immer wieder den Austausch mit seinem Vater Alexander senior, Aufgeben war aber offensichtlich keine Option für ihn. Nur einmal in seiner Karriere hat Zverev bisher vorzeitig den Platz verlassen: 2022 bei den French Open gegen Rafael Nadal. Auch damals verletzte er sich am rechten Sprunggelenk und wusste nicht, ob er überhaupt auf einen Tenniscourt zurückkehren würde.
Diesmal ist die Verletzung nach Lage der Dinge deutlich weniger dramatisch, gegen Bublik reichte es zum Sieg. Nach einem frühen Break im dritten Satz kam Zverev zurück, dominierte den Tiebreak und verwandelte nach 2:37 Stunden mit einem Ass seinen ersten Matchball.
Interessiert an Terminen, Live-Spielen, News und Stimmen aus der Welt des Tennis? Mit dem Tennis-Tracker von Flashscore bist du den ganzen Tag hautnah rund um die Geschehnisse der ATP- und WTA-Touren dabei!
