Davis Cup: Pütz/Krawietz führen Deutschland ins Bologna-Play-off - auch Engel siegt

Aktualisiert
Pütz und Krawietz mussten gegen Peru über drei Sätze
Pütz und Krawietz mussten gegen Peru über drei SätzeReuters

Erleichtert klatschten Tim Pütz und Kevin Krawietz nach dem Matchball miteinander ab. Das 6:0, 2:6, 6:4 des erfahrenen Doppels gegen die Peruaner Ignacio Buse/Conner Huertas del Pino war gleichbedeutend mit dem 3:0 und dem vorzeitigen Weiterkommen der deutschen Davis-Cup-Auswahl. In Abwesenheit des Aushängeschildes Alexander Zverev konnte sich Teamkapitän Michael Kohlmann in Düsseldorf auf seinen Ü30-Klub verlassen - auch wenn Pütz (38) und Krawietz (34) nach furiosem Beginn kämpfen mussten.

"Die Peruaner haben im ersten Satz angetäuscht", sagte Krawietz nach dem Spiel mit einem Schmunzeln. Tatsächlich war ihr 17. Sieg im 19. Davis-Cup-Spiel ein weitaus härteres Stück Arbeit, als es zunächst den Anschein hatte. Zu Beginn überrollte das Duo das peruanische Doppel förmlich: Bereits nach 19 Minuten holten sich beide den ersten Satz, sie gaben dabei lediglich drei Punkte ab.

Zum Match-Center: Kevin Krawietz/Tim Pütz vs. Ignacio Buse/Arklon Huertas Del Pino Cordova

Doch Peru berappelte sich und bestrafte den nachlässigen Favoriten mit seinem ersten Satzgewinn der Quali-Runde überhaupt. Ein Weckruf für Pütz und Krawietz, die das Tempo verschärften und die Partie schließlich souverän zu Ende spielten.

Deutschland wird Favoritenstatus gerecht

So wurde der zweite deutsche Anzug seinem Favoritenstatus doch noch gerecht. Bereits am Freitag hatten sowohl Yannick Hanfmann (34) als auch Jan-Lennard Struff (35) ohne Satzverlust ihrem Team den Weg gewiesen.

Im Anschluss an sein Auftaktmatch plädierte Hanfmann dementsprechend selbstbewusst dafür, die Erfolge ohne den in der Regel abwesenden Zverev stärker wertzuschätzen: "Wir machen das sehr gut, wenn man überlegt, dass wir uns auch ohne ihn die letzten Jahre fast immer für die Finals qualifiziert haben."

Zum Match-Center: Deutschland vs. Peru

Auf die Frage, ob es ihn wundere, dass er gemeinsam mit Struff bei einer Absage Zverevs konstant nominiert werde, stellte Hanfmann klar: "Es wundert mich nicht, ich bin Top 100 in der Welt, Struffi ebenfalls, wir haben es verdient." Auch ohne Zverev, der aufgrund seines engen Terminkalenders absagte, funktioniere "der Ü30-Verein" gut.

Auch Engel siegt - Kroatien wartet

Noch weit entfernt vom gehobenen Tennisalter ist dagegen Nachwuchstalent Justin Engel. Da das deutsche Weiterkommen nach dem 3:0 aufgrund des Best-of-five-Formats bereits gesichert war, kam der 18 Jahre alte Kaderspieler in der ausverkauften Düsseldorfer Arena noch zu seinem Heimdebüt im Davis Cup. Nach 6:3, 6:7 (4:7) bezwang er Gonzalo Bueno im Match-Tie-Break mit 10:6 - der 4:0-Endstand.

Damit ist der erste von zwei Schritten auf dem Weg zum Finalturnier in Bologna gegangen. 33 Jahre nach dem bis dato letzten Davis-Cup-Titel muss Deutschland im September die letzte Hürde nehmen: Es wartet Kroatien gegen Dänemark.