Mit nur einer Podestplatzierung im Gepäck reist Preuß nach Antholz, wo dennoch vor allem auf ihren Schultern die Olympia-Hoffnungen des DSV-Teams ruhen. Vor den Medaillenentscheidungen in Südtirol sucht sie noch nach Erklärungen. Es sei "definitiv nicht die leichteste Phase", sagte die Gesamtweltcupsiegerin: "Aber ich gebe nicht auf. Da muss man durch." Sie sehe "ja, was möglich ist".
Und so brennt die Bayerin auf die Rennen in Südtirol, das olympische Vorgeplänkel würde sie dabei liebend gerne einfach überspringen. "Ich bin schon froh, wenn es losgeht", sagte die 31-Jährige, schließlich werde "sehr viel darüber gesprochen".
Bis zu sechs Olympia-Rennen, darunter möglicherweise auch die Mixed-Staffel zum Auftakt am Sonntag (14.05 Uhr/ZDF und Eurosport), bleiben Preuß noch, bevor sie sich spätestens zum Ende der Saison in den sportlichen Ruhestand begeben wird. Doch trotz der dadurch noch weiter gesteigerten Aufmerksamkeit für ihre Person will die deutsche Nummer eins den Saisonhöhepunkt in Norditalien auch genießen.
"Es ist schon etwas Besonderes. Ich bin jetzt zum vierten Mal bei Spielen dabei, das schafft auch nicht jeder in einer Karriere", sagte Preuß: "Von dem her schaue ich, dass ich das einfach aufsauge und hoffe, dass man dann wieder in diesen positiven Flow kommt und sich gar nicht so groß Gedanken um Resultate macht, sondern mehr um Wesentliches."
Preuß-Abgang schafft Lücke im deutschen Biathlon
Im DSV-Lager sind sie alle überzeugt, dass sich Preuß ihren letzten Traum erfüllen kann. Er sehe "keinen Grund, warum das nicht funktionieren sollte", sagte Sportdirektor Felix Bitterling im SID-Gespräch: "Wenn Franzi ihr Zeug macht, und da schließe ich auch die eine oder andere ihrer Teamkolleginnen ein, dann kann es definitiv für eine Medaille im Team, eine Einzelmedaille oder auch den Olympiasieg reichen."
Unabhängig von der finalen Ausbeute in Antholz ist aber schon jetzt klar, dass mit dem Abgang von Preuß eine klaffende Lücke im deutschen Biathlon-Team aufgehen wird. Doch während der eine oder andere Fan bange gen Zukunft blickt, bleibt das Aushängeschild ganz entspannt.
"Ich bin ja nicht die erste, die aufhört", sagte Preuß, und erinnerte an Denise Herrmann-Wick, die später tödlich verunglückte Laura Dahlmeier und Magdalena Neuner. "Es ist immer wieder weitergegangen, gut weitergegangen. Und deswegen wird es auch weiterhin gut weitergehen. Und es gibt junge Mädels, die wahnsinnig viel Potenzial haben. Da braucht man sich jetzt keine Sorgen machen."
