277.000 Follower erreicht Lys mittlerweile mit ihren oft unterhaltsamen Posts in dem Sozialen Netzwerk, Tendenz steigend. Die Weltranglisten-39. gewinnt in der Tennisszene immer mehr Fans für sich, lächelt von Magazincovern, hat sich einer internationalen Vermarktungsagentur angeschlossen und ist längst auch für Sponsoren eine attraktive Wahl.
Bei den Australian Open ab Sonntag, dort, wo ihr bemerkenswerter Aufstieg im vergangenen Jahr als "Lucky Lys" begann, wird die neue deutsche Nummer eins entsprechend im Dress eines neuen Ausrüsters auflaufen - und mit anderen Erwartungen als noch 2025. Damals verpasste sie in der Qualifikation eigentlich den Sprung ins Hauptfeld, rückte dann aber als "Lucky Loser" nach und kämpfte sich ins Achtelfinale vor.
Lys arbeitet sich Schritt für Schritt nach oben
"Das war der Anfang eines unglaublichen Jahres. Das hat mein ganzes Tennisleben auf den Kopf gestellt", sagte Lys dem NDR: "Vor allem, weil ich plötzlich die finanziellen Möglichkeiten hatte, um zum Beispiel einen Physio mitzunehmen." Auch die Veranstalter der Australian Open kramten jüngst den Moment wieder hervor, als sie von den umgerechnet rund 230.000 Euro Preisgeld erfuhr. Lys klappte völlig baff die Kinnlade herunter.
Mittlerweile dürfte sie sich an höhere Gagen gewöhnt haben, denn Lys' spielerische und mentale Entwicklung zahlt sich aus. Konstante Ergebnisse katapultierten sie in der Weltrangliste hinauf, doch ihr Aufstieg soll längst noch nicht zu Ende sein. "Jetzt hat man die Top 40 geknackt, jetzt will man in die Top 30, möchte gesetzt sein bei den Grand Slams", sagte sie dem SID. Der Druck von außen und ihre eigenen Erwartungen haben parallel zugenommen.
Ihre Auftritte beim United Cup dürften die in Kiew geborene Athletin, die sich immer wieder auch lautstark gegen Hass im Netz einsetzt, in ihrer Zielsetzung bestärkt haben. Trotz des Aus mit der deutsche Mannschaft in der Gruppenphase überzeugte Lys bei ihren Einzeln. Der sechsmaligen Grand-Slam-Siegerin Iga Swiatek, die mit Polen letztlich das Turnier gewann, bot sie entschlossen die Stirn und deutete bei der Dreisatz-Niederlage an, der Spitze noch einmal nähergekommen zu sein.
Dies gilt es für Lys in Melbourne zu bestätigen. Unter ganz anderen Voraussetzungen als noch im Vorjahr.
