Der Weltranglisten-13. kritisierte, dass die späten Spielenden beim ersten Grand Slam des Jahres, der am 18. Januar im Melbourne Park beginnt, weder den Spielern noch den Zuschauern oder Offiziellen zugutekämen. "Am Ende profitiert niemand davon", so Medvedev.
Zugleich räumte er ein, dass die Interessen der TV-Sender letztlich ausschlaggebend seien. "Es wird nie passieren, weil das Fernsehen alles bestimmt. Es gibt immer einen Grund, warum es um 19:00 Uhr und nicht um 18:00 Uhr losgeht", erklärte er.
Auch seine eigenen Erfahrungen unterstreichen das Problem: Bei seinen letzten Teilnahmen in Melbourne endeten Matches für ihn teils erst in den frühen Morgenstunden. Vor einem Jahr unterlag er dem jungen Amerikaner Learner Tien in einer Partie, die erst um 2:55 Uhr morgens abgeschlossen war. 2024 dauerte sein Zweitrundensieg gegen Emil Ruusuvuori sogar bis 3:39 Uhr.
Nach seinem 6:2, 6:3-Erfolg in der ersten Runde des Brisbane International gegen Marton Fucsovics zeigte sich Medvedev dennoch gelassen: "Ich spiele gern in der Abendsession, wenn es sein muss, und werde mich nicht beschweren. Aber ich glaube nicht, dass sich daran jemals etwas ändern wird."
Night-Session-Rekorde bis weit nach 4 Uhr nachts
Der Modus der Australian Open sieht vor, dass auf den beiden Hauptplätzen ab 19:00 Uhr jeweils zwei Partien in der Abendsession angesetzt werden – ein System, das regelmäßig zu Spielen weit nach Mitternacht führt.
Prominente Beispiele gibt es genug: 2023 endete das fast sechsstündige Marathonmatch von Andy Murray gegen Thanasi Kokkinakis erst um 4:05 Uhr morgens. Den Rekord für das späteste Matchende in der Grand-Slam-Geschichte hält jedoch die Partie von Lleyton Hewitt gegen Marcos Baghdatis aus dem Jahr 2008, die um 4:34 Uhr beendet wurde.
Medvedev plädiert deshalb für einen früheren Start um 18:00 Uhr. Zur Veranschaulichung zog er einen Vergleich mit dem Fußball: "Ich mag die Premier League, aber hier schaue ich sie nicht, weil die Spiele oft um zwei Uhr morgens laufen. Im Grunde ist es dasselbe."
Echte Tennisfans würden es begrüßen, wenn die Abendsession früher beginne, weil sie dann mit hoher Wahrscheinlichkeit beide Matches verfolgen könnten. "Und selbst wenn ein Spiel extrem lang dauert, endet es statt um drei Uhr eben um zwei. Das ist für alle besser."
