Titelträger der Woche
Die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka hat früh ihre Ambitionen unterstrichen. In Brisbane verteidigte sie ihren Titel ohne Satzverlust und präsentierte sich in beeindruckender Form für die bevorstehenden Australian Open.
Im Finale setzte sich die Belarussin souverän mit 6:4, 6:3 gegen Marta Kostyuk durch. Auf dem Weg zum Titel ließ sie auch Madison Keys und Karolina Muchova keine Chance und überzeugte mit einer gelungenen Mischung aus Power und Variation.
Es war bereits ihr 22. Karrieretitel. Bemerkenswert: In Australien gewann Sabalenka nun 38 ihrer letzten 40 Matches. Eine Woche vor ihrer Rückkehr nach Melbourne scheint sie kaum zu stoppen.
Medvedev meldet sich zurück
Bei den Herren feierte Daniil Medvedev einen wichtigen Erfolg. Nach 882 titellosen Tagen gewann er sein zweites Turnier innerhalb von drei Monaten und besiegte im Finale Brandon Nakashima mit 6:2, 7:6(1).
Nach einer schwierigen Phase und der Trennung von Coach Gilles Cervara scheint der Russe wieder zu alter Stärke zu finden. Als dreifacher Australian-Open-Finalist sammelt Medvedev wertvolles Selbstvertrauen, auch wenn er aktuell deutlich hinter Carlos Alcaraz und Jannik Sinner einzuordnen ist.
Bublik im Höhenflug, Svitolina mit Routine
In Hongkong setzte Alexander Bublik seine starke Serie fort. Mit einem 7:6(2), 6:3-Finalsieg über Lorenzo Musetti holte er seinen fünften Titel in den vergangenen sieben Monaten und sprang erstmals in die Top 10 der Weltrangliste.
Musetti hingegen wartet weiter auf seinen ersten Titel seit 2022, dennoch wird er erstmals in die Top 5 vorstoßen.
In Auckland sicherte sich Elina Svitolina ihren 19. Karrieretitel. Trotz einiger enger Matches zeigte sie ihre Erfahrung und bezwang im Finale Wang Xinyu mit 6:3, 7:6(6). Nur vier aktive Spielerinnen haben mehr Titel gesammelt als sie.
Polen triumphiert beim United Cup
Zehn Tage lang sorgte der United Cup für beste Stimmung – mit dem besseren Ende für Polen. Im Finale setzte sich das Team gegen die von Belinda Bencic angeführten Schweizer durch und holte nach zwei Finalniederlagen endlich den Titel.
Überraschend war, dass nicht Iga Swiatek die entscheidende Rolle spielte. Die Weltranglistenzweite wirkte in Halbfinale und Finale frustriert und verlor gegen Coco Gauff sowie Bencic.
Stattdessen übernahmen Hubert Hurkacz sowie das Mixed-Doppel Katarzyna Kawa und Jan Zielinski die Verantwortung.
Bencic wurde trotz der Finalniederlage zur MVP des Turniers gewählt. Die Olympiasiegerin gewann alle fünf Einzel sowie vier von fünf Mixed-Partien und bestätigte einmal mehr ihren Ruf als Ausnahmespielerin im Nationalteam.
Die größten Enttäuschungen
Für Alejandro Davidovich Fokina verlief der Saisonstart enttäuschend. Als Nummer zwei der Setzliste schied er in Brisbane bereits in Runde eins gegen Nakashima aus. Der Spanier gehört weiterhin zu den besten Spielern ohne Titel, sein großes Ziel 2026 bleibt der erste Turniersieg.
Auch Emma Navarro erwischte einen Fehlstart. In Auckland unterlag sie überraschend Fran Jones. Nach ihrem Durchbruch 2024 sucht Navarro noch nach Konstanz.
Ebenfalls ernüchternd verlief das Einzel-Comeback von Nick Kyrgios. Nach einer klaren Niederlage zog er seine Teilnahme an den Australian Open im Einzel zurück und fokussiert sich nun auf das Doppel.
Kuriosität der Woche
Für Aufsehen sorgte ein ITF-Turnier in Nairobi. Dort verlor die Ägypterin Hajar Abdelkader gegen die Deutsche Lorena Schaedel in nur 37 Minuten mit 0:6, 0:6 – und gewann dabei lediglich drei Punkte. Es wirkte, als hätte sie zum ersten Mal in ihrem Leben einen Tennisschläger in der Hand gehabt.
Abdelkader beging 20 Doppelfehler, wirkte völlig überfordert. Tennis Kenya erklärte später, die kurzfristig vergebene Wildcard sei ein Fehler gewesen. Auch der ägyptische Verband gab an, keine Informationen über die Spielerin zu besitzen – trotz anderslautender Angaben in ihrem ITF-Profil.
Die besten Ballwechsel
Für Highlights sorgte Eva Lys, die beim United Cup gegen Swiatek mit mutigen Ballwechseln überzeugte.
Ebenfalls sehenswert: Alexandra Eala, die in Auckland gegen Donna Vekic mit enormer Laufarbeit glänzte.
Ausblick: Die nächste Turnierwoche
Auch diese Woche wird in Australien gespielt: Die ATP gastiert in Adelaide und Auckland, die WTA in Adelaide und Hobart.
Bei den Herren führen Davidovich Fokina und Tommy Paul das Feld in Adelaide an, während Ben Shelton und Casper Ruud in Auckland topgesetzt sind.
Im Damenfeld von Adelaide zählen Mirra Andreeva, Keys und Ekaterina Alexandrova zu den Favoritinnen. In Hobart ist Emma Raducanu die Nummer eins der Setzliste.
