Auch das Wohnzimmer hilft nicht: Der große Fall des Stefanis Tsitsipas geht weiter

Tsitsipas wird nach Monte Carlo nur noch die 65 der Welt sein
Tsitsipas wird nach Monte Carlo nur noch die 65 der Welt seinREUTERS/Manon Cruz

Für Stefanos Tsitsipas hätte das Monte-Carlo Masters eigentlich der Wendepunkt sein sollen. Stattdessen wurde das Turnier auf seinem Lieblingsbelag zum Sinnbild seiner aktuellen Krise.

Der dreifache Sieger in Monaco verabschiedete sich bereits in der ersten Runde – und das ohne echten Kampf. Gegen Federico Cerundolo wirkte Tsitsipas von Beginn an neben der Spur.

Zum Match-Center: Cerundolo vs. Tsitsipas

Früh kassierte er ein Break und verlor zwischenzeitlich sechs Games in Serie. Zwar profitierte er phasenweise von der Nervosität seines Gegners und kämpfte sich immer wieder zurück – etwa bei einem 5:3-Rückstand im ersten Satz oder mit einem Comeback von 0:4 auf 4:4 im zweiten Durchgang. Doch Kontrolle über das Match hatte er zu keinem Zeitpunkt.

Formschwankungen als Dauerproblem

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nur 49 Prozent erste Aufschläge, sechs abgegebene Aufschlagspiele, 39 unerzwungene Fehler bei lediglich 19 Winnern. Der 27-Jährige zeigt aktuell ein extremes Leistungsgefälle. Zwar konnte er zuletzt Siege gegen Topspieler wie Daniil Medvedev und Alex de Minaur feiern, doch genauso folgten deutliche Einbrüche – etwa die klare Niederlage gegen Arthur Fils in Miami (0:6, 1:6).

Die Rückkehr auf Sand, eigentlich seine Komfortzone, brachte keine Stabilität. Stattdessen wurden die bekannten Probleme erneut sichtbar.

Das Tsitsipas-Paradoxon

Ein zentraler Faktor bleibt das komplizierte Verhältnis zu seinem Vater Apostolos Tsitsipas. Während der Matches ist er ständig präsent und gibt lautstark Anweisungen – eine Dynamik, die immer wieder für Diskussionen sorgt. Mehrfach versuchte sich Tsitsipas von ihm zu lösen. Doch die Ergebnisse zeigen ein widersprüchliches Bild: Seine besten Phasen erlebte er häufig mit seinem Vater an der Seite.

Das kurze Trainer-Engagement von Goran Ivanisevic im Jahr 2025 endete schnell. Der frühere Wimbledon-Sieger fand dabei deutliche Worte und erklärte, er habe noch nie einen Spieler gesehen, der so schlecht vorbereitet sei. Zudem kritisierte er den fehlenden Ehrgeiz, konstant zur Weltspitze zu gehören.

Zwischen Frust und Perspektivlosigkeit

Die aktuelle Entwicklung ist besorgniserregend. Tsitsipas wird in der Weltrangliste weiter abrutschen und steht kurz davor, aus den Top 60 zu fallen. Doch schwerer wiegt der Eindruck auf dem Platz: Der Grieche wirkt lustlos, fast resigniert. Es scheint, als habe er die Freude am Tennis verloren – selbst auf dem Belag, auf dem er einst dominierte.

Vor nicht allzu langer Zeit hätte ein Spieler wie Cerúndolo ihn kaum vor Probleme gestellt. Heute hingegen ist von der einstigen Leichtigkeit wenig geblieben. Seine elegante einhändige Rückhand – einst ein Markenzeichen – blitzt nur noch selten auf. Stattdessen prägt Unsicherheit sein Spiel.