Australian Open: Neo-Österreicherin Potapova hat gegen Sabalenka nichts zu verlieren

Anastasia Potapova steht bei den Australian Open in der dritten Runde.
Anastasia Potapova steht bei den Australian Open in der dritten Runde.ČTK / imago sportfotodienst / Juergen Hasenkopf

Anastasia Potapova sorgt bei den Australian Open weiterhin für Schlagzeilen. In der dritten Runde wartet mit Aryna Sabalenka allerdings die aktuelle Nummer eins der Welt und damit die wohl größte Herausforderung in Melbourne.

„Österreich ist ein Land, das ich liebe, das unglaublich gastfreundlich ist und wo ich mich total zu Hause fühle“, schrieb Anastasia Potapova nach ihrer Einbürgerung auf Instagram. Und so verwundert es kaum, dass die 24-Jährige bei ihrem ersten Grand-Slam-Start als Österreicherin alles für ihre Wahlheimat gibt. Erstmals steht sie in der dritten Runde der Australian Open und stellt damit ihr bisher bestes Ergebnis in Melbourne ein. Sie ist außerdem die erste ÖTV-Dame seit Yvonne Meusburger-Garamszegi 2014, die in Down Under die dritte Runde erreicht.

 

 

Comeback-Qualitäten

Der Weg in die dritte Runde war alles andere als einfach. Bereits in der ersten Runde drehte Potapova ein scheinbar verloren geglaubtes Match gegen Suzan Lamens nach Satz und 1:5 Rückstand. In der zweiten Runde folgte ein weiterer Achtungserfolg gegen die ehemalige US-Open-Siegerin Emma Raducanu, die sie mit 7:6 und 6:2 bezwang. Erst zum zweiten Mal in den vergangenen acht Monaten gelang es ihr, zwei Matches in Folge zu gewinnen.

Nun wartet mit Aryna Sabalenka ein echtes Tennis-Schwergewicht auf die Neo-Österreicherin. Die Weltranglistenerste Sabalenka präsentierte sich in den ersten beiden Runden äußerst souverän und gab insgesamt nur zwei Aufschlagspiele ab. Sowohl gegen die Wildcard-Spielerin Tiantsoa Sarah Rakotomanga Rajaonah als auch gegen die Qualifikantin Zhuoxuan Bai dominierte die Belarussin das Geschehen und stand dabei weniger als zweieinhalb Stunden auf dem Platz.

 

Bisher hatte die Neo-Österreicherin Anastasia Potapova allen Grund zu jubeln.
Bisher hatte die Neo-Österreicherin Anastasia Potapova allen Grund zu jubeln.Rachel Bach / Shutterstock Editorial / Profimedia

 

David gegen Goliath

Der direkte Vergleich spricht eindeutig für Sabalenka. Die aktuelle Nummer eins der Welt gewann beide bisherigen Duelle in Stuttgart 2023 und Rom 2025 ohne Satzverlust. Sabalenka gewann 22 ihrer letzten 23 Matches bei den Australian Open, holte 2023 und 2024 den Titel und musste sich im Vorjahr erst im Finale geschlagen geben. Zudem ist sie seit 33 Grand-Slam-Matches gegen Spielerinnen außerhalb der Top 50 ungeschlagen.

Eine schwere Aufgabe, das weiß auch Anastasia Potapova. Dennoch geht die Österreicherin ohne Druck in das Duell: „Ich habe nichts zu verlieren. Ich bin in der dritten Runde, ich habe einen gebrochenen Finger und ich habe immer noch Spaß am Tennis. Ich versuche, es zu genießen und gutes Tennis zu zeigen.

Am Freitag um 1:30 Uhr (MEZ) wartet auf Potapova mit Sabalenka die wohl größte Bühne und die härteste Gegnerin im Damentennis. Aus österreichischer Sicht ist der Einzug in die dritte Runde bereits ein Erfolg. Alles Weitere wäre eine Sensation.