Auf dem Elektroroller zum Titel? Zverev jagt in Monte Carlo die Grand-Slam-Form

Aktualisiert
Alexander Zverev greift wortwörtlich nochmal an.
Alexander Zverev greift wortwörtlich nochmal an.ČTK / AP / Marta Lavandier

Alexander Zverev schüttelte seine schulterlange, wellige Haarpracht aus, stülpte den Helm darüber und brauste davon. In seiner Wahlheimat Monaco braucht der Tennisstar kein Shuttle, sein kleiner Elektroroller ist ihm genug auf dem Weg zur Anlage. Beim Masters in Monte Carlo will Zverev rund sieben Wochen vor Beginn der French Open an seiner Grand-Slam-Form arbeiten - und im besten Fall den 25. ATP-Titel feiern.

Schon seit Tagen ist Zverev zurück an der Cote d'Azur. Im Doppel spielte er an der Seite von Kumpel Marcelo Melo bereits, scheiterte aber am Top-Duo Marcel Granollers/Horacio Zebollas. Am Mittwoch (Sky) geht es im Einzel los. Gegen den Chilenen Cristian Garín ist Zverev der klare Favorit - nicht nur, weil er endlich zurück ist auf seinem Lieblingsbelag. "Sandplatztennis war ein Teil meines Lebens, seit ich sehr jung war", erklärte Zverev seine Vorliebe für die Rote Asche.

Match-Center: Cristian Garin vs. Alexander Zverev

Die Laune ist bestens beim Hamburger, das wurde auch beim sponsorenwirksamen "Minitennis" mit seinem Rivalen  Jannik Sinner im Yachthafen der Glitzerstadt deutlich. Schließlich wähnt sich Zverev seit Wochen auf einem guten Weg. "Die Dinge, an denen ich gearbeitet habe, zahlen sich aus - der aggressivere Stil und mein Spiel im Allgemeinen", sagte er.

Und diesen Weg will Zverev in Monte Carlo konsequent fortführen, weil er den Glauben zurückgebracht hat, dass sich der Major-Fluch in diesem Jahr bezwingen lässt. Nicht nur bei Zverev selbst. "Mir geht das Herz auf", sagte der sonst oft kritische Boris Becker in seinem Podcast mit Andrea Petkovic: "Er spielt offensiv. Er steht im Feld. Er geht ans Netz. Er spielt mal Serve-and-Volley. So kann ein Sascha Zverev auch bald ein Grand-Slam-Turnier gewinnen."

Ziel ist Roland Garros

Der Gelobte selbst hatte sich zuletzt ähnlich optimistisch geäußert. Er fühle, sagte er in Miami, "dass es passieren kann - und dass es passieren wird". Zunächst aber steht das "Heim-Masters" an und Zverevs starke Leistungen zuletzt machen ihn auch dort schon zu einem Mitfavoriten.

Im Halbfinale droht allerdings ein Wiedersehen mit dem formstarken Sinner. Der Italiener unterstrich in den Halbfinals von Indian Wells und Miami zuletzt seine Rolle als Zverevs Nemesis und sicherte sich in den jeweiligen Finals mühelos den Titel. Und so sitzt Sinner in Monaco Carlos Alcaraz im Nacken und kann sich mit dem vierten Masters-Titel in Folge wieder zur Nummer eins im ATP-Ranking aufschwingen. Ihr Auftaktmatch am Dienstag haben beide mühelos gewonnen.

Für Zverev macht es das nicht leichter. Aber auch ein weiteres knappes Scheitern wäre für ihn zu verschmerzen. "Am Ende zu gewinnen, wäre schön", sagte er, "aber es ist, wie es ist". Die Prioritäten haben sich im Alter von bald 29 Jahren verschoben; seine Topform will Zverev beim Höhepunkt der Sandsaison in Roland Garros (ab 24. Mai) erreichen.