Karriere-Grand-Slam: Alcaraz trotz Djokovic-Mentalität und gewinnt Australian Open

Aktualisiert
Alcaraz ist der jüngste Spieler aller Zeiten, der alle vier Grand Slams gewinnen konnte
Alcaraz ist der jüngste Spieler aller Zeiten, der alle vier Grand Slams gewinnen konnteIZHAR KHAN / AFP

Historie in Melbourne: Carlos Alcaraz hat sich erstmals zum Champion der Australian Open gekrönt und mit 22 Jahren damit als jüngster Spieler aller Zeiten den Karriere-Grand-Slam aus allen vier Majors komplettiert. In der Rod Laver Arena schlug der Spanier Novak Djokovic, der mit seiner ganzen Routine und starken Mentalität den ersten Satz gewann und immer wieder gefährlich auf Möglichkeiten lauerte, letztlich verdient mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5 und verwehrte dem Rekord-Champion damit den ersehnten 25. Grand-Slam-Titel. Im elften Finale der Australian Open war es für Djokovic die erste Niederlage.

Alcaraz, der nun sieben Majortitel gewonnen hat, löste den bisherigen Rekordhalter Don Budge (USA) ab und revanchierte sich damit auch für die herzzereißende Niederlagen bei im Finale der Olympischen Spiele 2024. Djokovic hingegen verpasste es, ein weiteres großes Kapitel Tennisgeschichte zu schreiben. Die Bestmarke von 25. Grand-Slam-Titel teilt er sich weiterhin mit der Australierin Margaret Court.

Zum Match-Center: Carlos Alcaraz vs. Novak Djokovic

Alcaraz verwandelte nach einer intensiven Partie und 3:02 Stunden seinen ersten Matchball und feierte den fünften Sieg im zehnten Duell mit Djokovic. "Niemand weiß, wie hart ich dafür gearbeitet habe", sagte der neue Champion nach der Partie.

Besserer Start für Djokovic

Unter genauer Beobachtung von Margaret Court, die spätestens seit Djokovics Husarenstück gegen Jannik Sinner um ihren geteilten Rekord bangen musste, hatten die beiden Kontrahenten die Arena betreten. Alcaraz hatte den Titel in Australien als größtes Ziel in diesem Jahr ausgerufen. "Jeder Schritt mehr, jede Sekunde mehr Leiden, jede Sekunde mehr Kämpfen", sagte er, "ist es immer wert".

Den besseren Start erwischte aber sein Gegner. Djokovic zog die Fans auf seine Seite, bei jedem Punkt des Serben wurde es laut. Der Serbe kniete sich in Alcaraz' zweites Aufschlagspiel hinein, schnappte sich ein schnelles Break und spielte wie zu seinen besten Zeiten. Alcaraz, der bei seinem fast fünfeinhalb Stunden langen Halbfinale gegen Alexander Zverev (Hamburg) Krämpfe gehabt hatte, wirkte hingegen unentspannt. Er konnte seine peitschende Vorhand nicht gewinnbringend einsetzen.

"Djokovic hat einen genauen Plan, wie er spielen will. Alcaraz noch gar nicht", analysierte Djokovics Ex-Trainer Boris Becker bei Eurosport. Neun vermeidbare Fehler des Spaniers waren zu viel. Djokovic gewann den ersten Satz in nur 33 Minuten, was auch seinen einstigen Rivalen Rafael Nadal auf der Tribüne staunen ließ.

Alcaraz fängt sich - und überpowert den Gegner

Nadals spanischer Landsmann aber fing sich. Bei kühlen 19 Grad hatte er sich die Nervosität aus den Beinen gelaufen. Der zweite Satz war ähnlich einseitig wie der erste - nur mit einem anderen Gewinner. Alcaraz, der mit Wind oft besser umgehen kann als seine Gegner, gefiel allerdings nicht, dass das Dach der Arena beinahe komplett geschlossen war, obwohl es nicht regnete. Er beschwerte sich beim Schiedsrichter, verlor aber nicht den Fokus.

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Djokovic hingegen wirkte im dritten Satz plötzlich müde. Alcaraz war nun der aktivere Spieler und nach exakt zwei gespielten Stunden nur noch einen Satz von seinem großen Ziel entfernt. Die aufmunternden "Nole, Nole"-Rufe im Publikum konnten daran nichts ändern.

Anfang des vierten Durchgangs wehrte Djokovic sechs Breakbälle in einem Spiel ab und zeigte die Faust. Er brachte die Arena noch einmal hinter sich, doch der nervenstarke Alcaraz ließ sich in einer umkämpften Endphase nicht mehr aufhalten.