Von Monte-Carlo Masters über Madrid und Rom bis hin zu den French Open in Paris: Die kommenden Monate versprechen Tennis auf höchstem Niveau – und zahlreiche packende Geschichten auf der ATP- und WTA-Tour.
Alcaraz vs. Sinner: Showdown um die Spitze
Das Duell zwischen Carlos Alcaraz und Jannik Sinner ist derzeit die faszinierendste Rivalität im Herrentennis – und könnte die Sandplatzsaison 2026 einmal mehr entscheidend prägen.
Während Sinner im Vorjahr die großen Turniere in Monte-Carlo und Madrid verpasste, dominierte Alcaraz den Sand nahezu nach Belieben und triumphierte in Monte-Carlo, Rom und Paris. Entsprechend groß ist nun der Druck auf den Spanier, seine Punkte zu verteidigen.
Für Sinner hingegen bietet sich eine einmalige Chance: Mit dem Rückenwind seines "Sunshine Double" in Indian Wells und Miami kann er die Weltranglistenspitze angreifen – möglicherweise schon früh in der Sandplatzsaison.
Zusätzliche Motivation liefert ein historisches Ziel: Die French Open sind der einzige Grand Slam, der dem Italiener noch fehlt. Nachdem Alcaraz Anfang des Jahres bereits die Australian Open gewann, könnte nun auch Sinner seinen Karriere-Grand-Slam vollenden.
Ihr episches Finale 2025 – in dem Sinner drei Matchbälle vergab und Alcaraz ein scheinbar verlorenes Spiel noch drehte – ist längst Teil der Tennisgeschichte. Eine Neuauflage scheint unausweichlich.
Swiateks Suche nach ihrer Form
Es ist ungewohnt, Iga Swiatek nicht gewinnen zu sehen. Dass Swiatek derzeit noch nach ihrer Bestform sucht, ist eines der überraschendsten Narrative dieser Saison. Die vierfache Paris-Siegerin und langjährige Dominatorin auf Sand zeigte sich zuletzt ungewohnt schwankend und zog Konsequenzen: Sie trennte sich von ihrem Trainerteam und arbeitet nun mit Francis Roig, einem ehemaligen Coach von Rafael Nadal.
Gerade jetzt beginnt ihre Lieblingsphase der Saison. Kaum eine Spielerin fühlt sich auf Sand so wohl wie Swiatek – und trotz ihrer Formkrise wäre es fahrlässig, sie für Paris abzuschreiben. Findet sie rechtzeitig zu ihrem Spiel zurück, ist ein weiterer Titel bei den French Open absolut realistisch.
Sabalenkas Sehnsucht nach dem Triumph auf Pariser Sand
Aryna Sabalenka spielt aktuell vielleicht das beste Tennis ihrer Karriere – doch ein großer Titel auf Sand fehlt ihr noch. Nach ihrer Finalniederlage bei den Australian Open zeigte sie eine beeindruckende Reaktion und sicherte sich die Titel in Indian Wells und Miami. Mit diesem Selbstvertrauen reist sie nun auf ihren ungeliebtesten Belag.
Dabei hat sie ihre Klasse auf Sand längst bewiesen: Dreimal gewann sie in Madrid, 2025 stand sie im Finale von Paris – unterlag dort jedoch Coco Gauff, obwohl sie in Führung lag. Der Hunger ist groß: Sabalenka will endlich auch auf Sand einen Grand-Slam-Titel gewinnen. Die Voraussetzungen dafür waren selten besser.
Sandplatz-Spezialisten zurück auf ihrem Lieblingsbelag
Mit dem Wechsel auf Sand verschieben sich die Kräfteverhältnisse traditionell. Spieler mit viel Spin, Geduld und taktischem Gespür rücken in den Fokus. Namen wie Casper Ruud, Andrey Rublev, Lorenzo Musetti und Jasmine Paolini zählen zu den gefährlichsten Akteuren auf diesem Belag.
Besonders im Blick steht auch Stefanos Tsitsipas. Der dreifache Monte-Carlo-Sieger und ehemalige Paris-Finalist steckt in einer sportlichen Krise – die Sandplatzsaison könnte für ihn zur Chance auf ein Comeback werden.
Ein weiterer formstarker Spieler ist Daniil Medvedev. Nicht gerade als Sandplatzspezialisten bekannt, hat Medvedev seinen Unmut über die Asche in der Vergangenheit in zahlreichen Interviews untermauert. Dennoch: Der letzte Masters-Sieg stammt aus Rom, im Mai 2023. Der ehemalige Weltranglistenerste zeigte sich im Frühjahr so stark wie lange nicht und könnte durchaus für eine Überraschung sorgen.
